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Aktienhandel: Nicht jede Spielart ist legal

Aktienhandel: Wie Privatanleger ausgetrickst werden

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Nicht jede Spielart ist legal

Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, Orakel von Omaha, Investmentguru Nummer 1

Warren Buffett ist der drittreichste Mann der Welt. Sein Vermögen wird auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt. Das Erfolgsrezept des US-Investors: Buffett investiert in Unternehmen, die er für unterbewertet hält. Und er kauft nur, was er auch versteht. Selbstbewusstsein, Talent und Gespür kommen hinzu. Zuletzt hat er seinen Anteil an IBM und Wells Fargo aufgestockt.

Top-Aktien im Portfolio von Warren Buffett:

1. Coca-Cola:

Wert der Aktien: 15,6 Milliarden Dollar

Anteil im Portfolio: 21 Prozent

Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent

4. American Express:

Wert der Aktien: 8,8 Milliarden Dollar

Anteil im Portfolio: 11,9 Prozent

Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent

2. Wells Fargo:

Wert der Aktien: 13,7 Milliarden Dollar

Anteil im Portfolio: 18,5 Prozent

Veränderung zum Vorquartal: + 4,2 Prozent

5. Procter & Gamble:

Wert der Aktien: 3,7 Milliarden Dollar

Anteil im Portfolio: 4,9 Prozent

Veränderung zum Vorquartal: - 18,6 Prozent

3. IBM:

Wert der Aktien: 13,0 Milliarden Dollar

Anteil im Portfolio: 17,5 Prozent

Veränderung zum Vorquartal: + 3,5 Prozent

6. Wal Mart:

Wert der Aktien: 3,3 Milliarden Dollar

Anteil im Portfolio: 4,4 Prozent

Veränderung zum Vorquartal: 0 Prozent

Quelle: SEC, stockpickr.com; Stand: 3.9.2012

Der Handel in Reaktion auf Nachrichten ist eine neue Spielart des Hochfrequenzhandels, bei dem in zunehmendem Ausmaß hochgezüchtete Computer nach festen Algorithmen gegeneinander handeln. Rund 40 Prozent des Handelsumsatzes der Deutschen Börse hängen Schätzungen zufolge von algorithmischen Strategien ab. Längst nicht jede Spielart ist dabei legal (siehe Kasten untern). Anleger werden zunehmend von intelligenten Algorithmen ausgebootet. Viele Hochfrequenzhändler etwa stellen ihre Computer nicht deshalb so nah an den Hauptrechner der Börse, um schneller handeln, sondern um Aufträge blitzschnell stornieren zu können.

Die Nähe zum Börsenrechner zählt

In den USA etwa schoss nach Informationen der Aufsicht kürzlich binnen Sekunden ein Hochgeschwindigkeitshändler mehr als 47 000 Kaufaufträge für die US-Aktie PSS World Medical in die Börsensysteme. Ein Rekord. Ziel des Traders könnte Folgendes gewesen sein: Da sich Kurse nach Angebot und Nachfrage richten, könnte der Preis der Aktie steigen. Und zwar dann, wenn andere Hochleistungsrechner, deren Algorithmen darauf programmiert sind, hohe Nachfrage zu identifizieren, tatsächlich kaufen. Der Algo-Trader aber, der den ersten Massenauftrag ins System geschossen hat, storniert dann seinen Spam-Auftrag blitzschnell wieder, nachdem er den Kurs in die gewünschte Richtung getrieben hat. Weil seine Computer nah genug am Börsenrechner stehen, bekommt er das hin – und kann eigene Aktien zu höheren Kursen verkaufen.

Die Strategien der Blitz-Trader

  • News-Reader

    News-Reader (Handel auf Nachrichten):

    Empfängt computerlesbare Nachrichten und handelt, bevor Kurse reagieren.

    Status: Erlaubt

  • Arbitrage (Kursunterschiede nutzen)

    Arbitrage (Kursunterschiede nutzen):

    Kauft Papiere an einer Börse und verkauft an einer anderen teurer.

    Status: Erlaubt

  • Pinging (Anklopfen)

    Pinging (Anklopfen):

    Sucht Liquidität, schickt kleine Orders zur Börse und späht so Handelsbücher aus.

    Status: Bedenklich

  • Sniping (Aus dem Hinterhalt schießen)

    Sniping (Aus dem Hinterhalt schießen):

    Handelt, bis er ausgespäht hat, wo die Limits anderer Trader liegen.

    Status: Bedenklich

  • Scalping (Abschneiden)

    Scalping (Abschneiden):

    Sucht große Orders und kauft Papiere früher. Verkauft wenig später teurer wieder.

    Status: Bedenklich

  • Quote Stuffing (Leitungen verstopfen)

    Quote Stuffing (Leitungen verstopfen):

    Sendet Hunderte Orders und löscht sie. Profitiert von Arbitrage an anderer Börse.

    Status: Gefährlich

  • Spoofing bzw. Layering (Täuschen)

    Spoofing bzw. Layering (Täuschen):

    Ein Algorithmus bewegt einen zweiten zum Handeln und verdient daran.

    Status: Gefährlich

  • Wash Trades (Mit sich selber handeln)

    Wash Trades (Mit sich selber handeln):

    Kauft und verkauft gleichzeitig, täuscht Nachfrage nach einem illiquiden Papier vor.

    Status: Gefährlich

  • Frontrunning (Vordrängeln)

    Frontrunning (Vordrängeln):

    Kennt Kundenaufträge und deckt sich ein, bevor er für diese handelt.

    Status: Verboten!

    Quellen: eigene Recherche

Das Platzieren von Handelscomputern in Börsen-Rechenzentren, im Fachjargon Co-Location genannt, hebelt das Prinzip Börse, das auf Gleichberechtigung der Handelsteilnehmer zielt, aus. „Wenn sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis und eine Stückzahl einigen und die Hände zum Abschluss ausstrecken, hat dann oft nur einer der beiden die Möglichkeit, die Hand noch zurückzuziehen“, sagt der ehemalige Börsenvorstand und Ex-Eurex-Chef Rudolf Ferscha und fordert, Börsenregeln zu verschärfen. Und auch für Bundesbanker Nagel stellt sich die Frage, ob „das technologische Wettrüsten am Kapitalmarkt gesamtwirtschaftlich wirklich sinnvoll ist“.

Besonders spannend wird es immer, wenn Algorithmen gegeneinander antreten. Viele Händler schicken ihre Maschinen permanent auf die Suche nach großen Börsen-Orders anderer Trader, zum Beispiel jene von Pensionskassen. Sie nennen das Orderbuch-Scalping oder, wie es einer übersetzt: „Kopfhaut abschnibbeln“.

Trefferquote von 67 Prozent

Es sei der Versuch, sich von einer großen Order ein kleines Stückchen abzuschneiden. Seine Algorithmen finden 30 bis 50 Mal am Tag einen Großauftrag und versuchen, anderen Börsianern blitzschnell Papiere vor der Nase wegzuschnappen. Steigt der Kurs dank der hohen Nachfrage, werden die Papiere im Schnitt zehn Sekunden später einen Tick teurer wieder verkauft. „Die Trefferquote liegt bei über 67 Prozent“, schwärmt der Händler. Pro Trade setzt er mit der Strategie 100 Millionen Euro an der Börse um – macht im Monat schnell 60 Milliarden.

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Schnelligkeit der Rechner ist deshalb so wichtig, weil Börsensysteme hauptsächlich nach der Preis-Zeit-Priorität funktionieren: Das Deutsche-Börse-Handelssystem Xetra überprüft als Erstes die Preislimits der Orders. Vorrang haben solche mit besseren Preisen. Kommen zwei Orders mit dem gleichen Preis kurz nacheinander rein, wird die erste zuerst ausgeführt.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.08.2012, 20:13 Uhrinvestor

    Wenn ich das richtig verstanden habe,ist es nicht notwendig in Vorleistung zu treten. Man braucht nur sein Kapital bei Da Vinci investieren und schon ist man auch als Kleinanleger dabei.

  • 30.08.2012, 16:04 UhrBigBoy

    Die Türe zum Hochfrequenzhandel steht jedem offen, wenn er bereit ist das Risiko zu übernehmen und darüber hinaus noch bereit ist in Vorleistung zu treten, um z.B. die hohen Kosten für IT und Colocation zu bezahlen.

  • 29.08.2012, 18:18 Uhrrs-depot.de

    Wenn ein Kleinanleger sich mit Hochfrequenzhandel versuchen will, seine Sache. Aber es gibt gute Trendfolgealternativen im mittelfristigen Anlagebereich. Wenn Positionen mehrere Wochen oder Monate gehalten werden ist der Hochfrequenzhandel ohne Bedeutung. Da sind dann zwar nur 10-15% p.a. machbar, aber das müssen die Sekundentrader erstmal erreichen, denn dort begrenzt die Konkurrenz auch die Gewinne.

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