Aktien: Kaufen, wenn die Stimmung am Boden ist

KommentarAktien: Kaufen, wenn die Stimmung am Boden ist

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Dax

von Niklas Hoyer

Kaufen Sie derzeit kräftig Aktien? Nein? Genau diese Stimmung spricht für weiter steigende Kurse. Warum Anleger ihre Scheu ablegen sollten.

So richtig Lust auf Aktien hat derzeit kaum jemand. Zu unsicher! Die Irrungen und Wirrungen rund um Griechenland schicken die Börse auf Zickzackkurs. Den Absturz in China – die vor allem von Chinesen gehandelten A-Aktien haben seit Anfang Juni über 20 Prozent verloren – nehmen Anleger hier nur als Hintergrundrauschen wahr, dabei könnte er die soziale Stabilität des Landes gefährden. Der an der Börse als Angstbarometer bekannte deutsche Schwankungsindex VDax sprang zwischenzeitlich auf Höhen, die er seit drei Jahren nicht mehr erreicht hatte. Wer da noch in Aktien investiert, muss mutig sein.

Doch Mut wird an der Börse oft belohnt. Wer genau dann kauft, wenn die Stimmung am Boden ist, profitiert von steigenden Kursen, sobald die Stimmung sich – Stück für Stück – bessert. Klar, billig sind Aktien nicht. Im Schnitt notieren die Dax-Werte immer noch zwölf Prozent höher als zu Jahresstart. Das vom US-Nobelpreisträger Robert Shiller für Langfristvergleiche entwickelte Kurs-Gewinn-Verhältnis – Gewinne fließen im zehnjährigen Mittel ein, Kurse und Gewinne werden inflationsbereinigt – steht für US-Aktien so hoch wie seit Juli 2007 nicht mehr. Damals folgte im Dax ein 50-Prozent-Sturz in nicht mal zwei Jahren.

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Anleger dürfen ihre Scheu trotzdem ablegen. Zumindest wenn man einigen hilfreichen Indikatoren vertraut, die Überhitzung anzeigen. Sie signalisieren derzeit keine Gefahr. So hat sich die Anlegerstimmung für deutsche Aktien laut Marktforscher Sentix in den vergangenen Monaten eingetrübt, wobei die kurzfristige Stimmung schlechter als die mittelfristige Lagebeurteilung war. Grundsätzlich spricht eine schlechte Stimmung eher für steigende Kurse. Wer positiv eingestellt ist, hat meist schon gekauft und fragt keine Aktien nach. Wer skeptisch ist, kann schnell zum Käufer werden. Außerdem waren bislang Zeitpunkte, an denen Anleger kurzfristig schlecht gestimmt waren und die mittelfristige Lage gleichzeitig besser beurteilten, gute Kaufzeitpunkte, etwa im Oktober 2014.

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Auch Börsengänge gelten als Indikator für eine heißgelaufene Börse. Wollen Eigentümer Unternehmen auf diesem Weg losschlagen, spricht das dafür, dass die an der Börse gezahlten Preise ihnen attraktiv, also: sehr hoch, erscheinen. Dass jüngst wieder mehr neue Unternehmen an der Börse erwartet wurden, war – so betrachtet – ein Warnsignal. Doch nun machen reihenweise Börsenkandidaten einen Rückzieher. Der Modehändler CBR kommt genauso wenig wie das Wohnimmobilienunternehmen Ado. Zu gering sei die Investitionsbereitschaft, zu groß die Verunsicherung. Von April bis Juni brachten die Börsengänge in Deutschland es laut den Wirtschaftsprüfern von PwC auf 729 Millionen Euro Volumen – 128 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. In den USA machten die Börsengänge im zweiten Quartal immerhin 12,5 Milliarden Dollar aus. Doch das war so wenig wie zuletzt 2011.

Nach Euphorie und Ende der Hausse klingt das nicht. Im Blick behalten müssen Anleger nur die US-Notenbank Fed. Erhöht die wirklich im September erstmals wieder die Zinsen, dürfte das die Märkte bewegen. Doch Kursstürze sind auch dann nicht ausgemacht. Bei früheren Zinserhöhungszyklen sackten die Börsen meist spät ab – bei Zinsniveaus die heute utopisch erscheinen. Vorerst dürfte die Musik an den Börsen also weiter spielen. Anleger können ruhig mittanzen.

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