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Aktienbewertung: Schön gerechnet

von Christof Schürmann

Wie bemisst sich der Wert einer Aktie? Beharrlich hält sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis als Kerngröße, um herauszufinden, ob eine Aktie an der Börse günstig oder teuer ist. Doch die Zahlen der Unternehmen sind zu oft geschönt.

Ein Blick auf das Parkett der Quelle: dpa
Ein Blick auf das Parkett der Frankfurter Börse und den Deutschen Aktienindex (DAX) in Frankfurt am Main. Quelle: dpa

Analysten filtern aus dem Bilanzwust Kerngrößen heraus und passen nach Vorgabe der Unternehmen Umsatz- oder Gewinnzahlen an, je nachdem, wie sie die Entwicklung des Unternehmens, der Branche und der Konjunktur einschätzen. Beharrlich hält sich vor allem das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) – der anteilige Gewinn je Aktie, gemessen am aktuellen Börsenkurs – als Kerngröße der Aktienbewertung. Doch der taxierte Gewinn entspricht oft nicht mehr dem echten Nettoertrag, weil häufig Sondereinflüsse herausgerechnet sind.

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Mit Risikozuschlag

Wenn Investoren mit den von vielen Unternehmen schöngerechneten Zahlen arbeiten und daraus das KGV ermitteln, wird es kritisch. Das KGV ist offenbar unten, die Aktie vermeintlich günstig zu haben. Der Dax insgesamt kostet zurzeit nur den rund neunfachen geschätzten Gewinn aller 30 Unternehmen. Das wäre günstig. Allerdings sollten vorsichtige Anleger darauf einen Risikozuschlag nehmen. Erstens fließen bereinigte Gewinne mit in die Schätzungen ein, zweitens ist das KGV seit Jahren mangels Abschreibungen auf übernommene Firmen überhöht. Wer auf beide Unsicherheitsfaktoren je 20 Prozent Risikozuschlag nimmt, kommt schon auf ein KGV von 12,6.

Verluste

 Auch damit wäre der Dax nicht überteuert. Jedoch drohen 2012 rückläufige Unternehmensgewinne, falls sich die Konjunktur nicht fangen sollte. In der Summe ist der Dax, gemessen an allen Risiken, höchstens fair bewertet. Zumal eine weitere wichtige Kennzahl, das Kurs-Buch-Verhältnis (der Anteil der Aktionäre am Vermögen der Dax-Unternehmen) mit einem Faktor von 1,2 nicht günstig ist. Wer noch die 192 Milliarden Euro an abschreibungsgefährdeten Prämien vom Vermögen der Dax 30 abzieht, kommt auf ein KBV von 1,8. Das ist teuer.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 05.10.2011, 20:00 UhrAnonymer Benutzer: Neuer STEUERGELDRAUB durch FAIR-VALUE-BANKEN!

    Wirklich der WiWO würdige Zusammenfassung, dafür Herrn Schürmann und WiWO einen Dank! Was aber "Fair-Value-Überraschung" über plötzlich "schockierende" bilanzen bei Goldman, RbS & Co geht: diese sind wohl nicht "plötzlich" ohne iiF-Masterplan zur so von Politik neu genötigten REKAPiTALiSiERUNG "wg. SCHULDENKRiSE" - hier wird generalstabsmässig WiEDERMAL bei ahnungslosen bzw. WiSSEND EiGENE MACHTPLÄNE verfolgenden Politikern Panik geschürt mit Volleyvorlage der "Kreditklemme", "unseren gefährdeten Sparern" und dreisten "DURCH *SCHULDENKRiSE* notwendigen bANKEN-REKAPiTALiSiERUNG"!

    Erst retten wahnsinnige lobbygetriebene Staaten trotz so schon eigener Staatsüberschuldung die sowieso mit 1-2% realen Eigenkapital fast durch die bank längst insolventen banken, um dann eigene so schon nur noch mit kurzfristigen Vehikeln zusammengeschusterte Refinanzierung deswegen endgültig so nicht mehr über dieselben banken stemmen zu können!
    Und das wiederum wird nun frech im Zirkelschluss von der durchtriebenen bankelobby, neben dem politische inkontinenz umgehend auslösenden bösen R-Wort und o.g. Gleittriggern, mit dem Zirkelbezug "*DURCH SCHULDENKRiSE* sofort notwendigen neuen bANKEN-REKAPiTALiSiERUNG" gekrönt!

    Und dass bei gerade von barroso höchstpersönlich bei der "Rede zur Lage der Union" "bereits seit 2007 ausgegebenen 4.600 Mrd EU-bANKENHiLFEN 'durch STEUERZAHLER' " (50% EU-biP)!
    Und das trotz der vor kurzer Zeit u.a. von FTD/"Das Kapital" den EU-bANKEN bescheinigten mind. 30 biLLiONEN eigenen AKTiVA!!!

    Sollten die Politiker wie es nun absehbar ist, das trotz der o.g. *wohlbekannten Tatsachen* trotzdem auf Kosten der EU-Steuerzahler wieder durchziehen, dann kann man nur noch vom bewussten und offenen Staatsstreich gegen den Souverän der Verfassung, das EiGENE VOLK nämlich, ohne Abstiche und Relativierungen sprechen!

    Am Reichstag steht nicht "Der panglobalen Finanzoligarchie", sondern unbequem aber wahr: "DEM DEUTSCHEN VOLKE"!

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