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Aktien: Doppelt bitter: Wenn die richtige Strategie durch Machtfragen torpediert wird

Aktien: Commerzbank und Deutsche Bank im Crash-Test

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Berlin

Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen.

Bild: Reuters

Doppelt bitter: Wenn die richtige Strategie durch Machtfragen torpediert wird

Was genau hinter der auffälligen Schwäche der Deutschen Bank steckt, lässt sich erahnen. Es ist das grundlegende Dilemma, das die Bank nun schon seit Jahren mit sich herumträgt und das durch den Richtungsentscheid mit der neuen Führung nur noch verschärft wurde.

Ackermann hat immer wieder versucht, das in der Tat starke und wichtige Investmentbanking der Deutschen Bank durch ein ebenso starkes und wichtiges Basis- und sogar Massengeschäft auszutarieren; deshalb der richtige Kauf der Postbank. Die brisante Entwicklung auf den Kapitalmärkten in den vergangenen Jahren hat Ackermann absolut recht gegeben.

Klar, im Investmentbanking muss die Deutsche Bank stark sein, nur so kann sie international in der ersten Liga spielen. Aber: Die Finanzturbulenzen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Bank dem nicht ausgeliefert sein darf und unbedingt ein weiteres, breites Standbein braucht.

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Nicht nur in Deutschlands größtem Geldinstitut torpediert ein Ex-Chef seine Nachfolger. Auch bei anderen Unternehmen leidet der Ruf unter internen Querelen.

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Das Hin und Her der neuen Führung ist bezeichnend. Erst einen dezidierten Investmentbanker oben hinsetzen, der dann als einer seiner ersten großen Maßnahmen gleich massenweise Investmentbanker entlassen muss, zeugt von keiner stringenten Strategie. Egal, was Ackermann darüber nun wirklich gesagt hat; dass er ziemlich frustiert darüber sein dürfte, wie mit seinem Erbe umgegangen wird, ist anzunehmen.

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Frustiert sind auch die Aktionäre der Deutschen Bank. Es kommt selten vor, dass die Aktie in einer allgemeinen Erholungsphase des Marktes nicht zu den Taktgebern gehört sondern zu den Losern. Das einzige, was sich mit der Deutschen- Bank-Aktie derzeit „sinnvoll“ machen lässt, ist die Spekulation, dass sich das Papier zwischen 20 und 25 Euro fängt und von da aus den Turnaround startet.

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Die Deutsche Bank als spekulative Turnaround-Aktie – ein Kompliment für die Bank ist das ja nicht. Aber immerhin, besser als bei der Commerzbank stehen die Chancen hier schon.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.08.2012, 20:16 Uhrallesverloren

    Die DB hätte die Postbank viel früher haben können, zu einem geringeren Preis. Die war aber damals zu "popelig". Man hat erst zugegriffen, als man sie zur Absicherung des Investment-Geschäftes brauchte.

    Die Einlagen der Postbank (von Sparern und Rentnern) dienen zur Absicherung der Risiken des Eigenhandels (dient den Boni der Bankern). So einfach ist das. Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen leben von der Arbeit.

    Das Investment-Banking funktioniert weltweit nur unter drei Voraussetzungen, billiges Geld, hohe Verschuldung und große In-Transparenz.

    Voraussetzungen 1 und 3 sind nach wie vor voll erfüllt. Das Problem ist heute die fehlende Verschuldungsfähigkeit. Ohne diese ist das Investment-Banking tot. Daher die Notwendigkeit für die Einlagen der Postbank.

  • 11.08.2012, 11:01 UhrMartin

    Die Lobeshymnen auf Herrn Ackermnn scheinen doch etwas übertrieben. Die Probleme der Deutschen Bank sind ja nicht im letzten Quartal entstanden, sondern stellen das Erbe von Herrn Ackermann dar. Wenn nun die beiden neuen Vorstände sich endlich "ins Zeug" legen, dass Schiff wieder auf Kurs zu bringen, sollte man dies positiv sehen. Es kann durchaus auch der Eindruck entstehen, dass die Probleme jetzt konsequenter angepackt werden, als sie mit "niedlichem schweizer Dialekt und einem sympathischen Grinsen", was in der Tat immer sehr vertrauenserweckend war, wegzureden.

  • 10.08.2012, 22:55 Uhrraentnaer

    Vor 17 Jahren bestätigte Breuer (CEO DB): "Deutschland ist overbanked". Auf deutsch: Das Geschäftsmodell bringt keine ausreichenden Ergebnisse mehr. Aktuell wird es in den westlichen Staaten bereinigt, bald, gezwungenermassen, auch ohne Mithilfe des Steuerzahlers, wenn man die Gläubiger, die als Rentner etc. auch Steuern zahlen nicht ausnimmt. Das Problem bei der laufenden Bereinigung ist, dass die Bankenlobby den verantwortlichen Politikern die fatale Entwicklung verschwieg: Eine Commerzbank, die im Investmentbanking international nie mithalten konnte, war geradezu gierig darauf, die DREBA, mit ihren Connections zu schlucken. Ohnehin gab es da ein paar Vorstände, die sauer darauf waren, dass umgekehrt jahrelang versucht wurde, die Coba zu übernehmen. Wie geht das Spiel weiter? Nun, ich denke, da werden in 10 Jahren bei den westlichen Banken nur noch ca. 15 übrigbleiben.
    Die Commerzbank, wird mit Sicherheit keine Rolle spielen.
    Die Deutsche, da sie historisch kaum eine Rolle spielte, ist sie auch in den Strukturen nicht ausreichend verwachsen, darf aber bleiben. Ein Blick noch zur Seite: Die Geschäftsmodelle der Genossenschaftsbanken und der Sparkassen werden auch von Währungskrisen durchgeschüttelt werden.
    Sie sind aber einfach gut.

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