Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

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Auf Holz klopfen. Bauarbeiter in Silver Spring, Maryland.

von Frank Doll, Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Deutsche Wohnen ist günstig, Daimler trotzt Umbruch, Rendite mit Marine Harvest und ertragsstarke Barrick Gold. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: Emcor Group - Projekte für die größten der Größten

Die in Umfragen führende US-Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton (Demokraten) hat ihr Wirtschaftsprogramm präsentiert. Sie werde als Präsidentin in den nächsten fünf Jahren 275 Milliarden Dollar in die US-Infrastruktur stecken. Dazu gehöre die Modernisierung von Straßen, Brücken, Flughäfen und Stromnetzen. Zudem sollen alle US-Bürger bis 2020 über Breitband ans Internet angeschlossen sein.

Emcor GroupClip
Emcor GroupISIN: US29084Q1004 Kurs: 51,14 Dollar Stoppkurs: 42,30 Dollar KGV 2016/17: 17,6/15,6 Dividendenrendite: 0,6 Prozent Chance/Risiko: 6/5

Käme Clinton ins Weiße Haus und setzte ihren Plan auch um, dann würde das der Baubranche in den USA nicht schaden. Profitieren könnte Emcor Group. Das Unternehmen bietet mechanische und elektrische Baudienstleistungen an, etwa die Vernetzung neuer Kraftwerke. Hinzu kommt eine Dienstleistungssparte (Gebäudemanagement, Industrieservice). Die beiden Sparten kommen jeweils auf etwa 50 Prozent Anteil am Konzernumsatz. Emcor bedient Kunden aus nahezu allen Branchen. In den vergangenen zehn Jahren führten 31 000 Mitarbeiter Projekte für 75 Prozent der 500 größten US-Unternehmen (Fortune 500) aus.

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Für 2016 peilt der Vorstand einen Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar an, gut sieben Prozent mehr als 2015. An der Börse wird Emcor aktuell mit 3,1 Milliarden Dollar bewertet. Die Bilanz ist gesund, mit gut 80 Millionen Dollar Nettoliquidität. Der Bauspezialist fährt regelmäßig positive freie Mittelzuflüsse ein, in den zwölf Monaten bis Ende März 2016 rund 210 Millionen Dollar. In den Orderbüchern standen Aufträge im Volumen von rund 3,9 Milliarden Dollar.

Aktientipp: Smith & Nephew - In 103 Ländern präsenter Übernahmekandidat

Der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen treibt auch die Medizintechnikbranche verstärkt zu Übernahmen und Fusionen. Größenvorteile und ein breites Produktspektrum sind gefragt im internationalen Wettbewerb. Immer wieder gehandelt als Übernahmekandidat wird die britische Smith & Nephew.

Smith & NephewClip
Smith & NephewISIN: GB0009223206 Kurs: 1314 GBp Stoppkurs: 1190 GBp KGV 2016/2017: 18,4/15,3 Dividendenrendite: 1,8 Prozent Chance/Risiko: 5/4

Angebissen hat bisher zwar noch kein Konkurrent. Doch es gibt Signale, dass es bald so weit sein könnte. Die Aktienkurse potenzieller Übernahmekandidaten steigen oft schon vor der Abgabe eines offiziellen Übernahmeangebots. Der Aktienkurs von Smith & Nephew zog zuletzt stramm an, ebenso die Handelsumsätze an der Londoner Börse. Charttechnisch knackte die Aktie den Kurswiderstand bei 1200 Pence – ein Kaufsignal. An der Börse wird das 1856 gegründete Unternehmen aktuell mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Dazu kämen für einen Käufer, abgesehen von einer Übernahmeprämie, noch 1,4 Milliarden Dollar Nettoschulden. Die Nettoschulden liegen bei einem Faktor von weniger als eins zum Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda). Das ist solide.

Smith & Nephew ist mit einem Marktanteil von zehn Prozent der weltweit viertgrößte Hersteller von Hüft- und Knieimplantaten hinter den Branchengrößen Zimmer Biomet (35 Prozent), DePuy Synthes (21) und Stryker (19). Die Briten sind in 103 Ländern präsent und kamen 2015 mit 11 000 Mitarbeitern auf 4,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Weitere Geschäftsfelder neben der Orthopädie sind Traumatologie (Schrauben, Platten, Nagelsysteme), Endoskopie (Produkte für die minimalinvasive Chirurgie) und medizinische Wundversorgung. Smith & Nephew wächst in etwa so stark wie der 380 Milliarden Dollar schwere Weltmarkt für Medizintechnikprodukte. Dieser legt um vier bis fünf Prozent pro Jahr zu.

Aktientipp: ProSiebenSat.1 - Wachstumsprogramm ist noch nicht zu Ende

Die Aktie des Medienkonzerns ProSiebenSat.1, empfohlen in WirtschaftsWoche 8/2016 zu 43,80 Euro, ist bisher eine Enttäuschung. Zwar stieg der Kurs im März bis auf 48,66 Euro, doch in der Brexit-Baisse ging es dann bis auf 35,90 Euro zurück, fast auf den Stoppkurs bei 34,90. Derzeit liegt die Aktie bei Kursen um 39 Euro mit elf Prozent im Minus. Ein Verkaufskandidat ist ProSieben jedoch nicht – eher das Gegenteil.

ProSiebenSat.1Clip
ProSiebenSat.1ISIN: DE000PSM7770 Kurs: 39,80 Euro Stoppkurs: 30,00 Euro KGV 2016/2017: 17,1/15,3 Dividendenrendite: 5,1 Prozent Chance/Risiko: 6/5

Um 22 Prozent legte der Umsatz von ProSieben im ersten Quartal zu. Das Basisgeschäft mit deutschsprachigem Fernsehen und Werbung wächst mit einer Jahresrate von fünf Prozent. Mit 29,5 Prozent Marktanteil an der werbewichtigen Gruppe der 14- bis 49-Jährigen sind die ProSieben-Sender weiterhin Marktführer. Wichtigster Wachstumstreiber ist das Digitalgeschäft, das stark über Beteiligungen anzieht. Vor Kurzem stieg ProSieben beim kalifornischen Unternehmen Band of Outsiders ein, das auf digitale und lineare Video- und Fernsehproduktionen spezialisiert ist. Zugleich baut ProSieben damit seine Position auf dem wichtigen US-Markt aus. Zweistellig wächst auch die Sparte internationale Programme.

ProSieben dürfte in diesem Jahr erstmals mehr als 3,5 Milliarden Euro Umsatz erzielen, das Ergebnis je Aktie soll um 2,30 Euro liegen. Richtig billig sind ProSieben-Aktien zwar immer noch nicht; doch damit dürfte die zuletzt auf 1,80 Euro je Aktie erhöhte Dividende zu halten sein. Schon das wären 4,5 Prozent Rendite – und es ist sogar eine weitere Erhöhung möglich. Dass führende Manager des Medienkonzerns Anfang Juli für insgesamt eine Million Euro Aktien von ProSieben gekauft haben, ist kein schlechtes Zeichen. Angesichts des stabilen Geschäfts ist es vertretbar, den Stoppkurs bei 30 Euro etwas tiefer anzusetzen.

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