Aktie im Sturzflug: Analysten stellen bei Thomas Cook die Existenzfrage

Aktie im Sturzflug: Analysten stellen bei Thomas Cook die Existenzfrage

, aktualisiert 22. November 2011, 16:13 Uhr
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Die Aktien des Reiseveranstalters sind heute um über 70 Prozent gefallen.

Quelle:Handelsblatt Online

Schlechte Nachrichten lassen den Kurs abstürzen: Der Reiseveranstalter Thomas Cook braucht Kapital, die Geschäfte laufen schlecht, die Bilanz wird später vorgelegt. Nichts spricht zurzeit für eine Erholung.

DüsseldorfDie Ergebnisse von Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter sind noch schlechter als erwartet. Zur Wintersaison rutscht Thomas Cook weiter in die Krise. Nachdem bekannt gegeben wurde, dass das Unternehmen Gespräche mit Banken über höhere Kredite aufgenommen hat, brachen die Aktien am Dienstag an der Londoner Börse um über 70 Prozent ein. Damit erlitten sie im Tagesvergleich ihren größten Kursverlust aller Zeiten.

Der Reisekonzern hatte zuvor erklärt, dass die Geschäfte in einigen Bereichen zurückgegangen seien und man Probleme mit Bargeldreserven habe. Es gehe aber keinesfalls darum, dass man die bestehenden Kredite nicht zurückzahlen könne, hieß es. Vielmehr wolle man sich rüsten, falls die Lage weiterhin schwierig bleibe oder sogar noch schlimmer werde.

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Analyst dagegen stellen jetzt schon die Existenzfrage: James Hollins etwa von Evolution Securities sagte, es stelle sich die Frage, ob Thomas Cook langfristig überleben könne.

Das Unternehmen hatte auch die für diesen Donnerstag angesetzte Veröffentlichung von vorläufigen Jahresergebnissen verschoben. „In den vergangenen Monaten ist das Geschäft schlechter gelaufen, als wir vorausgesagt hatten“, sagte der Übergangs-Chef der Thomas Cook Group, Sam Weihagen, am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Auch bei den Schätzungen für die Zahlen der letzten drei Monate von 2011, was dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 entspricht, habe man nicht das erreicht, was man erwartet habe. Deshalb sollten die vorläufigen Jahresergebnisse 2010/11 erst dann präsentiert werden, wenn man Rücklagen vorlegen könne.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir von unseren Kreditgebern Unterstützung bekommen.“ Grund für die schlechten Geschäfte sei vor allem die Eurokrise und das derzeitige Klima in Europa. „Das regt nicht gerade die Nachfrage nach Urlaub an“, erklärte Weihagen. Zudem mache die Lage in Nordafrika dem Tourismus weiter zu schaffen. Vor allem in Frankreich sei der Markt eingebrochen. Probleme habe man außerdem in Russland. Wegen der Überschwemmungen in Thailand ging die Nachfrage für Reisen nach Bangkok zurück.

Die Ankündigungen vom Dienstag könnten Kunden abschrecken und auch zu Sorgen bei Lieferanten führen, warnte Wyn Ellis, Analyst von Numis Securities. Die Firma stehe in nächster Zeit vor großen Schwierigkeiten, was zu einem deutlichen Verlust von Marktanteilen führen könnte. Die Analysten von Panmure Gordon & Co. glauben, dass das Unternehmen einen "größeren Bargeld-Zufluss von den Aktionären" braucht Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) lag zuletzt bei 62,04.

Der Reisekonzern ist schon länger angeschlagen. Seit Jahresanfang ging es für die Aktie jedoch besonders stark abwärts. Während der Aktienkurs am ersten Januar noch bei knapp 200 britischen Pence stand, waren es am Dienstag gerade einmal 11 Pence. In den vergangenen drei Monaten hatten zehn Analysten die Aktie mit "Halten" bewertet. Jeweils vier sagten "Kaufen" oder "Verkaufen".

Auch seine Dividende musste Thomas Cook bereits streichen und mit seinen Banken über Kreditkonditionen neu verhandeln. Zudem gewährten die Geldgeber einen zusätzlichen kurzfristigen Kredit von 100 Millionen Pfund (116 Millionen Euro). Wegen der Krise musste im August Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa seinen Hut nehmen. Man sei auf der Suche nach einem Vorstand, so lange werde er aber weiter übergangsweise die
Geschäfte führen, sagte Weihagen. Medienberichte, denen zufolge Thomas Cook in Großbritannien rund 200 Reisebüros schließen und sechs Flugzeuge stilllegen will, wollte Weihagen nicht kommentieren. Um eine mögliche feindliche Übernahme mache man sich derzeit keine Gedanken. „Aber wir sind eine Aktiengesellschaft. Alles ist möglich.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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