Aktienmarkt: Katastrophale Kursverluste für Banken

Aktienmarkt: Katastrophale Kursverluste für Banken

, aktualisiert 24. Juni 2016, 15:00 Uhr
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Bankaktien brechen nach dem Brexit ein.

von Michael MaischQuelle:Handelsblatt Online

Die schlimmsten Befürchtungen der Anleger werden wahr: Die Finanzbranche gehört zu den größten Verlierern des Brexits. Die Anleger flüchten aus den Aktien.

LondonRuhe ist jetzt erste Banker-Pflicht. Nach dem hässlichen Brexit-Schock versuchen die Chefs der großen europäischen Geldhäuser ihre Kunden, ihre Investoren und wohl auch sich selbst zu beruhigen.

„Sicherlich sind wir als Bank mit Sitz in Deutschland und einem starken Geschäft in Großbritannien gut darauf vorbereitet, die Folgen des Austritts zu mildern“, versichert Deutsche-Bank-Chef John Cryan. Douglas Flint, Chairman des britischen Bankenriesen HSBC, versucht sich ebenfalls in Schadensbegrenzung: „Als eine der größten, stabilsten liquidesten und vorsichtigsten Finanzinstitutionen sind wir in einer guten Position, um die Kunden und die Märkte zu unterstützen.

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Unterstützung könnten die Märkte sicherlich brauchen, vor allem aber die Bankaktien selbst. Wie befürchtet gehören die Geldhäuser zu den Hauptleidtragenden des Brexits. Die Kursverluste fallen auf der Insel und dem Kontinent dramatisch aus.

Die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank verloren kurz nach dem Handelsstart am Freitagmorgen jeweils rund 16 Prozent. Für die Deutsche Bank ist das ein neues Rekordtief. Die Aktien der Royal Bank of Scotland lagen an der Londoner Börse rund 28 Prozent im Minus, Papiere von Lloyds und Barclays büßten mehr als 22 Prozent ein. HSBC kommt wegen seines starken Asiengeschäfts mit einem Minus von fünf Prozent bislang vergleichsweise glimpflich davon. Die italienische Unicredit verliert ein Viertel ihres Börsenwerts, die französische Societe Generale 18 Prozent.

Auch die Aktien der Versicherer kamen unter die Räder. Der britische Konzern Avira verlor rund 25 Prozent. Die Allianz sackte an der Börse um mehr als zwölf Prozent ab.

Die Aktien vieler europäischer Großbanken haben bereits ein miserables erstes Halbjahr hinter sich mit Kursverlusten von 30 Prozent und mehr. Bereits vor dem Brexit schlug den Geldhäusern so viel Misstrauen entgegen wie noch nicht einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Der Grund für die Kursverluste: Die Geldhäuser sind in einer Art perfektem Sturm gefangen. Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank frisst die Margen auf, die immer härteren Vorgaben der Finanzaufsicht untergraben Geschäftsmodelle, und junge Technologiefirmen greifen die Platzhirsche in beinahe allen Geschäftsfeldern an.


Kommt jetzt die Konsolidierung?

Dazu kommt jetzt auch noch der EU-Austritt Großbritanniens und der Schock an den Märkten und für die gesamte Weltwirtschaft. Der britische Notenbankchef Mark Carney warnte bereits vor einer Rezession auf der Insel. Das Münchener Ifo-Institut fürchtet, dass ein Ausstieg der Briten Deutschland im schlimmsten Fall drei Prozent Wachstum kosten könnte.

Viele Banker fürchten, dass der Ausstieg 2016 zu einem verlorenen Jahr machen könnte. „Schon in den vergangenen Wochen haben sich die Investoren angesichts der unkalkulierbaren Brexit-Risiken massiv zurückgehalten", warnte Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter der Berenberg Bank vor ein paar Tagen. Für die großen europäischen Investmentbanken bedeutet das eine Umsatzflaute.

Riehmer fürchtet, dass das Nein der Briten zur EU jetzt auch das zweite Halbjahr verderben könnte. Dazu kommen längerfristige Ängste. Weil der Brexit die Rolle von London als wichtigstem europäischem Finanzzentrum infrage stellt.

Allein die Deutsche Bank beschäftigt rund 8000 Mitarbeiter in Großbritannien. Die Frankfurter könnte der Brexit besonders hart treffen, weil der Schock das Geldhaus mitten in einem ohnehin teuren und kräftezehrenden Umbau erwischt.

Einige Analysten rechnen bereits mit einer Konsolidierungswelle in Europa: Weil die Chancen schlecht stehen, dass die Geldhäuser in absehbarer Zukunft ihre Einnahmen deutlich steigern können, müssen die Kosten runter, und dazu könnten große Zusammenschlüsse beitragen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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