Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Die Aktie des französischen Energiekonzerns GdF Suez ist reif für eine Wende und stellt attraktive Chancen für Anleger dar. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp - GdF Suez: Wende-Spekulation und fünf Prozent obendrauf

Mehr als 14 Milliarden Euro schrieb der französische Energiekonzern GdF Suez im vergangenen Jahr ab, weil seine Gaskraftwerke angesichts subventionierten Ökostroms nicht mehr rentabel produzieren. Netto blieben 9,7 Milliarden Euro Verlust. Doch nach diesem Schnitt sind GdF-Aktien reif für die Wende.

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GdF rechnet in Europa zwar auf absehbare Zeit mit niedrigen Stromhandelspreisen und wegen der schwachen Konjunktur mit einer gedämpften Nachfrage; im internationalen Geschäft jedoch legen die Franzosen zu. Neue Kraftwerke in Brasilien, Peru und Thailand erhöhten den Gewinn im außereuropäischen Geschäft um vier Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. In den USA steigt der Absatz von Flüssiggas. Bisher macht GdF ein Fünftel seines Umsatzes außerhalb Europas.

Ein weiterer Wachstumsmarkt, der jährlich um drei Prozent zulegt, sind Dienstleistungen für den effizienten Einsatz von Energie. In Europa ist GdF hier schon führend. Soeben übernahmen die Franzosen die amerikanische Ecova, einen Energieberater für Unternehmen mit 700.000 Strom- und Gaskunden.

Bilanzbegriffe und was sie bedeuten

  • HGB, IFRS, IASB, US-GAAP

    HGB steht für Handelsgesetzbuch. Nach dessen Vorschriften müssen Unternehmen in Deutschland ihren Jahresabschluss vorlegen. Der Abschluss nach HGB ist für die auszuschüttenden Dividenden und die Steuerrechnung maßgeblich. Die internationalen Rechnungslegungsstandards nach IFRS, nach denen große Kapitalgesellschaften ihre Konzernbilanz aufstellen müssen, orientieren sich eher an den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften nach US-GAAP. Die internationalen Regeln machen Konzernabschlüsse grundsätzlich besser vergleichbar, folgen aber anderen Grundsätzen, zum Beispiel bei der Bewertung von Unternehmenskäufen oder anderen Vermögenswerten. Leider werden die IFRS-Regeln deutlich häufiger vom International Accounting Standards Board (IASB) geändert, als dies bei den HGB-Vorschriften im deutschen Rechtsystem der Fall ist.

  • Aktiva

    Die in eine Unternehmung eingebrachten (investierten), auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte, vor allem Grundstücke, Gebäude, Maschinen und maschinelle Anlagen, Beteiligungen, Vorräte, Forderungen etc. Grundsätzlich sind die Unternehmen verpflichtet, entgeltlich erworbene Vermögenswerte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Der Wertminderung unterliegende Vermögensteile müssen während ihrer Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Aktivseite informiert über die Mittelverwendung, also in welchen Werten das beschaffte Kapital investiert ist. Aus der Zusammensetzung der Aktivseite können - begrenzt - Schlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmung gezogen werden, bei Gegenüberstellung zur Passivseite gegebenenfalls auch auf die Zahlungsbereitschaft.

  • Passiva, Passiven

    Die auf der rechten Seite der Bilanz stehenden Bilanzpositionen, im Wesentlichen Eigenkapital und Verbindlichkeiten. Die Passivseite der Bilanz zeigt die Quellen, aus denen ein Unternehmen finanziert wird.

  • Umsatzrendite

    Die Umsatzrendite beschreibt das Verhältnis von Gewinn und Umsatz eines Unternehmens. Sie beschreibt, welchen Teil des Umsatzes das Unternehmen als Gewinn verbuchen kann. Der Gewinn eines Unternehmens ist jedoch Schwankungen unterworfen (z.B. Branchenabhängigkeit, Produktabhängigkeit), die eine genaue Bestimmung der Rentabilität erschweren können. Die Umsatzrendite eignet sich vor allem für unternehmensinterne Vergleiche. Sie gibt Aufschluss darüber, welche Rendite die verschiedenen Geschäftsbereiche eines Konzerns erwirtschaftet haben.

  • Eigenkapital (EK)

    Der Bestand an Kapital einer Unternehmung kann aus zwei Quellen zugeführt worden sein: Vermögen der Eigentümer durch: Einzahlung der Unternehmer, Einbehaltung angefallener Gewinne, also Selbstfinanzierung; Vermögen Dritter. Eigenkapital in weitester Deutung sind sämtliche den Gläubigern einer Unternehmung haftenden Mittel, also auch z.B. das Privatvermögen eines voll haftenden Gesellschafters. In engerer Fassung wird unter Eigenkapital das bilanzielle Eigenkapital verstanden, das als Residualgröße aus den übrigen Positionen der Bilanz ermittelt werden kann, wodurch sich die Abhängigkeit des Kapitalausweises von den Bewertungen der Bilanzposten erklärt. Rechnerisch ergibt sich seine Höhe aus der Gleichung: Eigenkapital = Vermögen (Aktivseite der Bilanz) - Schulden - Einlageneinbehaltene Gewinne - Entnahmen - eingetretene Verluste

  • Eigenkapitalquote

    Die Eigenkapitalquote beschreibt die Beziehung zwischen Eigen- und Gesamtkapital. Dazu wird das auf der Passiva-Seite einer Bilanz ausgewiesene Kapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Je mehr Eigenkapital ein Unternehmen zur Verfügung hat, desto besser ist in der Regel die Bonität eines Unternehmens, desto höher ist die finanzielle Stabilität und desto unabhängiger ist das Unternehmen von Fremdkapitalgebern. Da Eigenkapital jedoch teurer ist als Fremdkapital belastet eine hohe Eigenkapitalquote die Rendite auf das eingesetzte Kapital.

  • Dividende

    Als Dividende bezeichnet man den Anteil am Gewinn, der je Aktie vom Unternehmen ausgeschüttet wird. Die Hauptversammlung beschließt nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Höhe. Die Dividende ist immer vom Bilanzgewinn abhängig und kann daher schwanken oder auch ganz ausfallen, etwa wenn die Ertragslage schlecht ist. Sie kann sogar aus den Rücklagen finanziert werden, wenn die Unternehmensgewinne nicht ausreichen.

  • Equity-Methode

    Die Equity-Methode kommt bei der Bilanzierung von Unternehmensbeteiligungen zum Einsatz, an denen der Konzern weniger als 50 Prozent der Anteile hält. Dabei wird der Umfang der Beteiligung am Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft als Grundlage genommen, um den bilanziellen Anteil an Vermögenswerten in der Konzernbilanz abzubilden. Die wesentliche Größe ist dabei der anteilige Anspruch auf den Gewinn, der dem Konzern aus der Beteiligung zusteht. 100-prozentige Tochterunternehmen sind in einer Konzernbilanz hingegen unsichtbar, weil sie in den regulären Bilanzposten enthalten sind.

  • Fair Value

    Während nach HGB in vielen Fällen die Anschaffungskosten von Finanz- und Sachanlagen in die Bilanz einflossen, fordert die Bilanzierung nach IFRS vorrangig eine Bewertung, die sich an den Marktpreisen orientiert. Existiert für diese Vermögenswerte kein Markt, wird der Bar- oder Zeitwert einer Vermögensposition durch die abgezinsten, monetären Vorteile, die dem Konzern bis weit in die Zukunft daraus erwachsen, durch finanzmathematische Verfahren und aufgrund von Schätzungen im Finanzplan ermittelt. Diese Bewertung nach Fair Value soll ein realistischeres Bild von Vermögenswerten liefern, als die puren Anschaffungspreise.

  • Goodwill

    Goodwill ist der immaterielle Wert eines Unternehmens, z.B. Patente - daher auch Firmenwert genannt. Der gesamte Unternehmenswert setzt sich zusammen aus dem Substanzwert (Maschinen, Gebäude, Stille Reserven etc.) plus Goodwill. Ein negativer Firmenwert wird als Badwill bezeichnet. Der Firmenwert entspricht dem Ertragswert abzüglich des Substanzwertes eines Unternehmens.

  • Latente Steuern

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Latente Steuern sind noch nicht entstandene Steuervor- und nachteile. Zumeist sind sie in nennenswerter Höhe unter den Aktiva einer Bilanz zu finden. Dabei handelt es sich überwiegend um sogenannte Verlustvorträge, die einer Steuerersparnis entsprechen. Macht ein Unternehmen Verlust, erwartet aber in Zukunft wieder Gewinne, können die bereits entstandenen Verluste die Steuerlast in den kommenden Jahren mindern. Die dann zu erwartende Steuerersparnis können Konzerne laut IFRS als Vermögenswert in der Bilanz ansetzen. Diese verbessern das Konzernergebnis, obwohl sie davon abhängen, dass ein Unternehmen den Weg in geplantem Umfang zurück in die Gewinnzone schafft. Passive latente Steuern sind entsprechend Steuerschulden, die erst in der Zukunft entstehen. Macht ein Konzern Verlust, bilanziert aber keine aktiven latenten Steuern, bedeutet das im Umkehrschluss, dass der Wirtschaftsprüfer nicht an einen Rückkehr in die Gewinnzone glaubt.

  • Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

    Im Zuge einer Unternehmenssanierung trennen sich Konzerne oftmals von ganzen Geschäftsbereichen. Um dem Leser einer Bilanz möglichst große Transparenz zu bieten, werden zum Verkauf stehende Geschäftsbereiche gesondert in der Bilanz aufgeführt. Damit wird die Bilanz um Unternehmensteile bereinigt, die in Zukunft wegfallen sollen. Gelingt der Verkauf jedoch nicht, kann das aber auch revidiert werden. Dann fließen die Bilanzgrößen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche zurück in die Bilanz.

  • Kapitalrücklage vs. Gewinnrücklage

    Kapital- und Gewinnrücklage unterscheiden sich in der Art ihrer Entstehung. Die Gewinnrücklage speist sich aus den Jahresüberschüssen der Vorjahre und sind quasi das Sparschwein eines Unternehmens. Die Kapitalrücklage hingegen speist sich aus Einzahlungen der Gesellschafter. Insbesondere für Mittelständler sind Kapitalrücklagen ein Steuersparmodell für die Eigentümer. Wie eine Schenkung an das Unternehmen lassen sich Gelder in der Bilanz parken, auf Beschluss der Eigentümer und er Geschäftsführung jedoch auch wieder auflösen. Aktienrückkäufe, wie sie zur Kurspflege derzeit bei vielen Börsenunternehmen beliebt sind, speisen sich zumeist aus Gewinn- und Kapitalrücklagen. Werden sie aus dem Handel genommen, senken sie in Höhe ihres Nominalwertes das gezeichnete Kapital, dass unter den Passiva zum Eigenkapital des Konzerns zählt.

  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

    Hinter den sperrigen Begriffen verbirgt sich nichts anderes, als das flüssige Geld in der Unternehmenskasse. Hierzu zählen insbesondere die jederzeit verfügbaren liquiden Mittel auf Firmenkonten, aber auch andere Zahlungsmittel breiter Akzeptanz, zum Beispiel Goldmünzen, oder Wertpapiere.

GdF kann sich solche Investitionen leisten, weil die finanzielle Lage derzeit gar nicht so schlecht ist. Im vergangenen Jahr kletterten die freien Mittel aus dem laufenden Geschäft auf 7,8 Milliarden Euro. Die Nettoschulden, Ende 2012 noch 44 Milliarden Euro, gingen auf knapp 30 Milliarden zurück. Bis Jahresende sollen sie nicht über dem 2,2-Fachen des operativen Gewinns liegen. Das wären bei einem absehbaren Ebitda von gut zwölf Milliarden Euro etwa 27 Milliarden Euro Schulden. Dagegen stehen auch nach den hohen Abschreibungen des vergangenen Jahres mehr als 50 Milliarden Euro Eigenkapital in den Büchern, ein Drittel der Bilanzsumme. GdF sollte damit sein aktuelles A-Rating verteidigen, immerhin mittlerer Investmentgrade.

Für dieses Jahr peilt GdF einen Nettogewinn von 3,3 bis 3,7 Milliarden Euro an. Da die Franzosen weiterhin von gedrückten Strompreisen ausgehen, ist diese Prognose nicht zu hoch gegriffen. Rund 70 Prozent des Nettogewinns sollen an Dividende ausgeschüttet werden. Vorsichtig gerechnet ergäbe das rund einen Euro pro Anteil. Das wären bei Kursen um 20 Euro etwa fünf Prozent Rendite.

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