Aktie unter Druck: Rekordergebnis nützt VW-Aktionären nichts

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Aktie unter Druck: Rekordergebnis nützt VW-Aktionären nichts

, aktualisiert 13. März 2014, 11:20 Uhr
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2014 dürfte zum Test für die VW-Aktie werden.

von Sebastian Kirsch

VW-Anleger vermissen Innovationen und eine Strategie in den USA. Trotz guter Ergebnisse für 2013 setzt das die Aktie unter Druck. Dabei steht dahinter ein solides Unternehmen.

Vor drei Jahren schien die Welt noch in Ordnung. Volkswagen machte sich in den USA mit einem Werbespot in der Halbzeit des Superbowl zur Legende: Ein kleiner Junge, verkleidet als Darth Vader, glaubt den 2012er VW-Passat seines Vaters mit übermenschlicher Kraft zum Leben zu erwecken.

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Doch mittlerweile überzeugen weder die VW-Werbespots zum Superbowl, noch die Fahrzeuge in den USA. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach im Januar gar davon, dass die USA-Geschäfte des Wolfsburger Konzerns  eine „Katastrophenveranstaltung“ seien.

Die Strategie komme zentralistisch aus Wolfsburg, gehe an den Anforderungen des nordamerikanischen Marktes vorbei.

Dort bieten General Motors und Toyota günstigere Preise und verkaufen schlicht und einfach mehr Autos als Volkswagen. VW hatte 2013 in den USA nur einen Marktanteil von 3,6  Prozent – inklusive Audi.

Zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2013 steht die Volkswagen-Aktie jetzt unter Druck. Zu viele offene Baustellen im Konzern lassen den Kurs pendeln, seit Anfang des Jahres zwischen 183 Euro und 204 Euro.

Dabei erzielte VW 2013 bessere Ergebnisse als erhofft - 197 Milliarden Euro Umsatzerlöse und einen neuen Rekord beim operativen Ergebnis mit 11,6 Milliarden. Der Lichtblick für Aktionäre: Sie sollen vom Ergebnis profitieren und mit 4,06 pro Vorzugsaktie 50 Cent mehr Dividende erhalten als im Vorjahr. Zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts konnte die Aktie am Morgen um vier Prozent zulegen. Das dürfte auf eine Einschätzung von Vorstandschef Martin Winterkorn zurückzuführen sein: VW erwartet, schon in diesem Jahr die zehn Millionen Marke zu knacken. Eigentlich war erst bis 2018 geplant jährlich mehr als zehn Millionen Autos zu verkaufen.

Trotz dieser Erfolgsmeldung gibt ein Posten der heute vorgestellten Bilanz Grund zur Sorge: Die Kernmarke Volkswagen PKW brach beim operativen Ergebnis 2013 ein – um 20 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro. Das leichte Plus beim operativen Konzernergebnis kommt vor allem durch die guten Absätze der Marke Porsche zustande, sie trug fast ein Viertel zum Gesamtergebnis bei. Alle anderen Marken enttäuschten.

Aber Anleger und Analysten beäugen skeptisch die Aussichten für 2014. Schien die wichtige 200-Euro-Marke Ende 2013 im Aufwärtstrend noch wie selbstverständlich zu fallen, rückt sie jetzt in weite Ferne.

Denn die Wolfsburger kämpfen an mehreren Fronten gegen ihre deutsche und internationale Konkurrenz an: Mercedes drängt mit seiner Modelloffensive auf den umkämpften US-Markt. Die Elektro-Zukunft scheint an Volkswagen vorbeizugehen – Tesla investiert massiv, auch BMW versucht sich mit seiner i-Serie. In Wolfsburg dagegen sträubt man sich gegenüber dieser Technologie. Obwohl mit dem e-Up und e-Golf zwei elektrische Kleinwagen im Angebot stehen.

VW-Aufsichtsratschef Piëch schoss aber auf dem Genfer Autosalon gegen Tesla, man baue keine brennenden Autos. (Eine Anspielung auf brennende Batterien in einigen Tesla-Wagen.) Und Konzernchef Martin Winterkorn bestätigt: die Zukunft sehe man bei VW in Hybrid-Autos.

VW übertrifft Ziele Renditeperle Porsche macht den Unterschied

Die Gewinnmaschine Volkswagen läuft weiter wie geölt: 2013 machte der Konzern rechnerisch jeden einzelnen Tag rund 32 Millionen Euro Ertrag vor Zinsen und Steuern. Für 2014 gelten bei VW jedoch nur verhaltene Erwartungen.

Volkswagen Logos auf neun VW-Fahrzeugen mit unterschiedlichen Karosseriefarben Quelle: dpa

Das wirkt auf Investoren wenig visionär. Doch die größte Enttäuschung aus Börsensicht: Die Kosteneinsparungen aus dem modularen Querbaukasten scheinen niedriger auszufallen als von VW erwartet, oder lassen weiter auf sich warten. Erste Investoren bezweifeln, dass sich die Verwendung gleicher Bauteile für die verschiedenen Volkswagen-Marken wie VW, Skoda und Audi überhaupt auszahlen wird.

Zudem wird der starke Euro für Volkswagen zum Problem, befeuert die Absatzkrise in den Schwellenländern wie Russland und Brasilien zusätzlich. Selbst der chinesische Markt bietet den Autobauern geringere Wachstumsaussichten.

Auch die Konzerntöchter können wenig Hilfe für das Wolfsburger Mutterhaus leisten: Audi verzeichnete 2013 zwar einen Absatzrekord, verkaufte über 1,5 Millionen Autos. Der Reingewinn schrumpfte aber um acht Prozent auf gut vier Milliarden Euro. Und auch Lastwagenbauer MAN bedrückt den VW-Konzern – mit einem Verlust von über 524 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

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