Allianz-Investmentchef: „Bunds sind im Blasen-Territorium”

Allianz-Investmentchef: „Bunds sind im Blasen-Territorium”

, aktualisiert 13. Juni 2016, 13:51 Uhr
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Bildet sich auf dem Markt für Staatsanleihen ein Blase? Allianz-Investmentchef Andreas Gruber hält das für wahrscheinlich.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutschlands größter Versicherer sieht den Markt für Staatsanleihen skeptisch. Investmentchef Andreas Gruber sieht die Gefahr von Blasen – und erklärt, was die Alternativen sind.

New York/MünchenDeutsche Bundesanleihen befinden sich im Blasen-Territorium, glaubt Investmentchef Andreas Gruber. Der Versicherungskonzern setzt deshalb auf ein anderes Pferd: Die Allianz plane, den Bestand an Unternehmensanleihen auszubauen, sagte Gruber in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg – trotz der jüngsten Unternehmensanleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Der Versicherer sei niemals wirklich ein starker Investor im Bereich deutscher Staatsanleihen gewesen, erklärte Gruber. Es habe auf den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere von unterstaatlichen Emittenten, von Unternehmen und für nicht auf Euro laufenden Schuldtitel stets viele bessere Alternativen gegeben.

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Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel am 10. Juni unter 0,01 Prozent und erreichte damit ein Rekordtief. Ein Schritt unter null würde Deutschland in die Gesellschaft von Japan und der Schweiz bringen, die bereits negative Renditen bei Anleihen mit Laufzeiten von einem Jahrzehnt oder länger aufweisen.

Der Einbruch der Bunds-Renditen hängt mit dem Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Die Notenbank hat ihrem ausgeweiteten 1,7 Billionen Euro schweren Kaufprogramm am 8. Juni Unternehmensanleihen hinzugefügt, um die Wirtschaft im Euroraum anzukurbeln.

Die Allianz plant Gruber zufolge, ihre Allokation in Unternehmensanleihen weiter auszubauen – trotz der Zentralbankkäufe. Das Volumen dessen, was die EZB erwerbe, sei im Verhältnis zum Gesamtmarkt viel geringer als bei Staatsanleihen, sagte er. Daher wirke sich das nicht so stark auf die künftigen Erträge oder die Liquidität aus. Die Allianz werde das Engagement im Bereich der Unternehmensanleihen weiter leicht verstärken. Das Unternehmen müsse andere Bereiche erweitern, da es keine Staatsanleihen oder andere Schuldpapiere mit negativen Renditen kaufe, fügte der Allianz-Chefinvestor an.


Investoren müssen höhere Risiken akzeptieren

Investoren müssten Gruber zufolge zudem mehr Risiken akzeptieren, um ihre Ertragserwartungen zu erfüllen. Es werde öfter zu Marktvolatilität mit höheren Ausschlägen kommen. Doch auf der positiven Seite schaffe das auch Chancen.

Um die Auswirkungen rekordniedriger Zinsen abzufedern, will der deutsche Versicherer auch mehr in alternative Anlagen investieren. Die Kategorie, zu der für die Allianz unter anderem Investitionen in Immobilien, Infrastruktur und erneuerbare Energien zählen, dürfte laut Gruber in diesem Jahr um 10 Milliarden Euro bis 20 Milliarden Euro wachsen - von 92 Milliarden Euro zu Ende 2015.

Mit Blick auf deutsche Immobilien ist Gruber allerdings vorsichtig. Der Wert von Wohnimmobilien haben sich in einigen Stadtvierteln wie etwa in Berlin oder Frankfurt in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt, geht aus Daten des Marktforschers Bulwiengesa hervor. Das Bundesfinanzministerium arbeitet an einem Gesetzentwurf, der im Falle einer auftretenden Blase am Immobilienmarkt der Aufsicht Bafin ermöglicht, Obergrenzen für Kredite festzulegen.

Die Allianz hat ihre Investments im Bereich der erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarparks in den vergangenen Jahren auf drei Milliarden Euro erhöht und würde dies auf längere Sicht gerne verdoppeln, sagte Gruber. Dem Versicherer gehören jetzt mehr als 60 Windparks und sieben Solarparks, die genug Strom erzeugen, um mehr als eine Million Haushalte zu versorgen.

Der Markt sei bei erneuerbaren Energien oder Infrastruktur weit von einer Blase entfernt, meinte Gruber. Daher handele es sich hierbei um die zwei attraktivsten Anlageklassen für die Allianz, bei denen sich das Unternehmen sogar so sicher fühle, um dem Portfolio sogar etwas Risiko hinzuzufügen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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