Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

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Pillen für den Aufschwung: Stada-Labor in Bad Vilbel.

von Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Der Gewinn des hessischen Generikaspezialist Stada sollte spätestens 2016 deutlich steigen, der Hamburger Büroimmobilienkonzern Alstria Office wird zum Kandidaten für den MDax. Aktien, Anleihen und Fonds für die Geldanlage.

Aktientipp: Stada - Ein höherer Preis ist nur eine Frage der Zeit

Für 40,5 Milliarden Dollar will der Arzneimittelkonzern Teva das Generikageschäft des Konkurrenten Allergan kaufen. Das wären sechs Dollar für jeden Dollar jährliches Geschäftsvolumen, das Allergan mit Generika macht. Dieser Preis ist fast doppelt so hoch wie die 3,3-fache Umsatzbewertung, die große Generikakonzerne (Teva, Mylan, Perrigo) an der Börse im Durchschnitt kosten. Teva bezahlt so viel, weil Nachahmermedikamente ein großer Wachstumsmarkt sind.

Für nur 1,05 Euro je Euro jährliches Geschäftsvolumen gibt es an der Börse den hessischen Generikaspezialisten Stada. Der ist so günstig, weil er bei seiner Expansion schwere Rückschläge hinnehmen musste, erst in Serbien und dann in Russland. Doch genau hier zeichnet sich nun eine Erholung ab. In Serbien legte Stada im ersten Halbjahr um fünf Prozent zu, Währungsverluste sogar eingerechnet. Und in Russland, wo Stada mehr als 15 Prozent seines Umsatzes macht und unter der Krise des Landes schwer leidet, hat sich die organische Umsatzentwicklung im zweiten Quartal stabilisiert. Und auch der Rubel hat die Chance, nach der Halbierung binnen zwei Jahren nun auf niedrigem Niveau langsam wieder Halt zu finden.

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Mit zwei Prozent Umsatzplus im ersten Halbjahr deutet sich bei Stada die Wende an. Die Konzentration auf Märkte mit hohem Anteil an Selbstzahlern und der weitere Ausbau der eigenen Marken mit hohen Margen sollten spätestens 2016 dann die Gewinne wieder deutlicher steigen lassen.

Aktientipp: Alstria Office - Mieteinnahmen als Krisenversicherung

Unter Führung der Hamburger Alstria Office entsteht derzeit der größte deutsche Büroimmobilienkonzern. Bis Ende des Jahres soll die Übernahme des kleineren Konkurrenten Deutsche Office abgeschlossen sein. Dann verfügt die fusionierte Alstria über ein Portfolio aus 125 Bürogebäuden in den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main und Stuttgart. Der Verkehrswert der Immobilien liegt bei 3,4 Milliarden Euro. Bei 1,6 Milliarden Eigenmitteln ergibt das eine Eigenkapitalquote von 47 Prozent, ein guter Wert.

Die neue Größe hat mehrere Vorteile. Aus zwei regional verankerten Bürovermietern entsteht nun eine deutschlandweite Nummer eins. Durch die steigende Marktmacht dürften vor allem die Finanzierungskosten sinken. Alstria will hier langfristig 15 Millionen Euro pro Jahr weniger ausgeben. In der Verwaltung könnten Doppelbesetzungen entfallen. Mit einem vereinten Börsenwert von 1,8 Milliarden Euro ist die Aktie ein Kandidat für den MDax, dem Barometer mittelgroßer deutscher Werte.

Nach dem bisher stabilen Geschäftsverlauf beider Gesellschaften dürften die gemeinsamen Mieteinnahmen in diesem Jahr an die 205 Millionen Euro erreichen. Der operative Gewinn (Funds from Operations, FFO) soll von 0,62 Euro auf 0,75 Euro je Aktie klettern. Damit dürfte mindestens wieder die bisherige Dividende von 50 Cent je Aktie möglich sein, etwa vier Prozent Rendite.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Immobilienaktien wie Alstria Office profitieren vom niedrigen Zinsniveau, weil dies die in der Branche üblichen kreditfinanzierten Transaktionen günstig macht. Die Krise in Griechenland, hohe Staatsschulden in Italien und eine wacklige Wirtschaft in Frankreich werden dazu beitragen, dass die Zinsen in Europa auf absehbare Zeit niedrig bleiben – und das Umfeld für Immobilienaktien freundlich.


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