Aktienhöhenflug: Telekom feiert US-Comeback

Aktienhöhenflug: Telekom feiert US-Comeback

Meilenstein für die Deutsche Telekom in Amerika: Das Sorgenkind T-Mobile US findet nach Jahren des Niedergangs wieder Anschluss. Die Aktie ging durch die Decke - der Börsenwert stieg um drei Milliarden Euro.

Handynutzer zwischen New York und San Francisco wechselten im vorigen Quartal scharenweise zum viertgrößten US-Mobilfunker. Auch auf dem hart umkämpften Heimatmarkt lockten die Bonner zahlreiche neue Abonnenten. "In den USA legen wir eine gewaltige Trendwende vor und wollen den Erfolgsweg fortsetzen", sagte Konzernchef Rene Obermann. Im vergangenen Quartal lockte T-Mobile US 688.000 neue Vertragskunden an. Es ist das erste Plus seit dreieinhalb Jahren. "Damit haben wir mehr Kunden gewonnen als AT&T im gleichen Zeitraum", ergänzte Obermann mit Verweis auf den übermächtigen US-Rivalen. Zum Vergleich: Seit Mitte 2009 - als die Zahl der Vertragskunden bei T-Mobile US auf einem Rekordhoch von 27 Millionen rangierte - wanderte ein Viertel von ihnen ab. Schmerzhaft war das besonders, da sie mehr Geld für das Telefonieren ausgeben als Prepaid-Nutzer.

Telekomliberalisierung: Die Meilensteine seit der Postreform

  • 30. Juni 1987

    Die EU-Kommission steckt mit dem sogenannten Grünbuch die Grundzüge eines neuen ordnungspolitischen Rahmens für die Öffnung der Telekommunikationsmärkte in Europa ab.

  • 1. Juli 1989

    Das Poststrukturgesetz tritt in Kraft. Mit der Postreform I werden insbesondere die Märkte für Mobilfunk und Endgeräte liberalisiert. Kunden können erstmals die Telefone, die sie an den Anschluss stöpseln, frei auswählen.

  • 15. Dezember 1989

    Mannesmann Mobilfunk gewinnt die Ausschreibung für die D2-Lizenz und tritt mit dem Bau des ersten privaten Mobilfunknetzes in Konkurrenz zur Bundespost.

  • 1. Januar 1994

    Die Postreform II wird mit dem Ziel verabschiedet, die Bundesunternehmen Telekom, Postdienst und Postbank in Aktiengesellschaften umzuwandeln.

  • 1. Januar 1998

    Das Festnetzmonopol der Deutschen Telekom fällt, Telekom-Kunden können erstmals über alternative Anbieter durch Eingabe von Netzvorwahlen (Call by Call) telefonieren.

  • 1. Juli 2004

    Die ersten alternativen Anbieter bieten DSL-Anschlüsse in Konkurrenz zur Deutschen Telekom an. Bis heute sind neun Millionen Kunden gewechselt.

  • 24. Februar 2007

    Die Telekom bekommt mehr Freiheiten für ihr neues Glasfasernetz VDSL, das sie für zwölf Millionen Haushalte in 50 Städten ausrollt. Konkurrenten können erst 2009 die ersten Produkte vermarkten.

  • 12. Juli 2012

    Die EU-Kommission kündigt erstmals eine „Digitale Agenda“ für die Neuordnung des Telekommunikationsmarktes an. Schneller Ausbau von Glasfasernetzen ist dabei wichtiger als weitere Preissenkungen.

  • 9. April 2013

    Die Bundesnetzagentur ändert das bisherige Regulierungsregime. Die Deutsche Telekom darf unter bestimmten Auflagen eine neue Technik (Vectoring) exklusiv einsetzen, um mit dem überlegenen Kabel-TV-Anschluss konkurrieren zu können.

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Der Ausbau des einst löcherigen Handynetzes und die Einführung des iPhones, das T-Mobile US nach jahrelanger Verspätung erst seit April anbietet, brachten die Wende. Im abgelaufenen Quartal verkaufte T-Mobile US allein 900.000 der Edel-Handys von Apple. Die Kunden-Offensive will Obermann weiter vorantreiben. "Wir erhöhen dazu das Budget für Marketing-Investitionen in den USA." Um bis Jahresende nochmals bis zu 700.000 Vertragskunden zu gewinnen, mache der Konzern 600 Millionen Dollar extra locker. Analystin Robin Bienenstock von der Bank Bernstein hält die Strategie für sinnvoll. "Jetzt in den USA zu investieren ist die richtige Entscheidung, damit T-Mobile US das meiste aus der derzeitigen Dynamik machen kann." Anleger jubilierten: Die T-Aktie schnellte um bis zu sieben Prozent nach oben und war damit einer der größten Dax-Gewinner.

weitere Artikel

Die Geschichte der Telekom in den Vereinigten Staaten ist ein einziges Auf und Ab. Im Jahr 2001 hatte der ehemalige Konzernchef Ron Sommer für den T-Mobile-Vorgänger Voicestream 40 Milliarden Euro gezahlt. Danach war der Ableger lange Zeit Wachstumslokomotive des Konzerns, bis Ende des Jahrzehnts nicht mehr genug Geld in das Netz gesteckt wurde - die Tochter fiel im Vergleich zu den größeren Rivalen Verizon Wireless, AT&T und Sprint immer weiter zurück.

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