Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

von Anton Riedl, Frank Doll und Heike Schwerdtfeger

Die Branche der optischen Technologien sieht einer positiven Zukunft entgegen. Auch wenn sich die Aktien von Jenoptik erst wieder stabilisieren müssen, könnten Anleger bald von einer Wende profitieren. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: Jenoptik - Wieder Wende-Hoffnung in Thüringen

Der TecDax-Wert Jenoptik schraubt seine Jahresziele herunter – und der Aktienkurs reagiert darauf mit einem Sturz. Dass Großaktionär Ergo, Erstversicherungsableger der Münchener Rück, bereits im Frühjahr zu höheren Kursen ausgestiegen war, mag Anlegern auch nicht geschmeckt haben. Dazu kommt ein echter Nachteil für das Thüringer Unternehmen: die Exportrestriktionen wegen des Kriegs in der Ukraine. Zulieferungen für die Rüstungsindustrie (etwa optische Stabilisierungssysteme für Panzerkanonen) sind für Jenoptik ein wichtiges Geschäft. Dennoch, auch wenn sich Jenoptik-Aktien erst wieder stabilisieren müssen, sind sie ein vielversprechendes High-Tech-Investment.

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10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Den wichtigen Kundenbranchen von Jenoptik geht es nicht schlecht: Die Halbleiterindustrie profitiert vom Boom der mobilen Kommunikation; in der Luftfahrt steigt der Bedarf an neuen Maschinen; in der Autoindustrie sind in diesem Jahr drei bis vier Prozent Wachstum möglich; in der Verkehrstechnik werden zunehmend optische Überwachungssysteme eingesetzt. Und ob der Bedarf an Sicherheits- und Wehrtechnik angesichts der aktuellen Krisenherde tatsächlich rückläufig ist, dürfte zweifelhaft sein. Insgesamt rechnet der Branchenverband der optischen Technologien Spectaris in diesem Jahr mit sieben Prozent Wachstum.

Ähnlich könnte auch Jenoptik zulegen. Im ersten Halbjahr kamen für 315 Millionen Euro neue Aufträge herein; elf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Auftragsbestand liegt mit 438 Millionen Euro sieben Prozent über Jahresanfang. Nach 600 Millionen Euro Umsatz 2013 kann Jenoptik in diesem Jahr an die 640 Millionen erzielen.

Die Gewinne sind stabil. Im ersten Halbjahr zog die Nettomarge (Reingewinn vom Umsatz) leicht an. Selbst wenn sie im Jahresverlauf gleich bleibt, ergäbe das an die 50 Millionen Euro Nettogewinn. Je Aktie wären das mehr als 80 Cent.

Jenoptik-Aktien haben damit eine gute Chance, sich bei Kursen zwischen 8 und 10 Euro zu stabilisieren. Dass Jenoptik mit einer Eigenkapitalquote von 56 Prozent solide finanziert ist, macht die Aktie erst recht zu einem Wende-Wert.

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