Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Bild vergrößern

Gewinn mit Substanz: Chemisches Labor bei Roche in Basel

von Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Roche mit starken Produktinnovationen, Kaufgelegenheit für die Microsoft-Aktie und Papiere der Porsche-Holding sind gerade unterbewertet. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: Roche - Gesunde Basis für den großen Trend

In diesem Jahr dürften drei Medikamente des Schweizer Pharmakonzerns Roche jeweils mehr als fünf Milliarden Franken Umsatz erzielen: Herceptin, Avastin und Mabthera, alle gegen Krebs. Mit 25 Milliarden Franken Jahresumsatz und acht Prozent Wachstum ist Roche bei Medikamenten gegen Krebs mit Abstand die Nummer eins. Zwei neue Roche-Präparate (gegen Blasenkrebs und gegen Lungenkrebs) hat die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA vor Kurzem als Therapiedurchbruch bezeichnet. Kein anderer Pharmakonzern bekam in den vergangenen zwei Jahren diese Auszeichnung so häufig wie Roche.

Elf neue Wirkstoffe hat Roche in der Entwicklungsphase drei, die der Markteinführung direkt vorangeht. Neben Mittel gegen Krebs sind das Arzneien gegen die Nervenkrankheit Multiple Sklerose und gegen Augenleiden. Bei einem Präparat gegen Alzheimer, dessen Entwicklung 2014 abgebrochen wurde, könnten positive Studienergebnisse des Konkurrenten Biogen dazu führen, dass auch Roche weiter forscht. Der Bedarf ist enorm. Die Gesundheitsorganisation WHO rechnet damit, dass sich die Zahl demenzkranker Menschen bis 2025 auf 100 Millionen verdreifacht. Roche dürfte in diesem Jahr den Umsatz auf 48 Milliarden Franken etwas erhöhen. Entscheidend für den großen Aufwärtstrend der Aktie aber ist, dass Roche seit Jahren bei der Entwicklung wichtiger Medikamente gegen schwere Krankheiten führend ist. Nur so lässt sich die hohe Nettomarge (Reingewinn vom Umsatz) von 25 Prozent erzielen.

Anzeige

Aktientipp: Microsoft - Vom Handy-Schock zum System-Gewinn

Abschreibungen auf die im vergangenen Jahr gekaufte Handysparte von Nokia und ein schwaches Geschäft mit dem alten Betriebssystem Windows bescherten Microsoft im Frühjahr mit 3,2 Milliarden Dollar den größten Quartalsverlust seiner Geschichte. Die Aktie steht seitdem unter Druck. Für strategische Investoren ist das eine Kaufgelegenheit.

8,4 Milliarden Dollar kostete Microsoft die fehlgeschlagene Handyexpansion, Abschreibungen und Kosten für Stellenstreichungen zusammengenommen. Ex-Chef Steve Ballmer, der den Kauf der Finnen eingefädelt hatte, wollte Microsoft damit in Richtung Geräte und Dienste erweitern. Nun ist das Handyabenteuer beendet, die nächsten Quartale werden nicht mehr von solchen Abschreibungen gedrückt. Dass Microsoft ohne die Nokia Verluste im vergangenen Quartal netto fünf Milliarden Dollar verdient hat, zeigt die Power des Softwareimperiums. Dabei steht der wichtigste Gewinnbringer erst neu am Start: das Betriebssystem Windows. Nach dem wenig erfolgreichen Vorgänger hat Microsoft die neue Version so konzipiert, dass sie auf möglichst vielen Geräten läuft, auf Computern, Smartphones, Tablets, Spielkonsolen und großen Servern. Dank einer kostenlosen Einführungsphase dürfte sich das neue Windows schnell verbreiten. In zwei bis drei Jahren, so der Plan von Konzernlenker Satya Nadella, soll es auf bis zu einer Milliarde Geräten laufen. Alle Versionen zusammengerechnet, nutzen derzeit 1,5 Milliarden Menschen Windows-Programme. Das neue Windows trägt auch dazu bei, dass das von Nadella aufgebaute Cloud-Geschäft gut läuft. Hier werden Programme via Internet abgerufen. Geht es im bisherigen Wachstumstempo weiter, kann sich der Jahresumsatz dieser Sparte bis 2018 mehr als verdoppeln und 20 Milliarden Dollar erreichen.

Aktientipp: Porsche Holding - Milliardenvorteil dank Familienbande

Wer Aktien der Porsche-Holding (PSE) kauft, ist nicht direkt am Stuttgarter Autobauer Porsche beteiligt. Vielmehr ist PSE ein Beteiligungsunternehmen, dessen wesentliches Asset derzeit 31,5 Prozent am Autokonzern VW ist – und davon wiederum sind Porsche-Fahrzeuge nur eine von zwölf Marken. 30 Milliarden Euro ist derzeit das VW-Paket von PSE wert. Dazu kommen noch etwa zwei Milliarden Nettoliquidität in der PSE-Bilanz. Das ergibt zunächst einen Wert von 32 Milliarden. An der Börse notiert sind 153 Millionen PSE-Vorzugsaktien, Gesamtpreis derzeit etwa elf Milliarden Euro. Die gleiche Zahl von PSE-Stammaktien liegt in den Händen der Familien Porsche und Piëch sowie zu einem kleinen Teil beim Wüstenstaat Qatar. Wenn man diese nicht börsennotierten Stämme zum gleichen Preis wie die Vorzüge ansetzt, käme PSE auf 22 Milliarden Euro Börsenwert – zehn Milliarden weniger als die VW-Aktien und die Kasse.

Natürlich, PSE hat derzeit Rechtsrisiken aus der Übernahmeschlacht gegen Volkswagen am Bein, die im schlimmsten Fall bis zu fünf Milliarden Euro kosten könnten. Doch zum einen dürften sich die finanziellen Belastungen wegen der zähen Gerichtsprozesse auf Jahre verteilen. Zum anderen signalisieren juristische Zwischensiege, dass die Prozesse PSE am Ende weit weniger kosten dürften. Selbst wenn man das Prozessrisiko mit zwei Milliarden Euro ansetzt, käme PSE noch auf einen inneren Wert von 30 Milliarden Euro. Im Gegenzug ist bei der PSE-Börsenbewertung wegen der Stimmrechte der Familienanteile ein Aufschlag möglich. Setzt man für die nicht notierten Stammaktien zehn Prozent mehr an, ergibt das für PSE einen adjustierten Börsenwert von 23 Milliarden Euro. Selbst bei dieser vorsichtigen Rechnung bietet PSE ein VW-Investment mit sieben Milliarden Euro Rabatt. Und dass Porsche, der Autobauer, in diesem Jahr seinen Absatz um ein Drittel erhöhen dürfte und gerade eine neue Version des Klassikers 911 am Start steht, kommt VW und damit PSE zugute.


Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%