Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Warum selbst für Börsen-Pessimist Marc Faber Novartis zu seinen Anlagefavoriten zählt. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp - Bechtle: Von Schwaben aus in die Welt

Das Geschäft gilt als etwas langweilig, aufwendig und margenschwach - aber es ist solide und relativ krisensicher. So läuft es bei Bechtle, das zwei Drittel seiner Umsätze in Deutschland macht, auch in Südeuropa noch rund - an der lebenswichtigen IT zu sparen kann sich so gut wie kein Unternehmen leisten. Bechtle baut und verwaltet für seine Kunden deren IT-Systeme. Die Schwaben helfen bei der Auswahl der richtigen Computer, der passenden Software und beim Aufbau ganzer Rechenzentren.

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Anfang Juni meldete Bechtle einen neuen Großauftrag: Die EU-Kommission wird in den kommenden zwei Jahren von Bechtle mit Notebooks, Smartphones und Tablets plus dem zugehörigen Service ausgestattet. Gesamtvolumen des Auftrags: 83 Millionen Euro plus Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre. Das ist ein wichtiges Signal der Neckarsulmer in den Markt, denn bei öffentlichen Ausschreibungen dieser Größenordnung kommen normalerweise nur die Großen der Branche zum Zuge. Bechtle zeigt damit, dass es in dieser Liga mitspielen kann.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Die Finanzkennzahlen sind solide, auch wenn Bechtle im ersten Quartal 2013 einen leichten Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen musste: Die Umsätze legten zwar um gut fünf Prozent auf 514 Millionen Euro zu, doch der Vorsteuergewinn (Ebit) fiel um 16 Prozent auf 14,5 Millionen Euro. Grund dafür waren Neueinstellungen (rund 380 neue Mitarbeiter kamen), um das wachsende Auftragsvolumen auch künftig beackern zu können. IT-Fachkräfte seien knapp, da habe man in Vorleistung gehen müssen, sagt Vorstandschef Thomas Olemotz.

Trotz der leichten Gewinndelle im ersten Quartal will das Management, übers Gesamtjahr gerechnet, noch ein leichtes Plus bei Umsatz und Gewinn schaffen. Nach 2,1 Milliarden Euro Umsatz 2012 und zwei Milliarden Euro 2011 sollen heuer 2,2 Milliarden Euro geschafft werden. Der Gewinn pro Aktie soll dabei laut Analystenschätzungen überproportional um 14 Prozent steigen, von 2,69 Euro (2012) auf 3,08 Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei grundsoliden 58 Prozent. Und Dividende gibt es auch (aktuelle Rendite: knapp drei Prozent); die Ausschüttung hat Bechtle noch nie ausfallen lassen.

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