Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

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Die große Anzeige in der Börse in Frankfurt am Main.

von Frank Doll, Florian Zerfaß und Heike Schwerdtfeger

Der Spezialchemiker Lanxess stabilisiert sich und beim französischen Yachtbauers Beneteau wird die Abwärtstrendlinie unterbrochen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: Groupe SEB - Made in Germany auf Französisch

Gegründet wurde der weltweit führende Hersteller von Elektro-Kleingeräten für Küche und Haushalt 1857 durch den Kesselflicker Antoine Lescure in Selongey, einer Gemeinde im Burgund. An der Börse kommt die Société d’Emboutissage de Bourgogne (SEB) auf einen Marktwert von 4,3 Milliarden Euro. Die Nachfahren des Gründers kontrollieren noch heute die Mehrheit der Stimmrechte. Bekannter als der Unternehmensname sind die seit Ende der Sechzigerjahre zugekauften Marken, darunter zwei mit deutschen Wurzeln, Rowenta (1988) und Krups (2002). Hierzulande bekannt sind auch die SEB-Marken Tefal und Moulinex. Insgesamt umfasst das Portfolio 22 Marken. Die Franzosen, die ihren Hauptsitz 1975 nach Écully in die Nähe von Lyon verlegt haben, produzieren in 120 Ländern. 25 000 Mitarbeiter sorgten 2014 für 4,25 Milliarden Euro Umsatz und 368 Millionen Euro Betriebsgewinn. Das Management will jede Marke umbauen zu einer Spezialmarke, mit der Verbraucher Kernkompetenzen verbinden.

Die jeweilige Produktpalette soll sich auf maximal zwei Anwendungsgebiete konzentrieren, also etwa Krups auf Kaffee und Küchenhelfer. SEB kommt auf acht Prozent Weltmarktanteil. Der Markt ist also noch stark fragmentiert. Das bietet zusätzliche Expansionschancen über Zukäufe. Am 23. Juli werden Halbjahreszahlen präsentiert. Im ersten Quartal zogen die Erlöse um 9,4 Prozent an auf 1,09 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn um 84 Prozent auf 92 Millionen Euro. Geht es weiter wie zum Start ins Jahr, sollte sich der Aufwärtstrend verfestigen.

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Anleihetipp: Kraft Heinz - Mehr Rendite mit Ketchup und Greenback

Anfang des Monats haben sich die USLebensmittelriesen Kraft Foods und H. J. Heinz zum weltweit fünftgrößten Lebensmittelkonzern und zur Nummer drei in Nordamerika zusammengeschlossen. Acht Marken des neu formierten Imperiums kommen auf jeweils mehr als eine Milliarde Dollar Jahresumsatz. Den Deal eingefädelt hat Starinvestor Warren Buffett. Dessen Holding Berkshire Hathaway hatte Heinz vor zwei Jahren gemeinsam mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G (Burger King) für 23 Milliarden Dollar übernommen und damals von der Börse genommen. Nun kehrt Heinz mit Kraft an die Börse zurück. Allein Buffetts Anteil ist jetzt 24 Milliarden Dollar schwer.

Kurs101,80 Prozent
Rendite3,206 Prozent
Laufzeit bis6.6.2022
WährungDollar
ISINUS50076QAZ90
Stand: 02.07.2015

Die Sanierungsspezialisten von 3G wollen bei Kraft Heinz jährlich 1,5 Milliarden Dollar sparen. Der neue Chef Bernardo Hees, den 3G zuvor an die Spitze von Heinz gehievt hatte, kündigte Einschnitte beim Personal an. Kraft Heinz startet bei der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) mit einer Bonitätsnote von BBB-. Das ist die unterste Stufe im Investmentbereich. Für Heinz bedeutet das ein Upgrade, für Kraft ein Downgrade. S&P-Kreditanalystin Bea Chiem schätzt die Nettoverschuldung auf 32 Milliarden Dollar. Weil multinationale Lebensmittelkonzerne aber vergleichsweise üppige Mittelzuflüsse einfahren, dürfte die Verschuldung nicht aus dem Ruder laufen, und die Schulden dürften weiter ordentlich bedient werden. Das gilt auch für eine rund zwei Milliarden Dollar schwere Anleihe von Kraft Foods, die 2012 begeben wurde und 2022 fällig wird. Das Papier wirft 3,2 Prozent Rendite ab, 1,3 Prozentpunkte mehr als US-Staatsanleihen mit gleicher Restlaufzeit. Die Stückelung von 2000 Dollar macht das Papier auch für Privatanleger interessant. Da der Dollar vermutlich die stärkste Währung bleiben wird – zumindest stärker als der Euro –, lockt eine Zusatzrendite über Währungsgewinne.


Fondstipp: IIV Mikrofinanzfonds R - Wirtschaft fördern und zwei Prozent kassieren

Krisen in den Schwellenländern sind immer eine Einladung, dort zu investieren. Als die US-Notenbank 2013 ankündigte, ihre Anleihekäufe und damit die Liquiditätsversorgung der Märkte zurückzufahren, ging es abwärts. Wer damals in Rentenfonds investierte, die Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern mischen, gewann 50 Prozent. Das gilt allerdings nur für Fonds, die auf Dollar oder Euro lautende Anleihen kaufen. Die Krisenmuster sind immer gleich: Weil Investoren flüchten, fällt die Währung des Landes, die Zinsen schießen nach oben, weil Anleger Ausgleich für gestiegenes Risiko fordern – und die Anleihekurse fallen. An illiquidere Lokalwährungsanleihen wagen sich wenige. Unter den Währungsturbulenzen leiden auch die Mikrofinanzfonds, deren Zwölf-Monats- Performance durch Währungsabsicherungskosten gedrückt wird. Fonds wie der IIV Mikrofinanzfonds R vergeben Darlehen an Mikrofinanzinstitute (MFI), die das Geld wiederum an Kleinunternehmer verleihen.

Seine 160 Millionen Euro von Anlegern investiert der Fonds derzeit in insgesamt 15 Ländern, am meisten entfällt auf Ecuador, Kambodscha, Tadschikistan und Georgien. Die MFI liegen meist in abgelegenen Winkeln, wo man keine kommerziellen Banken findet. Edda Schröder, die den Fonds 2011 an den Markt gebracht hat, besucht viele MFI vor Ort. Im Schnitt gibt sie pro MFI 1,5 Millionen Euro als Darlehen. Sie würde eigentlich gern mehr in Afrika investieren. Doch auch hier erschweren derzeit die Währungsturbulenzen Investments. In Ghana läuft gerade die aufwendige Investmentprüfung, eine Vertragsunterzeichnung steht an. Was Schröder stets beeindruckt: „Geldwäschevorschriften und Formalitäten werden bei vielen MFI streng eingehalten.“ Zahlungsausfälle sind relativ selten, aus Skandalen hat die Branche gelernt. Zwischen zwei und vier Prozent Rendite können Anleger auf lange Sicht erwarten. Der Fonds zahlt Gelder allerdings nur quartalsweise zurück und nicht täglich.

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