Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

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Weiter rauf; Kion-Gabelstabler der Marke Linde

von Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Kion steigert den Gewinn, Total verdient trotz Ölpreis-Tief sehr gut und Ebay gewinnt an Investment-Qualität. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: Kion - Gute Geschäfte und dicke Freunde

Staplerhersteller Kion ist eine der erfolgreichsten Neuemissionen der vergangenen Jahre. Weil der Preis beim Börsenstart 2013 mit 24 Euro nicht überzogen war, blieb Anlegern Spielraum für Kursgewinn. Zu Ende ist der Anstieg nicht, Kion-Aktien gehören zu den aussichtsreichen Nebenwerten. Zwölf Prozent mehr Aufträge im dritten Quartal und ein gesamtes Auftragspolster, das derzeit um 27 Prozent stärker ist als zu Jahresbeginn, signalisieren ein gutes Geschäftsjahr 2015 – und für 2016 weiteres Wachstum. Kion verdankt das vor allem seiner führenden Position auf dem westeuropäischen Staplermarkt, auf dem die Nachfrage robust ist.

Den Rückgang auf dem chinesischen Markt konnte Kion durch sein Servicegeschäft zum Teil ausgleichen. Konzernweit erzielt Kion mit Dienstleistungen um Stapler fast die Hälfte vom Umsatz. Das stabilisiert, da die Nachfrage hier wenig schwankt. Langfristig dürfte Kion auch in China zulegen. Dabei profitiert Kion von den 500 Verkaufsstützpunkten des chinesischen Maschinenkonzerns Weichai, der Großaktionär von Kion ist. Seit dem Einstieg vor drei Jahren hat Weichai seinen Kion- Anteil von 25 auf 38 Prozent erhöht und dabei die Anteile der Finanzinvestoren Goldman Sachs und KKR übernommen. Ob sich langfristig eine ähnliche, kurstreibende Konstellation ergibt wie die bei der Übernahme des westfälischen Maschinenkonzerns DMG durch den japanischen Partner Mori, ist offen. Immerhin: In beiden Fällen besteht zwischen den Partnern eine lange, freundschaftliche Zusammenarbeit.

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Aktientipp: Total - Hoher Gewinn auch bei niedrigem Ölpreis

Die Baisse am Ölmarkt hat die großen Energiekonzerne im Griff. Um fast 50 Prozent lagen die Notierungen für ein Barrel Rohöl in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter dem Niveau des Vorjahres. Dieser Einbruch bedeutet aber nicht, dass auch die Gewinne der Ölriesen in gleicher Weise schrumpften. Die französische Total etwa schnitt mit einem Gewinnrückgang von nur 16 Prozent in diesem Jahr bisher wesentlich besser ab als erwartet. Selbst wenn der Ölpreis sich entgegen den Erwartungen der Internationalen Energieagentur in den nächsten Monaten nicht erholt, dürfte Total (nach 8,4 Milliarden Euro Reingewinn in den ersten neun Monaten) in diesem Jahr netto an die zehn Milliarden Euro verdienen, knapp vier Euro je Aktie. Das reicht problemlos für eine Dividende, die auch in Zukunft bei mindestens 2,50 Euro je Aktie liegen dürfte. Das wären mehr als fünf Prozent Rendite.

Die hohe Finanzkraft des Konzerns ist zudem ein Polster für eine längere Durststrecke: Das Eigenkapital ist mit 98 Milliarden Euro viermal so hoch wie die Nettoschulden. Früher als die Konkurrenz hat sich Total auf niedrige Ölpreise eingestellt. In diesem Jahr dürften die Investitionen um eine Milliarde Euro auf 23 Milliarden zurückgegangen sein. Da sich das auf die Förderung verzögert auswirkt, könnte die Produktion in diesem Jahr noch einmal um knapp ein Zehntel auf 2,3 Milliarden Barrel pro Tag steigen. Im nächsten Jahr dürfte sie dann leicht sinken, dafür aber sollten dann auch die Kosten gedeckelt sein. Ein Vorteil von Total ist sein umfangreiches Raffiniergeschäft. Hier konnten die Franzosen in diesem Jahr ihre operativen Margen weiter erhöhen. Das Geschäft mit Petrochemikalien profitiert von der lebhaften Kunststoffnachfrage. Stabil mit einem einstelligen Gewinnanstieg entwickelt sich die Sparte Service und Tankstellen.

Aktientipp: Ebay - Internetdino mit zweitem Leben

Spätestens nach der Abspaltung seines lukrativen Bezahldienstes PayPal Mitte dieses Jahres schien Internetdino Ebay im Vergleich zu den Überfliegern der Branche (Amazon, Alibaba) den Anschluss verloren zu haben. Doch an der Börse zeigen Ebay-Aktien eine erstaunliche Stärke. Und es gibt Gründe, warum Ebay noch weiter steigen kann. Im Gegensatz zu Amazon verdient Ebay richtig Geld. Im dritten Quartal, also nach der Trennung von PayPal, blieben 529 Millionen Dollar Reingewinn übrig, mehr als erwartet. Angesichts des stabilen Geschäftsverlaufs sind die fürs Gesamtjahr angepeilten 2,2 Milliarden Dollar realistisch. Auch die Wachstumsaussichten sind keineswegs düster. Mehr als bisher baut Ebay nun sein Kerngeschäft als globaler Onlinemarktplatz aus. Zu den Auktionen privater Anbieter werden vermehrt Artikelgruppen von kleinen und mittleren Gewerbetreibenden gestellt.

In Mönchengladbach und im New Yorker Stadtteil Brooklyn läuft ein Pilotprojekt, bei dem Ebay das stationäre Geschäft von
Einzelhändlern mit dem Onlinehandel verbindet. Für die Unternehmen liegt der Vorteil darin, dass Ebay selbst nicht als Händler (und damit nicht als Konkurrent) auftritt, sondern nur hinter Technik und Abwicklung des Handels steht. Wegen zuletzt niedriger Investitionen hat Ebay Nachholbedarf: So soll die Lieferung von Artikeln in Zukunft schneller erfolgen, Daten von Kunden und Angeboten werden genauer erfasst, das Bewertungssystem von Käufern und Verkäufern wird renoviert. Ebay hat damit nicht nur die Chance, mehr Geschäft mit seinen 157 Millionen aktiven Käufern und 25 Millionen Verkäufern zu machen, sondern deren Anzahl auch weiter zu erhöhen. 34 Milliarden Dollar sind alle Ebay-Aktien zusammengenommen an der Börse wert; nur ein Bruchteil dessen, was Amazon (306 Milliarden) oder Alibaba (190 Milliarden) auf die Waage bringen. Ebay wird damit zum Übernahmekandidaten, der etwa zu Alibaba passen könnte.

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