Aktienempfehlungen: Die Analystenzunft schrumpft - na und?

KommentarAktienempfehlungen: Die Analystenzunft schrumpft - na und?

von Andreas Toller

Die Zahl der Analysten, die sich mit dem deutschen Aktienmarkt beschäftigen, sinkt. Aber richtig schlimm ist das nicht.

Das Geschäft mit Aktien ist eigentlich zyklisch. In Phasen fallender Kurse oder lustloser Märkte sinken nicht nur die Anlegergelder, sondern auch das Geschäft im Investmentbanking in den Geldhäusern und die Umsätze der Börsenbetreiber sinken. Dann bauen die Banken Stellen ab und konzentrieren sich auf andere Geschäftsfelder – etwa das Privatkundengeschäft mit seinen Konten, Finanzierungen und Sparverträgen.

An den Börsen läuft es seit dem Sommer 2012 prima, demnach müssten die Banken eigentlich neue Stellen schaffen. Aber diesmal treten die Banken auf die Bremse im Investmentbanking. Denn dieser Geschäftszweig hat aufgrund der höheren Bilanzrisiken im Vergleich zum Privatkunden- und Finanzierungsgeschäft an Bedeutung eingebüßt. Zudem haben strengere Vorschriften und starke Marktschwankungen die Gewinne der Börsenprofis geschmälert. Eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) gehören die Eigenkapitalrenditen von 15 bis 20 Prozent für Investmentbanken der Vergangenheit an. Ende 2012 lag der Durchschnitt der Branche zwischen zehn und 13 Prozent. Aufgrund von Regulierungsvorschriften müssten weitere drei Prozentpunkte noch verarbeitet werden.

Anzeige

Die besten Analysten nach Aktienempfehlungen

  • Rang 1: Metzler Equities

    Pieper, Jürgen

    Der Autoanalyst erhielt bereits 14 Auszeichnungen und ist damit der bislang erfolgreichste Aktienkenner.

    Quelle: Thomson Reuters Starmine, Handelsblatt

  • Rang 2: DZ Bank

    Czerwensky, Robert

  • Rang 3: UBS

    Ubert, Sebastian

    Von Sebastian Ubert stammte einer der gewinnträchtigsten Aktientipps: Bei Roboterhersteller Kuka (MDax) verdoppelte sich der Kurs nach der Empfehlung.

  • Rang 4: CA Cheuvreux

    Kauffmann, Sebastian

  • Rang 5: DZ Bank

    Schnitzer, Harald

    Im Jahre 2012 belegte Schnitzer den siebten Platz im Ranking nach Gewinnschätzung

  • Rang 6: HSBC Global Research

    Rath, Christian

  • Rang 7: DZ Bank

    Sturm, Herbert

  • Rang 8: Commerzbank Corporates & Markets

    Pauls, Heike

  • Rang 9: Commerzbank Corporates & Markets

    Wendorff, Daniel

  • Rang 10: Nord - LB

    Schwope, Frank

Die Konsequenz: Viele Banken haben im Zuge der Finanz- und Euro-Schuldenkrise ihre Kapazitäten im Investmentbanking abgebaut, nach Fusionen die Abteilungen zusammengelegt oder den Geschäftsbereich ganz geschlossen. So hat eine der größten Investmentbanken der Welt, Morgan Stanley, 1600 Jobs gestrichen. Goldman Sachs entließ im Frühjahr 400 Mitarbeiter, vor allem in Aktienhandelsgeschäft. Die Deutsche Bank trennte sich von 1500 Investmentbankern. Der Börsendaten- und Nachrichtenanbieter Thomson Reuters schätzt, dass die Zahl der Analysten und Börsenhändler insgesamt um rund 15 Prozent gesunken ist. Das ergab eine Untersuchung von Thomson Reuters Starmine, aus der das Handelsblatt exklusiv berichtet.

Der deutliche Abbau im Investmentbanking hat auch für Privatanleger eine problematische Nebenwirkung: Die Zahl der Aktienanalysten schwindet – und damit auch die Zahl der analysierten Aktien. Bei der DZ Bank, Investmentbank und Dachinstitut der Sparkassen, sank die Zahl der Mitarbeiter im Research - wie die Analyseabteilungen gemeinhin heißen - laut Handelsblatt von 27 auf 18. Cheuvreux verzichtet nach der kürzlichen Übernahme des Wettbewerbers Kepler demnach auf die Hälfte der Analysten. BayernLB, BHF-Bank, HypoVereinsbank und Sal. Oppenheim haben zum Beispiel ihre Analyseabteilungen komplett dicht gemacht. Insgesamt haben innerhalb von zwei Jahren acht Börsenbroker ihr Research aufgegeben oder wurden mit den anderen Banken zusammengeschlossen.

Unterbewertete Aktien Wo Anleger noch Börsenraketen finden

Trotz neuer Höchststände im Dax bietet die Börsen-Hausse noch Chancen. Empfehlenswert sind Aktien kleinerer Unternehmen, die in Nischen operieren und noch günstig bewertet sind.

Quelle: dpa

Da jeder Analyst nur eine begrenzte Anzahl von Aktien im Blick behalten kann, fehlt damit immer mehr Research, insbesondere zu den kleinen und mittelgroßen Aktien. Für Anleger ist das allerdings kein Drama. Die großen internationalen Analyseabteilungen und -dienstleister konzentrieren hinsichtlich des deutschen Aktienmarktes ohnehin meist auf die 30 Dax-Aktien, einige wenige decken auch den MDax ab. „Ob ein Unternehmen gecovert wird, hängt von dessen Bekanntheitsgrad ab und von dem, was gerade angesagt ist“, kommentierte das Roger Peeters, Vorstand beim Wertpapierbroker Close Brothers Seydler gegenüber dem Handelsblatt. Anders gesagt: Zu den bekannten Aktien gibt es reichlich Analysen, zu exotischeren Titel –bei denen eine Analyse tatsächlich ab und an hilfreich wäre – liegt nur selten ein halbwegs aktueller Research-Bericht vor.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%