Agrarrohstoffe: Knappes Korn

Agrarrohstoffe: Knappes Korn

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Aktien, die vom wachsenden Bedarf an Argrargütern profitieren (Klicken Sie für eine detallierte Ansicht bitte auf die Grafik; Stand: 26.05.2011)

von Martin Gerth

China leidet unter der schlimmsten Dürre seit 50 Jahren. Von den gestiegenen Getreidepreisen profitieren nicht nur die Bauern. Welche Agraraktien noch Potenzial auf Kurssteigerung haben.

Um die Entwicklung der Getreidepreise zu prognostizieren, genügte in den vergangenen Wochen der tägliche Blick aus dem Fenster. Regen: Fehlanzeige, so wie in vielen anderen Regionen der Welt. China, und das ist wichtiger, leidet unter der schlimmsten Dürre seit 50 Jahren. „Wenn die Getreidepreise steigen, haben Düngemittelproduzenten Potenzial nach oben“, sagt Ralf Oberbannscheidt vom New Yorker Vermögensverwalter Global Thematic Partners. Weil der Anbau profitabler wird, ordern Farmer mehr Dünger, was dessen Preis treibt. Die Schweizer Bank UBS rechnet für 2012 mit neun Prozent höheren Preisen für Kalidünger. Einer der Hauptprofiteure dürfte die Aktie der kanadischen Potash of Saskatchewan sein, die über die weltgrößten Lagerstätten an Kalisalzen verfügt.

Mehr Traktoren

Jörg Dehning, Agrarfondsmanager bei DJE Kapital, setzt auf Landmaschinenhersteller: „Die US-Farmer werden dieses Jahr mit geschätzt 112,5 Milliarden Dollar 23 Prozent mehr verdienen als im vergangenen Jahr.“ Zusatzeinnahmen investieren Farmer auch in neue Maschinen. Dehnings Favorit ist die amerikanische AGCO, die im ersten Quartal dieses Jahres 25 Prozent mehr Landmaschinen in Nordamerika als im Vorjahreszeitraum verkaufte. Anders als John Deere, Marktführer in den USA, hat AGCO keine Baumaschinensparte, die zuletzt schlechter lief als das Geschäft mit Landmaschinen.

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Weniger die Traktoren als die fehlende Infrastruktur sieht Oberbannscheidt als Problem der Landwirtschaft in den Schwellenländern. Ein Viertel der Ernte gehe bei Transport und Lagerung verloren. Er setzt daher auf Agrarlogistiker. Derzeit hält er unter anderem Archer Daniels Midland. Das US-Unternehmen transportiert Agrargüter, betreibt Verladestationen in Häfen und vermietet Lagerhäuser.

Infrastruktur lässt sich aufbauen, gutes Agrarland dagegen nicht vermehren. Entsprechend ziehen die Preise an. US-Farmland soll laut Landwirtschaftsministerium 2011 um gut sechs Prozent teurer werden. Die Chancen, als Privatanleger zu fairen Preisen direkt an Ackerland zu kommen, sind jedoch gering. „Auf dem deutschen Markt ist das Angebot knapp, die Preise entsprechend hoch, in Osteuropa und Südamerika fehlt es an Rechtssicherheit und Infrastruktur“, sagt Nils Arwed Schulze, Geschäftsführer von AgriWorld, einem Hamburger Farm-Investor. Eine Alternative sind Agraraktien. Die argentinische Cresud besitzt 24 Farmen mit 473.000 Hektar Land in Argentinien, Brasilien, Bolivien und Paraguay und produziert Getreide, Soja, Fleisch und Milch.

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