Aktien mit Potenzial: Glänzende Zukunft für zurückgebliebene Nebenwerte

Aktien mit Potenzial: Glänzende Zukunft für zurückgebliebene Nebenwerte

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Entdecken Sie mit der WirtschaftsWoche Aktien aus der zweiten Reihe mit vielversprechendem Potenzial.

von Niklas Hoyer, Martin Gerth, Sebastian Kirsch, Anton Riedl, Christof Schürmann

Einige Papiere aus der zweiten Reihe haben noch großes Aufholpotenzial. Die vielversprechendsten Industriewerte überzeugen mit Substanz und guten Chancen, etwa in den Branchen Stahl, Kunststoffe oder Solartechnik.

Bekannte Börsenschwergewichte, auch Blue Chips genannt, sind sicher und auch für risikoscheue Anleger geeignet. Die weniger bekannten Nebenwerte hingegen sollten nur erfahrenere Investoren kaufen. So steht es in vielen schlauen Büchern mit Titeln wie „Börse für Einsteiger“. Wer sich auf den Rat verließ und als Einsteiger vor einem Jahr zu gleichen Teilen Aktien von Volkswagen, RWE und E.On gekauft hat, immerhin allesamt im Dax vertreten, hat bislang gut die Hälfte seines Geldes verbrannt. Größe und Bekanntheit bieten also keine Anti-Verlust-Garantie. Während der Dax auf Jahressicht Anlegern inklusive Dividenden nur 0,3 Prozent Ertrag gebracht hat, stehen die Indizes der mittelgroßen und kleineren Börsenwerte, MDax und SDax, noch knapp 20 Prozent im Plus.

Also einfach die Aktien ein paar kleiner, unbekannter Unternehmen kaufen? So simpel ist es nicht. Mittlerweile sind die im MDax und SDax vertretenen Werte relativ teuer, zumindest wenn man die Kurse in Relation zu den für dieses Jahr erwarteten Gewinnen, den Dividenden oder auch dem Wert des bilanzierten Vermögens setzt. Anleger trauen den Unternehmen der zweiten Reihe also viel Wachstum zu. Enttäuschen sie, drohen Kursrückschläge. Die WirtschaftsWoche hat daher gezielt nach zurückgebliebenen Nebenwerten gesucht, deren Kurse sich über einen längeren Zeitraum schlechter als die Börse insgesamt entwickelten, die nun aber Chancen für die Zukunft bieten. Im Anschluss an die rein am Kurs orientierte Vorauswahl der Aktien haben wir die Unternehmen durchleuchtet.

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Die Vorauswahl orientiert sich an der Kursentwicklung der vergangenen fünf Jahre – also von September 2010 bis September 2015 –, in denen die Börse sich grundsätzlich gut entwickelt hat. Betrachtet man die Kursentwicklung seit September 2011, 2012, 2013 oder 2014, schneidet etwa Stahlproduzent Salzgitter stets schlechter als der Dax ab. Das allein wäre kein Kaufargument. Doch die Aktie hat ihren Rückstand Jahr für Jahr verringert. Solarproduzent SMA Solar hingegen hat den Dax im vergangenen Jahr bereits geschlagen, hat sich vorher aber, jeweils von September bis September, schlechter als der Markt entwickelt. Auch die übrigen vorgestellten Werte haben den Markt über zwölf Monate schon getoppt, waren aber vor vier, vor drei und vor zwei Jahren jeweils schlechter gelaufen. Haben diese Unternehmen das Zeug, den Markt nun dauerhaft abzuhängen? Unsere Detailanalyse liefert Antworten.

Kursentwicklung von Dax, SMA Solar und Salzgitter

Kursentwicklung von Dax, SMA Solar und Salzgitter (zum Vergrößern bitte anklicken)

Um 18 Prozent lagen die weltweiten Stahlpreise in der ersten Hälfte 2015 unter denen von 2014. Angesichts der Schwäche in China und der Krisen in Brasilien und Russland ist eine schnelle Erholung unwahrscheinlich.

Kein Wunder also, dass Stahlaktien billig sind. Ganz besonders billig ist Salzgitter aus Niedersachsen. Nur 1,3 Milliarden Euro bringen ihre Aktien zusammengenommen noch auf die Waage. Dabei ist Salzgitter mit einer Jahresproduktion von mehr als sieben Millionen Tonnen Rohstahl einer der größten Stahlkocher Europas. Bei neun Milliarden Euro Geschäftsvolumen kostet jeder Euro Jahresumsatz an der Börse nur noch 20 Cent. Das ist noch ein Viertel weniger als beim Konkurrenten ThyssenKrupp.

Riedls Dax-Radar Chance für Dax und Spekulationen um VW

Die jüngste Erholung im Dax verlief dynamisch und vielversprechend. Die anstehende Quartalssaison könnte dem Aktienmarkt eine wichtige Unterstützung geben.

Der Dax bleibt interessant Quelle: dpa

Dabei ist Salzgitter stabiler finanziert. Die Eigenkapitalquote ist mit 35 Prozent ansehnlich, netto sind 178 Millionen Euro in der Kasse. Gut entwickelt sich die 25-prozentige Beteiligung an der Kupferhütte Aurubis, derzeit immerhin ein Wert von 650 Millionen Euro. Und dass ein Viertel der Salzgitter-Aktien beim Land Niedersachsen liegen, ist für den Erhalt des Unternehmens kein Nachteil.

41 Millionen Euro netto blieben Salzgitter im ersten Halbjahr, nach 16 Millionen Euro Verlust im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Sparmaßnahmen wirken. Günstige Preise für Erz und Kokskohle senken die Kosten der Stahlproduktion. 2016 könnte Salzgitter erstmals wieder netto über 100 Millionen verdienen. Salzgitter-Aktien sind eine Turnaround-Spekulation, für die Anleger etwas Geduld brauchen. Doch beim aktuellen Kurs sind die Startbedingungen nicht schlecht.

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