Aktien, Anleihen, Gold: Was Vermögensverwalter jetzt raten

Aktien, Anleihen, Gold: Was Vermögensverwalter jetzt raten

, aktualisiert 24. Juni 2016, 14:22 Uhr
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Am Freitag leckten die Börsianer ihre Wunden.

von Ingo NaratQuelle:Handelsblatt Online

Nach den Börseneinbrüchen sitzt der Schock bei den Anlegern tief. Der Brexit hat weitreichende Folgen. Geldverwalter sind vorsichtig und geben Investoren Ratschläge für nächste Zeit.

FrankfurtEs ist ein klassischer Schwarzer Freitag an den Aktienbörsen. Die Briten drängen mit ihrer Entscheidung Anleger aus Risikoanlagen. Der japanische Aktienmarkt gibt die Richtung vor: Er bricht um neun Prozent ein. Kurz vor dem Start der europäischen Handelszeiten zeigt auch der Deutsche Aktienindex einen Abschlag von einem Zehntel.

Einen Dax-Tagessturz im zweistelligen Bereich gab es zuletzt im Jahr 1989. Auch zur Mittagszeit hat sich die Unruhe nur leicht gelegt. Der Dax liegt rund sieben Prozent im Minus. Das größere Risiko sehen die Akteure in Südeuropa, wo die Markt-Messlatten in Italien und Spanien zehn Prozent stürzen. Vor allem die Bankentitel leiden und kollabieren; die Branche gilt als anfällig. Die Kurse einiger spanischer Institute kollabieren um 20 Prozent. In Deutschland verlieren Deutsche Bank und Commerzbank zehn bis zwölf Prozent.

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Aus Sicht der Anleger steigen mit dem Briten-Ausstieg auch die Wirtschaftssorgen. Deshalb sind neben den ohnehin als anfällig geltenden Banken die konjunktursensiblen Werte hart getroffen. Aus der deutschen Börsenbrille stehen Aktien wie Lufthansa, Continental und Daimler oben in der Verliererliste. Hier liegen die Abschläge in einer Größenordnung von acht bis zwölf Prozent. Gut über die Runden kommen dagegen Firmen aus Branchen, die als relativ krisenresistent gelten. Deshalb kommen Aktie wie Vonovia, Henkel und Fresenius mit weniger als drei Prozent Abschlag davon.

Den ersten Schock drückt Carsten Brzeski, Chefökonom der ING-Diba, aus: „Es sieht so aus, als ob Europas schlimmster Alptraum Wahrheit geworden ist.“ Wie die Anleger damit umgehen sollten, dass bündelt Björn Jesch, Leiter Portfoliomanagement beim Fondshaus Union Investment, in einem Satz: „Sicherheit ist an den Märkten derzeit die oberste Devise.“


Dax kann auf 8.000 Punkte fallen

Was Jesch damit meint, sieht man eindrucksvoll an den Kurssprüngen - in beide Richtungen. In Zeiten der Unsicherheit sind „sicherer Häfen“ gefragt. Deshalb springen die Kurse sicherer Bonds wie Bundesanleihen oder auch der Goldpreis nach oben. Der Dollar ist Weltleitwährung und wird ebenfalls höher gehandelt. Als Rettungsanker gelten jedoch Aktien ausdrücklich nicht.

Ganz ähnlich fallen auch andere Kommentare aus. „Sichere Häfen bleiben bevorzugt, die Finanzmärkte werden weiter stark schwanken“, meint Norman Villamin, Chefstratege bei Union Bancaire Privee. Beim Vermögensverwalter Lupus Alpha erwarten die Strategen, dass die Aktien so stark schwanken werden wie seit vielen Jahren nicht: „Das wird ein heißes zweites Halbjahr.“

Manche Analysten glauben, dass noch mehr hinter dem Crash steckt als nur die Briten-Entscheidung. „Der Brexit ist eine willkommene Ausrede, um weitere Unternehmensgewinnrevisionen vorzunehmen und das Weltwirtschaftswachstum noch stärker nach unten zu revidieren“, urteilt Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank.

In diese Richtung denken die Analysten des Bankhaues Metzler. Sie erkennen eine große Unsicherheit für die deutsche und europäische Wirtschaft. Sie erwarten starken Druck auf den Dax. Metzler-Stratege Hendik König hat ausgerechnet, auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen und der historischen Bewertungsniveaus der Dax noch tief fallen kann: bis auf 8000 Punkte.

Diese Lesart bestätigt Skeptiker wie den Analysten Albert Edwards von der Société Générale. Er warnt seit langem vor einer Rezession in den USA und einem darauf folgenden Börseneinbruch. In seiner extrem pessimistischen Prognose würde die Wall Street drei Viertel an Wert verlieren und die übrigen Märkte mit nach unten reißen.

So weit wollen die Marktbeobachter von Wellenreiter-Invest nicht gehen. Sie favorisieren kurzfristig eine andere Variante. Eine klassische Börsenpanik ist ihrer Beobachtung nach keine Eintagsfliege. Das dauere gerne einmal drei Handelstage, so dass die Zeit von Freitag bis Dienstag in den Blickpunkt rücke. Fazit: „Deshalb dürfte der Montag nochmals ein kritischer Tag sein und ein Turn-around Dienstag in den Mittelpunkt rücken.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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