Aktien: Anleger nehmen Kurs auf Südamerika

Aktien: Anleger nehmen Kurs auf Südamerika

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Eike Batista, Brasilianer mit deutschem Pass, gehört zu den reichsten Männern der Welt.

von Alexander Busch

Die Börse in São Paulo überzeugte die Anleger zuletzt nur wenig. Risikobereiten Investoren bieten sich dort aber gerade jetzt interessante Aktien. Wo man außerdem auf Schnäppchenjagd gehen sollte.

Einem der reichsten Deutschen folgen mehr als eine Million Menschen auf Twitter, er segelt gerne vor Rio de Janeiro, und er schafft es regelmäßig auf die Titel der wichtigsten Blätter Südamerikas. „Eike, wann lieferst du endlich die Ergebnisse, die du versprichst?“, hatte etwa im März das brasilianische Wirtschaftsmagazin „Época Negócios“ auf der Titelseite gefragt. Eike Batista, Brasilianer mit deutschem Pass, antwortete prompt. „Wann rückt Ihr endlich die Namen von denen heraus, die mich kritisieren?“ giftete er per Twitter zurück – und zeigte damit, wie dünnhäutig der einst so wagemutige, immer noch 20 Milliarden Dollar schwere Investor inzwischen geworden ist.

Nicht per Twitter oder Konferenzschalte wie sonst, sondern in dürren Worten verkündete Brasiliens Milliardär Eike Batista jetzt der Börsenaufsicht in São Paulo, dass er seinen Logistikkonzern LLX von der Börse nehmen will. Den Grund für den überraschenden Strategiewechsel lieferte die sonst so leutselige Nummer acht unter den Reichen weltweit nicht. Doch der liegt auf der Hand: Batista nervt, dass ihm ständig vorgehalten wird, sein Bergbau-Energie-Logistik-Imperium bestehe nur aus heißer Luft.

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Verbrauchtes Vertrauen

Denn mit den Krisen in Europa und den USA, dem schwächeren Wachstum in China und sinkenden Öl- wie Erzpreisen ist Batistas Vertrauensvorschuss unter den Investoren aufgebraucht: Als sein Ölkonzern OGX – das X in den Namen seiner sechs börsennotierten Firmen soll die Multiplikation des Reichtums symbolisieren – Ende Juni die Tagesförderung auf nur ein Drittel des erwarteten Volumens korrigieren musste, crashte die Aktie um 66 Prozent. Analysten wie die der Deutschen Bank reduzierten das Kursziel von neun auf zwei Dollar und raten zum Verkauf der Aktie.

BRIC-Boom Mit Aktien richtig in Schwellenländer investieren

Papiere aus Asien und Lateinamerika sind riskant, wie der jüngste Einbruch der dortigen Börsen beweist. Anleger können aber trotzdem mit Aktien global operierender Konzerne profititeren.

Quelle: dpa

Der Börsenwert von Batistas Imperium hat sich seit Ende 2010 mehr als halbiert. Darunter leiden Südamerikas Börsen, insbesondere die Brasiliens: Der Bovespa Index pendelt nach einem steilen Anstieg bis März nun wieder um sein Jahresanfangsniveau. Im Gegensatz zu vielen anderen Börsen schicken sich Südamerikas Märkte nicht an, die Frühjahrsverluste wieder wettzumachen. Noch nicht. Denn einige Papiere, darunter auch Batista-Beteiligungen, könnten eine Aufholjagd beginnen.

„Brasilien ist nicht mehr der Liebling der Finanzinvestoren unter den BRIC-Staaten“, sagt Karina Litvack, Brasilien-Expertin und Direktorin beim britischen Foreign & Colonial Fund. „Das Wohlwollen der Investoren gegenüber Brasilien verflüchtigt sich gerade.“ Der Bovespa zählt dieses Jahr zu den Aktienmärkten, die, in Dollar gerechnet, weltweit am schlechtesten abschneiden. Die Aktien einstiger Börsenstars wie Petrobras oder Vale dümpeln seit Jahren vor sich hin. Die Industrie des Landes stagniert seit Anfang 2011. Brasilien wird dieses Jahr weniger als zwei Prozent Wirtschaftswachstum hinlegen, nach bereits mageren drei Prozent im vergangenen Jahr – sehr bescheiden für eines der BRIC-Länder, das ja ein Kraftprotz der Weltwirtschaft sein will.

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