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Aktientipp: Boiron: Eine Spezialität aus Frankreich

Die Aktie des führenden französischen Herstellers für homöopathische Produkte bietet gute drei Prozent Rendite.

Wie die Kirche im ausgehenden Mittelalter stur darauf beharrte, die Erde sei eine Scheibe, so sperren sich Schulmediziner vom alten Schlag immer noch gegen die Anerkennung der Homöopathie. Und das eigentlich nur, weil die Ausgangsstoffe homöopathischer Mittel so stark verdünnt werden, dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Ob es dem Patienten besser geht, interessiert die Hardliner weniger. In der Praxis ist der Glaubenskrieg um diesen alternativen Zweig der medizinischen Therapeutik allerdings längst ausgefochten. Weltweit absolvieren immer mehr Mediziner eine homöopathische Zusatzausbildung. Entsprechend lässt sich für homöopathische Arzneimittel ein gutes Wachstumspotenzial ableiten. Weltweit werden erst etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr mit Homöopathika umgesetzt – weniger als ein Prozent aller Medikamentenverkäufe. Vorreiter in Sachen Homöopathie ist Frankreich. Im Nachbarland wird Homöopathie als medizinische Methode seit 1997 offiziell anerkannt; nur Ärzte dürfen homöopathische Behandlungen verschreiben. Etwa jeder vierte Allgemeinmediziner in Frankreich setzt inzwischen auch Homöopathie ein. Die französische Regierung reduzierte die Erstattung für verschreibungspflichtige Homöopathika zwar auf aktuell 30 Prozent, dafür hob Paris aber unlängst das 1988 erlassene Verbot von Preiserhöhungen rezeptpflichtiger Homöopathika auf.

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Aktientipp Kursverlauf der Boiron-Aktie

KGV (2011/2012): 12,1/11,3
Kurs/Stoppkurs (in Euro): 22,12/17,90
Chance-/Risiko-Verhältnis (max. 10): 6/5

Der führende französische Hersteller ist das 1932 gegründete Familienunternehmen Boiron aus Sainte-Foy-les-Lyon. Das Unternehmen wird mehrheitlich von der Familie des Vorstandschefs Thierry Boiron kontrolliert. 2011 steigerte Boiron den Umsatz leicht um 0,5 Prozent auf 523,4 Millionen Euro. Davon stammten 44 Prozent aus dem Ausland. Ertragszahlen für das Gesamtjahr liegen noch nicht vor, aber sie werden schwach ausfallen. Im ersten Halbjahr schaffte Boiron nur eine rote Null beim Nettogewinn. Verantwortlich dafür aber waren hohe Investitionen in Produktionsanlagen, IT-Infrastruktur, Marketing und Personal. Boiron ist schuldenfrei und hält 60 Millionen Euro Barreserven. Trotz Gewinnrückgang sollten Aktionäre 68 Cent Dividende kassieren. Damit bietet der defensive Spezialwert gut drei Prozent Rendite.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.03.2012, 08:49 UhrAnonymer Benutzer: Claus_Fritzsche

    Hier ein paar Fakten aus der Wissenschaft:

    „Viele Wahrheiten“ in der Wissenschaft. – Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung.
    http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737

    Beste Grüße

    Claus Fritzsche
    (Im Gegensatz zu Kommentator "dalrok" NICHT ANONYM.)

  • 12.02.2012, 17:41 UhrAnonymer Benutzer: dalrok

    Der Artikel geht einfach davon aus, daß die bösen 'Hardliner' die Homöpathie nicht anerkennen wollen. Das ist kompletter Unsinn!
    Ein 200 Jahre altes und seitdem praktisch unverändertes Glaubenssystem, das auf dem Nicht-Wissen der damaligen Zeit über biologische Zusammenhänge basiert, und das bis heute jeglichen Beweis seiner Wirksamkeit schuldig geblibeben ist, kann man einfach nicht 'anerkennen'. Es ist einfach Humbug.
    Allerdings ist es ein äußerst einträglicher Humbug für Firmen wie Boiron, die damit praktisch risikolos, ohne Forshcung oder Wirknachweise vorweisen zu müssen, horrende Gewinne erzielen, indem sie Zuckerkügelchen und Lösungsmittel als 'Arznei' verkaufen.
    Das freut natürlich den Aktionär.
    Hauptkostenfaktor ist das wohl das aufgrund der erdrückenden Beweislage glücklicherweise immer schwerer werdende Marketing.

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