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Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Warum die Dürre in Amerika die Aktie des Ölkonzerns Exxon treibt und Anleger das Papier der ehemaligen Siemens-Tochter Gigaset im Blick haben sollten. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Raffinerie des Ölkonzerns Exxon Quelle: rtr
Der Rohstoffkonzern Exxon sitzt auf Öl- und Gasreserven von 25 Milliarden Fass im Boden. Quelle: rtr

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Aktientipp - Exxon: Großer Gewinner des Gaspreisanstiegs

Die Dürre in Amerika treibt nicht nur die Preise für Weizen oder Mais, sie beflügelt auch die Aktie des Energiekonzerns Exxon. Der Hauptgrund ist die Preisentwicklung für Erdgas. Exxon ist nach dem Kauf des Erdgasspezialisten XTO vor zwei Jahren der größte Erdgasproduzent der USA. Die Hälfte seiner Energiereserven von umgerechnet 25 Milliarden Fass Öläquivalent entfällt auf Erdgas. Richtig gelohnt hat sich der Kauf noch nicht, im Gegenteil: Die rückläufigen Erdgaspreise haben das Zahlenwerk von Exxon in den vergangenen Quartalen massiv belastet. Nun zeichnet sich eine Wende ab – und Exxon dürfte daraus als langfristiger Gewinner hervorgehen.

Seit einigen Wochen steigen die Preise für Erdgas massiv. Zum einen setzen immer mehr Versorger bei der Stromerzeugung Gas ein; zum anderen kommt die Gasförderung ins Stocken. Betroffen ist hier vor allem die Förderung aus Schiefergestein. Hier werden normalerweise große Mengen Wasser eingesetzt, das wegen der Dürre immer weniger zur Verfügung steht.

Aktientipp Kursverlauf der Exxon-Aktie

KGV (2012/2013): 11,3/10,8
Kurs/Stoppkurs (in Dollar): 85,90/72,90
Chance-/Risikoverhältnis (max. 10): 5/4

Weitere Impulse könnte der Gaspreis von Fortschritten bei den Gasverflüssigungsanlagen in Amerika bekommen. Da US-Gas im internationalen Vergleich günstig ist, würde die weltweite Nachfrage bei besseren Transportmöglichkeiten steigen. Experten wie die Internationale Energieagentur rechnen damit, dass Erdgas als Energieträger im Zukunft immer wichtiger wird.

Kuriose Börsenpannen

  • Vertippt und verkauft

    Ein Aktienhändler der UBS handelte durch Eingabe zu vieler Nullen im Januar 1999 innerhalb von zwei Minuten zehn Millionen Aktien der Pharmafirma Roche, von den aber überhaupt nur sieben Millionen Stück existierten. Das Handelsvolumen überstieg die Marktkapitalisierung von Roche um knapp die Hälfte. Den Verkauf versuchte er durch eigene Kauforders rückgängig zu machen. 2001 verkaufte ein Händler der Investmentbank Lehman Brothers aus Versehen immer hundertmal mehr Aktien als er wollte – vor allem von Schwergewichten wie AstraZeneca und BP – und vernichtete so zeitweise 30 Milliarden Pfund an Börsenwert.

  • 100 Millionen für Verdreher

    Im Dezember 2001 begleitete UBS Warburg den Verkauf neuer Aktien des japanischen Unternehmens Dentsu. Ein Händler vertippte sich und verkaufte statt 16 Dentsu-Aktien zu 600.000 Yen gleich 610.000 Aktien zu 6 Yen an. Schnell verkaufte die UBS so 64.915 Aktien, was etwa der Hälfte des Emissionsvolumens entspricht. Die UBS verlor so 100 Millionen Dollar, weil sie die Aktien selbst zum Marktpreis kaufen musste, um die Käufer mit den Papieren zu versorgen.

  • Milliarden statt Millionen

    Ein Händler von Bear Stearns verkaufte im Oktober 2002 Aktien für vier Milliarden Dollar anstelle von vier Millionen. Bevor der Vertipper auffiel, gingen bereits Wertpapiere im Wert vom 600 Millionen Dollar an neue Besitzer. Der Leitindex Dow Jones sank dadurch um 2,3 Prozent.

  • Hochfrequenzhandel als Fallbeil der Börse

    Der Hochfrequenzhandel war für den "Flash Crash" an der Wall Street verantwortlich, als sich im Mai 2010 durch einen blitzartigen Kurseinbruch aus heiterem Himmel binnen Minuten fast eine Billion Dollar Marktwert in Luft auflöste. Einige Aktien verloren in der kurzen Zeitspanne rund die Hälfte ihres Wertes. Schon davor hatte es Kritik gegeben an den immer schnelleren Börsengeschäften über Computersysteme. Beim sogenannten Hochfrequenzhandel werden tausende Transaktionen binnen Millisekunden durch Computer ausgelöst.

  • Fünf-Minuten-Chaos bei der Citigroup

    Ende Juni 2010 fielen die Aktien der Citigroup nach Massenverkäufen durch elektronische Handelssysteme zeitweise um17 Prozent. Da die US-Börsenaufsicht SEC nach dem „Flash Crash im Mai zuvor beschlossen hatte, Aktien aus dem Index S&P 500 vom Handel auszusetzen, sofern diese innerhalb von fünf Minuten mehr als zehn Prozent fallen oder steigen, stoppte diese Sicherungssystem den Kursrutsch. Fünf Minuten stoppte der Handel, dann beruhigte sich die Lage. Den Handelstag beendete die Citigroup-Aktie sieben Prozent im Minus.

  • Börsenplattform BATS plattgemacht

    Noch vor Facebook gab es einen weiteren verpatzten Börsengang: Die Erstnotiz der drittgrößten US-Börse BATS Global Markets Ende März 2012 endete mit einem Totalschaden. Die Aktien sollten auf der eigenen Handelsplattform ihr Börsendebüt feiern, aber die neuen BATS-Aktien sackten binnen Minuten von 16 Dollar auf unter einen Cent. Als Schuldige wurde eine neue Software ausgemacht. BATS musste falschen Transaktionen zurücknehmen - und nahm die eigenen Aktien nach dem peinlichen Vorfall gleich mit von der Börse.

  • Das Facebook-Desaster

    Als das 900 Millionen Nutzer starke Social-Media-Portal im Mai 2012 den Sprung an die Börse wagte, bekam die Erfolgsstory deutliche Risse. Nach gravierenden Pannen im Handelssystem der Technologiebörse Nasdaq in New York stürzte der Kurs des Börsenneulings rapide in die Tiefe. Beteiligte Firmen erlitten hohe Millionen-Verluste, etliche fordern von der Nasdaq Schadenersatz. Die Schweizer Großbank UBS, die beim Facebook-Börsengang 349 Millionen Franken (290 Millionen Euro) verlor, drohte bereits mit einer Klage gegen die Börse.

  • Knight Capital sorgt für Börsenchaos

    Am 31. Juli 2012 versetzte eine fehlerhafte Handelssoftware versetzte Wertpapierhändler und Anleger an der Wall Street in Aufruhr: In den ersten 45 Minuten des Handelstages verzeichneten rund 150 Aktientitel so hohe Umsätze wie sonst an einem ganzen Tag. Die Folge waren heftige Preisschwankungen, und fünf Aktien mussten sogar ganz aus dem Handel genommen werden. Das Börsenhandelshaus Knight Capital räumte ein, Probleme mit seinen computergestützten Systemen seien dafür verantwortlich. Ein neues Handelsprogramm hatte die Börse mit fehlerhaften Handelsaufträgen geflutet. Knight Capital verbuchte durch die viel zu teuer gekauften Aktien einen Verlust von rund 440 Millionen Dollar.

  • Computerfehler beflügelt Kraft-Aktie

    Kurz nach dem Handelsstart an der Technologiebörse Nasdaq schossen die Aktien des Lebensmittelherstellers Kraft Foods binnen einer Minute um satte 30 Prozent nach oben, von 45 auf mehr als 58 Dollar. Die Nasdaq verneinte Probleme mit ihrer Handelsplattform und machte einen Börsenmakler als Verursacher aus. Laut "Financial Times" hatte ein Handelsprogramm irrtümlich versucht, 30.000 Kraft-Aktien binnen kürzester Zeit zu ordern. Die Nasdaq und andere betroffene Börsen erklärten nach einer Untersuchung der Kursbewegungen die fragwürdigen Transaktionen oberhalb eines Kurses von 47,82 Dollar für ungültig. Der Fehler ereignete sich nur einen Tag, nachdem Kraft Foods sich aufgespalten und sein Geschäft mit Snacks außerhalb der USA unter dem Namen Mondelez International als eigenständige Aktie an die Nasdaq gebracht hatte.

Die anziehenden Erdgaspreise dürften der Hauptgrund dafür sein, dass Exxon in diesem Jahr nicht viel schlechter abschneiden dürfte als 2011. Analysten rechnen mit einem leichten Rückgang des Nettogewinns von 41 Milliarden Dollar auf 38 Milliarden Dollar. Nach knapp 18 Milliarden Dollar Gewinn im ersten Halbjahr ist diese Prognose realistisch. Nicht eingerechnet sind hier gut sieben Milliarden Dollar Extraeinnahmen aus Beteiligungsverkäufen und Steuereffekten. Wobei solche Einnahmen bei einem Konzern mit in diesem Jahr mehr als 450 Milliarden Dollar Umsatz weder ein Nachteil noch einmalig sind. So könnte etwa der Verkauf der mehr als 1100 Esso-Tankstellen in Deutschland rund eine Milliarde Euro einbringen.

Exxon ist der Klassiker unter den Energiewerten und bei jedem Kursrückschlag ein Kauf.

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