Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Der Chiphersteller Qualcomm könnte Konkurrent Intel bald vom Technikthron stoßen. Besonders im Bereich des neuen Mobilfunkstandards LTE ist Qualcomm einen Schritt voraus. Das macht die Aktie für Anleger attraktiv.

Aktientipp - Qualcomm: Neue Chips bringen noch mal Schub

Nicht nur Apple und Google sind Gewinner des Umbruchs in der IT (weg vom PC, hin zu kleinen, mobilen Internet-Geräten). Auch der Chiphersteller Qualcomm ist Profiteur. Aus Smartphones und Tablets sind Qualcomm-Chips nicht mehr wegzudenken; in nur zwei Jahren stiegen die Kalifornier von der weltweiten Nummer neun zur Nummer drei auf. Anders als PCs und Laptops brauchen die internetfähigen, kleinen Mobiltelefone nicht nur leistungsstarke, sondern vor allem stromsparende Chips.

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Der einst übermächtige Marktführer Intel hat den Technologiewandel verschlafen, Qualcomm konnte in die Lücke stoßen. Der Marktanteil bei den Baseband-Chips, die der mobilen Daten- und Sprachübermittlung dienen, liegt bei 57 Prozent. Anders als viele Smartphone-Zulieferer hängen die Kalifornier nicht von der Gunst eines Großkunden ab. Sie haben Lieferverträge mit beiden Marktführern, Apple und Samsung.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Im Aktienkurs spiegelt sich die Erfolgsgeschichte nur zum Teil wider: Der Kurs hat sich in den vergangenen fünf Jahren nicht einmal verdoppelt. Dem stehen im gleichen Zeitraum ein fast verdreifachter Umsatz (von 8,8 auf 23 Milliarden Dollar 2013) und eine Verdoppelung des Nettogewinns (von 3,3 auf 6,6 Milliarden Dollar) in nur vier Jahren entgegen. 2013 sollte der Nettogewinn bei 7,0 Milliarden Dollar liegen, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2013 läge daraus abgeleitet bei 13. Das ist nicht teuer, doch die entscheidende Frage aus Sicht der Anleger ist, ob Qualcomm die Konkurrenz dauerhaft auf Abstand halten kann. Die schläft zwar nicht: Nvidia etwa wird im vierten Quartal Chips auf den Markt bringen, die bei Stromverbrauch und Produktionskosten mit Qualcomm mithalten werden. Microsoft wird im neuen Nokia-Lumia wohl auf die Nvidia-Chips setzen. Doch dessen Marktanteile sind gering, und Qualcomm sitzt im hochpreisigeren Segment fest im Sattel.

Der neue Mobilfunkstandard LTE dürfte einen Schub bringen, und wieder ist Qualcomm der Konkurrenz voraus: Sie bietet einen LTE-Chip, der mehrere Frequenzen abdeckt, sodass die Hersteller ihre Smartphones nicht mehr in jedem Land mit anderen Chipsätzen bestücken müssen. Im iPhone 5 etwa ersetzt ein LTE-Chip drei alte.

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