
Ungeachtet saisonaler Schwankungen bei Ernten und Lagerbeständen besteht eine strukturelle Angebotsknappheit bei Grundnahrungsmitteln. Die Agrarproduktion nimmt seit Jahren im Trend langsamer zu als die Weltbevölkerung. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO müsste die globale Agrarproduktion bis 2050 um 70 Prozent steigen, um die Nahrungsbedürfnisse der Welt zu decken. Doch die Ackerflächen werden sich bis 2050 nur um fünf Prozent ausweiten.

Der ehemalige Porsche-Chef gibt sich gern volksnah. Wendelin Wiedeking beackert, vorzugsweise mit einem Porsche-Trecker (Baujahr 1961), seinen Kartoffelacker in Bietigheim-Bissingen, nördlich des Porsche-Standorts Zuffenhausen. Foto: dpa

Der Brillen-Unternehmer betreibt mehrere Güter mit biologischer Landwirtschaft in Schleswig-Holstein und besitzt Ackerland in Mecklenburg-Vorpommern. Ökolandwirt Günther Fielmann verdient zudem am Vertrieb von Bioprodukten seiner Landgüter. Foto: dpa

Der Ex-Chef des Finanzvertriebs MLP ist überzeugter Agrar-Investor. 20 Prozent seines Vermögens soll Bernhard Termühlen in mehrere Tausend Hektar Ackerland in Deutschland, Polen und Rumänien investiert haben, die er selbst bewirtschaftet. Foto: AP

Ted Turner ist der größte private Landbesitzer der Vereinigten Staaten. Rund zwei Millionen acres Land besitzt der Medien-Mogul. Das ist eine Fläche, die etwa viermal so groß ist wie das Saarland. Der Medienmogul, der 1980 CNN gründete, besitzt außerdem die weltweit größte Bisonherde. Seine Büffelzucht umfasst mehr als 50.000 Tiere. Passend dazu betreibt er auch die Restaurant-Kette „Ted’s Montana Grill“ im ganzen Land. Dort serviert er auch Biofleisch.
Zu Turner’s Ackerland gehört unter anderem eine Ranch in New Mexico. Im vergangenen Jahr erweiterte der 72jährige seinen Landbesitz mit dem Kauf der Nonami Plantage in der Nähe von Albany, Georgia. Turner engagiert sich außerdem für grüne Energie. Mit dem Energiekonzern Southern Company entwickelt er eine der größten Solarstromanlagen in den USA.

An der Spitze der größten Landbesitzer in den USA könnte Turner schon bald von John C. Malone, ebenfalls Medien-Tycoon, abgelöst werden. Malone ist Chef des Medien-Konzerns Liberty-Media und er hält u.a. Anteile an dem Kabelsender QVC. Nach einem Bericht der New York Times und des Magazins The LandReport, einer Zeitschrift für Landbesitzer, kauft Malone gerade eine riesige Waldfläche im Staat Maine an der Ostküste der USA. Sie umfasst eine Fläche von rund 400 000 Hektar. Malone besitzt bereits größere Landgebiete im Norden des Staates Maine sowie in New Hampshire und in New Mexico. Mit dem Kauf des Waldlandes in Maine würde er seinen Landbesitz verdoppeln. Die lokale Holzwirtschaft in Maine hofft, dass Malone das Waldland nicht kultivieren wird. Das Gebiet lebt von der Forstwirtschaft. Außerdem sind auf Malones neuem Besitz zwei Papierfabriken ansässig. Wie viel Malone für die Fläche an die Firma GMO Renewable Resources zahlt, ist nicht bekannt.

Auch Karstadt-Investor Nicolas Berggruen investiert in Land. Der 49jährige Deutsch-Amerikaner will mit australischem Ackerland Rendite machen. Foto: dpa

Er darf bei neuesten Investment-Modellen natürlich nicht fehlen. Hedgefonds-Legende George Soros investiert schon seit längerem in Zuckerrohrplantagen in Südamerika , die vor allem zur Ethanlogewinnung dienen. Foto. dapd

Die Familie Rethmann, die den Entsorgungskonzern Remondis im westfälischen Lünen gegründet hat, besitzt 7000 Hektar im Landkreis Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Nobert Rethmann ist zudem seit 1999 Bürgermeister von Kobrow bei Parchim. Foto: dpa
Der ehemalige Porsche-Chef gibt sich gern volksnah. Wendelin Wiedeking beackert, vorzugsweise mit einem Porsche-Trecker (Baujahr 1961), seinen Kartoffelacker in Bietigheim-Bissingen, nördlich des Porsche-Standorts Zuffenhausen. Foto: dpa
Die jüngsten Preissprünge für Weizen , Mais und Sojabohnen sind nicht das Werk von bösen Spekulanten, sondern spiegeln das zunehmende Risiko von trockenheitsbedingten Ernteausfällen in wichtigen Anbauregionen.
Damit steigt die Gefahr von Versorgungslücken und Unruhen, vor allem in der arabischen Welt, in der viele Länder besonders abhängig sind von Nahrungsmittelimporten. Ein steigender Ölpreis wäre die logische Folge, auch weil die Saudische Herrscherfamilie, um das Land ruhig zu halten, wieder Schecks an die Bevölkerung verteilen wird, die mit Öleinnahmen gedeckt werden müssen.
Auch in Peking wird man den inflationstreibenden Preissprung an den Agrarmärkten genau beobachten und die geldpolitischen Zügel möglicherweise weniger beherzt lockern als es sich die Internationale der Gelddruckfetischisten an den Finanzmärkten erhofft.
























