Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

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Hochtief: Dieses Jahr wohl über 25 Milliarden Euro Umsatz

Warum Anleger im Zuge der neuen ACS-Attacke auf die Hochtief-Aktie setzen sollten und wie sich Kursrückschläge im Dax absichern lassen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp - Hochtief: Großaktionär ACS will mehr - das treibt die Kurse

Mit einem deutlichen Kurssprung reagiert die Aktie von Hochtief auf den erneuten Angriff des spanischen Großaktionärs ACS. Denn ein Angriff ist es, wenn aus heiterem Himmel die durchaus erfolgreiche Unternehmensführung abgelöst wird. Bisher haben die Spanier mit 54 Prozent die Mehrheit, ebenfalls an Bord ist mit rund zehn Prozent der Staatsfonds aus Katar.
Dass ACS auf Hochtief so scharf ist, hat zwei Gründe: Zum einen ist ACS hoch verschuldet, zum anderen ist bei Hochtief auch durchaus etwas zu holen. Immerhin hat ACS einen Teil der Hochtief-Aktien schon jetzt bei Banken als Pfand hinterlegt – das allein zeigt schon, dass hinter Hochtief ein ansehnlicher Wert steckt. Allein das Eigenkapital in der Bilanz (4,2 Milliarden Euro) ist deutlich höher als der aktuelle Börsenwert.

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Auch operativ kommt Hochtief voran. Wenn das Unternehmen dieses Jahr die Bücher schließt, wird es wahrscheinlich mehr als 25 Milliarden Euro Umsatz gemacht haben. An der Börse werden alle Hochtief-Aktien zusammen aber nicht einmal mit drei Milliarden Euro bezahlt: jeder Euro Jahresumsatz nur mit zwölf Cent.
Einen wichtigen Fortschritt hat Hochtief bei seiner australischen Tochter Leighton erzielt. Ihre Verluste ließen den gesamten Konzern 2011 in die roten Zahlen rutschen. Mittlerweile aber haben die Australier ihre wichtigsten Problemprojekte fertiggestellt. Mit 258 Millionen Euro Vorsteuergewinn im bisherigen Jahresverlauf hat Leighton den Dreh in die schwarzen Zahlen geschafft. Die Neuaufträge nahmen sogar um 61 Prozent zu. Gemeinsam mit dem starken Geschäft in Nordamerika (21 Prozent mehr Aufträge) lässt sich der Rückgang in Europa (13 Prozent weniger Aufträge) abfedern. Im gesamten Konzern hat Hochtief derzeit mit 50 Milliarden Euro das größte Auftragspolster seiner Geschichte.

Fortschritte, wenn auch nur verhalten, gibt es bei der Elbphilharmonie in Hamburg. Hier geht es darum, wer für Planungsfehler aufkommt, die den Bau verzögerten und um mehrere Hundert Millionen Euro teurer machen. Mit Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe hat sich Hochtief hier ein Polster verschafft und weitere Risiken zumindest begrenzt.
Wie es nach der Umbesetzung des Vorstands mit Hochtief weitergeht, ist offen. Sicher ist, dass die Spanier an die Werte von Hochtief wollen. Das könnte sie über eine Aufspaltung – etwa einzelne Teile wie das Australien-Geschäft oder das mittlerweile sehr erfolgreiche Amerika-Geschäft verkaufen. Andererseits wäre das das Ende des international ausgerichteten Hochtief-Konzerns, der gerade durch sein weltweites Geschäft ein umfassender Baudienstleister geworden ist (und deshalb auch eigentlich mehr Wert ist als es der aktuelle Börsenwert widerspiegelt).
Es ist deshalb auch gut möglich, dass der neue Konzernlenker Fernandez Verdes (natürlich ein Vertrauter von ACS-Boss Florentino Perez) Hochtief zwar näher an ACS bindet, aber in der bestehenden Struktur erst einmal weiterführt. Verdes hat sich bisher durchaus als Kenner des spezifischen Hochtief-Geschäfts erwiesen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Letztlich entschieden wird der Kampf um die Macht bei Hochtief über die Aktie. Die Unsicherheit über die Zukunft von Hochtief ist zwar ein Nachteil; andererseits werden die Spanier alles tun, um die Werte, die sie schon in der Hand haben (eben mehr als die Hälfte an Hochtief) im eigenen Interesse zu heben. Ob sie weiter aufstocken erscheint angesichts der eigenen Verschuldung zwar wenig wahrscheinlich; doch teuer sind Hochtief-Aktien derzeit nicht: rund 500 Millionen Euro würde es kosten, wenn ACS auf die qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent hochziehen würde. Angesichts der operativen Power und der Substanz, die sie dafür bekämen, ist das ein günstiger Preis.
Im Vergleich zum Konkurrenten Bilfinger und auch im Vergleich zur eigenen bisherigen Entwicklung werden Hochtief-Aktien günstig gehandelt. Sie bieten ein hohes Potenzial – sind allerdings ganz klar eine ziemlich spekulative Anlage: Chance 8, Risiko 6.

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