Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Der Stahlhändler Klöckner & Co erhofft sich durch die Einführung einer Internet-Plattform eine Umsatzbelebung. Davon könnte auch die Aktie profitieren. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp - Klöckner & Co: Spekulation auf den Stahlhandel 2.0

Bisher war Stahlhandel ein schweres Geschäft. Handelsunternehmen wie die Duisburger Klöckner & Co (KlöCo) hielten alle möglichen verschiedenen Sorten und Qualitätsstufen von Stahl auf Vorrat. Kunden (Bauindustrie, Maschinenbau, Autohersteller) kauften nur dann, wenn sie gerade etwas brauchten. Für den Händler ist diese ausgeprägte Lagerhaltung teuer – und das will Klöckner, Europas größter produzentenunabhängiger Stahl- und Metallhändler, gründlich ändern.

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In Zukunft können Kunden Stahlprodukte über eine Internet-Plattform bestellen. Klöckner erhofft sich dadurch eine Umsatzbelebung, denn nun kann rund um die Uhr geordert werden. Gleichzeitig wird für KlöCo (ähnlich wie bei den Just-in-time-Lieferungen in der Autoindustrie) der gesamte Ablauf effektiver: Preise können besser an Waren und Lieferbedingungen angepasst werden, die Lagerhaltung wird vereinfacht, Lieferungen kombiniert. Im Angebot wird KlöCo dabei vermehrt höherwertige Fertigprodukte haben, die mehr Marge bringen. Dass die ersten Web-Shops, die Klöckner in der Schweiz und den Niederlanden eröffnet hat, mit Erfolg angelaufen sind, stimmt optimistisch. Die jüngste Übernahme, Riedo Bau in der Schweiz, passt zur neuen Linie.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Die Schweizer sind spezialisiert auf die Bearbeitung von Betonstahl. Riedo ist profitabel und wird in diesem Jahr in Duisburg einen Gewinnbeitrag abliefern.

Vom Stahlmarkt selbst kommen mittlerweile nicht mehr nur düstere Signale. KlöCo registriert lebhaftere Bestellungen aus den Branchen Auto, Maschinen- und Anlagenbau. Um zwei Prozent, so Konzernchef Gisbert Rühl, könnte die Stahlnachfrage in diesem Jahr anziehen.

Für KlöCo begann das erste Quartal vielversprechend. Obwohl der Umsatz wegen rückläufiger Stahlpreise um 3,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro schrumpfte, kletterte der operative Gewinn (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation) von 29 auf 45 Millionen Euro. Die Verschuldung sinkt, Abschreibungen sind rückläufig. Bis Jahresende könnte KlöCo nach zwei tiefroten Jahren erstmals wieder einen Gewinn nach Steuern erzielen.

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