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Kommentar Agrarpreise: Hitzige Schlachten um Getreide

von Frank Doll

Erst kommt das Essen, dann die Moral: Steigende Nahrungsmittelpreise werden allgemein wieder für Stress sorgen – nicht nur in der arabischen Welt.

Supporters of Muslim Brotherhood shout slogans during a sit-in protest Quelle: REUTERS
Die Straße bebt: Erst kommt das Essen, dann die Moral Quelle: REUTERS

Ungeachtet saisonaler Schwankungen bei Ernten und Lagerbeständen besteht eine strukturelle Angebotsknappheit bei Grundnahrungsmitteln. Die Agrarproduktion nimmt seit Jahren im Trend langsamer zu als die Weltbevölkerung. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO müsste die globale Agrarproduktion bis 2050 um 70 Prozent steigen, um die Nahrungsbedürfnisse der Welt zu decken. Doch die Ackerflächen werden sich bis 2050 nur um fünf Prozent ausweiten.

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Der ehemalige Porsche-Chef gibt sich gern volksnah. Wendelin Wiedeking beackert, vorzugsweise mit einem Porsche-Trecker (Baujahr 1961), seinen Kartoffelacker in Bietigheim-Bissingen, nördlich des Porsche-Standorts Zuffenhausen. Foto: dpa

Die jüngsten Preissprünge für Weizen , Mais und Sojabohnen sind nicht das Werk von bösen Spekulanten, sondern spiegeln das zunehmende Risiko von trockenheitsbedingten Ernteausfällen in wichtigen Anbauregionen.

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Damit steigt die Gefahr von Versorgungslücken und Unruhen, vor allem in der arabischen Welt, in der viele Länder besonders abhängig sind von Nahrungsmittelimporten. Ein steigender Ölpreis wäre die logische Folge, auch weil die Saudische Herrscherfamilie, um das Land ruhig zu halten, wieder Schecks an die Bevölkerung verteilen wird, die mit Öleinnahmen gedeckt werden müssen.

Auch in Peking wird man den inflationstreibenden Preissprung an den Agrarmärkten genau beobachten und die geldpolitischen Zügel möglicherweise weniger beherzt lockern als es sich die Internationale der Gelddruckfetischisten an den Finanzmärkten erhofft.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.07.2012, 08:22 UhrMathias

    China kann wahrlich nicht als Vorbild dienen. Eher vielleicht Brasilien: Hier ist die Fruchtbarkeitsrate genauso stark gesunken wie in China, allerdings ohne jegliche staatliche Repression. Grund sind hier viel eher die Soap-Operas im Fernsehen, in denen die weiblichen Idole meist nur 1 Kind oder gar keines haben. Diese Sendungen werden von den meisten Frauen der unteren Schichten gesehen; die Frauen versuchen dann den Lebensstil der Protagonistinnen nachzuahmen. Das Ergebnis ist eine Fruchtbarkeitsrate, die inzwischen niedriger liegt als z.B. in Frankreich.

  • 08.07.2012, 16:02 Uhrshadowdancer

    Wir sollten dringend etwas das ungebremste Bevölkerungswachstum tun ! China ist hier im Ergebnis Vorbild - wenn auch die Methoden zweifelhaft sind.

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