Aktientipp - Carrefour: Großaktionär will die Wende – und mehr Geld
Nach mehr als 25 Milliarden Euro Börsenwertverlust binnen fünf Jahren startet der französische Einzelhandelskonzern Carrefour den Turnaround. Richten soll es Georges Plassat, mit 64 Jahren ein alter Fahrensmann, der das Einzelhandelsgeschäft von der Pike auf gelernt hat und dem der Ruf eines harten Sanierers vorauseilt.
Carrefour, mit 9500 Handels- und Supermärkten der zweitgrößte Einzelhandelskonzern der Welt, kann eine Grundüberholung gut gebrauchen. Im Kernmarkt Frankreich, in dem Carrefour mehr als 40 Prozent seines Umsatzes macht, ging die Strategie schief, das Sortiment zu erweitern – etwa mit Möbeln. International wollte Carrefour bisher in vielen Ländern mitspielen, das kostete aber mehr, als es einbrachte.
Aktientipp: Kursverlauf der Carrefour-Aktie
Kurs/Stoppkurs (in Euro): 16,95/14,40
KGV (2012/2013): 12,9/11,6
Chance-/Risikoverhältnis (max: 10): 6/5
Kurs/Stoppkurs (in Euro): 16,95/14,40
KGV (2012/2013): 12,9/11,6
Chance-/Risikoverhältnis (max: 10): 6/5
Plassat will sich nun auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: auf das Kerngeschäft in Frankreich, in dem überflüssige Angebote gestrichen werden und die Kosten sinken sollen; und auf große Schwellenländer, vor allem Brasilien und China, in denen Carrefour schon jetzt zum Teil zweistellig zulegt. Aus Griechenland und wahrscheinlich auch aus Indonesien und Polen zieht sich Carrefour zurück. In der Hauptverwaltung dürfte jede zehnte der insgesamt 7000 Stellen gestrichen werden. Die Nettoschulden, die 2011 von acht auf knapp sieben Milliarden Euro zurückgingen, sollen weiter gesenkt werden – etwa durch Erlöse aus Beteiligungsverkäufen.
10 Tipps für Börseneinsteiger
Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse
Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?
Gier ist nicht immer gut
Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.
Nur kaufen, was man versteht
Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.
Bankgebühren beachten
Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.
Auf die Mischung achten
Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.
Mischung bei Fonds und Zertifikaten
Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.
Regelmäßige Überprüfung
Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?
Qualität hinterfragen
Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.
Verluste begrenzen
Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.
Einen kühlen Kopf bewahren
Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.
Nachdem Carrefour im zweiten Quartal mit 21,7 Milliarden Euro Umsatz (minus 0,3 Prozent) besser als erwartet abgeschnitten hat, sind bis Jahresende mehr als 80 Milliarden Euro Geschäftsvolumen realistisch. Vor Zinsen und Steuern sollten gut zwei Milliarden Euro bleiben. Netto könnten das etwa 900 Millionen Euro werden, rund 1,30 Euro je Aktie. Die letztjährige Dividende (52 Cent je Aktie) dürfte damit gesichert sein. Kommt der Turnaround wie geplant voran, sollte die Ausschüttung (wie in guten Jahren üblich) dann wieder auf über einen Euro je Aktie klettern. Darauf dürften nicht zuletzt die mächtigen Carrefour-Großaktionäre drängen, allen voran Multimilliardär Bernard Arnault, der zusammen mit dem befreundeten US-Investor Colony 16 Prozent der Carrefour-Aktien besitzt.
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