„Stabile Basis fehlt“

Die Isolation des IASB als eigenbrötlerische Runde hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die IFRS inzwischen ein Monsterwerk sind, mit dem höchstens noch das deutsche Steuerrecht in seiner Detailverliebtheit bei gleichzeitigem Mangel an Struktur vergleichbar ist. In ihrer Regulierungswut erlässt das IASB Jahr für Jahr neue Standards, ändert alte oder schafft bestehende ab. Die Regeln sollen verlässliche Informationen für Investoren bereitstellen, sagen die IASB-Mitglieder, unter ihnen auch die Deutsche Elke König, die demnächst voraussichtlich Chefin der deutschen Aufsicht BaFin wird. Doch das Ziel wird verstellt von Tausenden von Seiten voll immer neuer Detailregelungen, die kaum jemand mehr nachvollziehen kann.
Folge ist, dass die Gewinn-, Kapitalfluss- und Bilanzrechnungen der Unternehmen sich ständig ändern. „Eine stabile Basis an Regelungen fehlt“, sagt Leibfried. Über Jahre etwa war vor allem der operative Mittelzufluss (Cash-Flow) die Kerngröße, um die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu beurteilen. Die Jahresüberschüsse der Unternehmen, also die Nettogewinne nach Abzug aller Aufwendungen für Personal, Material, Zins und Steuern, schwankten deutlich stärker als die Cash-Flows – und sie sind von Finanzchefs grundsätzlich wesentlich leichter auf die gewünschte Ergebniszahl hin zu beeinflussen als die Cash-Flows, die Mittel, die ein Unternehmen aus seinen Geschäften in die Kasse holt.
Kein Verlass
Eine Kette harter Cash-Flow-Zahlen konnte in den vergangenen Jahren auch der findigste Finanzchef kaum zurechtbiegen. Als eine von ganz wenigen Kennzahlen war der Mittelzufluss von Änderungen der Bilanzregeln kaum tangiert. Doch selbst dies hat sich nun geändert. Anleger haben heute keine Chance mehr, einen vergleichbaren Überblick über die Ertragsstärke der jeweiligen Unternehmen zu gewinnen. So zeigen sich bei den Dax-Unternehmen kaum noch vergleichbare operative Cash-Flows – weder zwischen den Unternehmen noch im Vergleich zu den Vorjahreszahlen des Unternehmens selbst.
IFRS: Immer Für Radikale Standards – so bezeichnen deshalb Spötter inzwischen die Regeln. Gut für Unternehmen, die ihre Performance aufhübschen wollen; schlecht für Anleger, die kaum noch die Chance haben, einen vernünftigen Überblick zu gewinnen.
Wie wenig verlässlich die Regeln und damit die Informationen für Anleger sind, zeigt das Dauer-Drama um die Bewertung von Griechenland-Anleihen. Noch am 20. Juni sah etwa das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW), Taktgeber für die Umsetzung der Bilanzregeln hierzulande, keinen Abwertungsbedarf bei Banken, die Griechen-Papiere als langjährige Anlage im Bestand halten.
Kakophonie
Nur vier Wochen später drehte das IDW seine Empfehlung um 180 Grad: Nun müsse doch abgeschrieben werden. Seitdem tobt der Streit über die Höhe einer möglichen Abwertung quer durch Europa – und jeder macht, was er will. Während einige Banken Hellas-Papiere um 50 Prozent abwerteten, schrieben andere nur 21 Prozent ab, dritte wiederum gar nichts – insbesondere französische Geldhäuser rechneten schön. In die Kakophonie schaltete sich Ende August gar die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein. Christine Lagarde erwartete zunächst einen Kapitalbedarf bei Europas Banken von 200 Milliarden Euro, falls sie Staatsanleihen endlich zu Marktpreisen bewerten würden. Inzwischen ist laut IWF die Lücke bereits auf 300 Milliarden gewachsen.
Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von Goldman Sachs, forderte im September eine konsequente Bewertung aller Bankpositionen zu Verkehrs- statt zu aus der Luft gegriffenen Werten, während Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sich dagegen aussprach. Grund: „Zahlreiche europäische Banken“ würden eine Bewertung von Staatsanleihen nach tatsächlichen Verkehrswerten „nicht verkraften“, so Ackermann.






















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Alle Kommentare lesen07.10.2011, 19:16 UhrAnonymer Benutzer:lowabras
Hier eine Website mit umfassenden informationen über das bestende Finanz- und Wirtschaftssystem, sowie umfassenden Hintergrundinformationen und aktuellen Links zu allen möglichen Stichworten:
http://steuerembargo.co.de
06.10.2011, 21:21 UhrAnonymer Benutzer:bewian
Die banken sind unterkapitalisiert weil sich die beschäftigten ständig von "vermeintlichen Gewinnen" tolle Einkommen und bonuszahlungen leisten. Wie kann man bei den paar Prozent Eigenkapital überhaupt von "Gewinnen" sprechen?
06.10.2011, 18:22 UhrAnonymer Benutzer:wählt PIRATEN
15. Oktober 2011 – Vereinigt für einen weltweiten Wandel
http://www.15october.net/de
Am 15. Oktober werden Menschen aus der ganzen Welt auf die Straßen und Plätze gehen. Von Amerika bis Asien, von Afrika nach Europa protestieren die Menschen, um ihre Rechte zu fordern und eine wahre Demokratie zu verlangen. Nun ist es Zeit uns alle einem globalen gewaltfreien Protest anzuschließen.
Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Wenigen und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit sowie die humanen und Umweltkosten, die wir alle zahlen müssen. Diese unerträgliche Situation muss ein Ende haben.
Vereinigt in einer Stimme werden wir die Politiker, und die Finanz-eliten, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und banker, die uns nicht vertreten.
Am 15. Oktober werden wir uns auf der Straße treffen, um den weltweiten Wandel den wir wollen zu beginnen. Wir werden friedlich demonstrieren, reden und organisieren bis wir es geschafft haben.
Es ist Zeit uns zu vereinen. Es ist Zeit dass sie uns zuhören!
Menschen der Welt, mobilisiert euch am 15. Oktober!