Anlagemöglichkeiten: Wie Anleger die Bankenkrise nutzen können

Anlagemöglichkeiten: Wie Anleger die Bankenkrise nutzen können

, aktualisiert 12. Dezember 2011, 11:18 Uhr
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Dunkle Wolken über dem Finanzdistrikt von Frankfurt: Die Bankenbranche geht einer ungewissen Zukunft entgegen.

von Georgios KokologiannisQuelle:Handelsblatt Online

Strenge Regulierung und hohe Abschreibungen auf Staatsanleihen – die Banken machen im Moment eine schwere Zeit durch. Spezielle Zertifikate klammern die Branche aus, oder setzen auf weiter fallende Kurse.

DüsseldorfBankaktien gehören zu den größten Verlustbringern an der Börse. Mehr als 40 Prozent hat der europäische Branchenindex Stoxx 600 Banks in den vergangen zwei Jahren eingebüßt. Sogar rund 50 Prozent beträgt das Minus bei dem Indexpendant Euro Stoxx Banks, das ausschließlich Finanztitel der Euro-Zone umfasst. Zum Vergleich: Im Schnitt legten europäische Aktien im selben Zeitraum um etwa fünf Prozent zu.

Und an den trüben Aussichten für Bankaktien dürfte sich auf absehbare Zeit wenig ändern. Erst kürzlich hat beispielsweise die Bank of England davor gewarnt, dass die Gewinnziele der britischen Geschäftsbanken zu optimistisch seien. Die Folgen der absehbar strengeren Regulierung auf die Institute seien nicht hinreichend berücksichtigt. Die unter dem Stichwort „Basel III“ bekannte strengere Regulierung des Finanzsektors habe unter anderem das Ziel, Investitionen in Banken risikoloser zu machen. Das aber gehe gleichzeitig mit einer geringeren Rendite für die Anleger einher, so die Notenbank.

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In die selbe Kerbe schlägt auch der künftige Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Die Bank-Branche werde sich auf geringere Renditen einstellen müssen. „Wir treten in eine Periode niedrigerer Renditen ein“, sagte Fitschen bei einer Veranstaltung am Wochenende in Berlin. Ebenfalls alles andere als ein zuversichtlich stimmendes Zeichen: Die Bundesregierung rüstet sich derzeit für mögliche Schieflagen von Banken. Spätestens im Januar soll das Kabinett grünes Licht für eine Revitalisierung des Rettungsfonds Soffin geben. Während der Finanzmarktkrise versorgte der Fonds in Not geratene Banken mit Kapital und Garantien. Vor allem die anhaltende Staatsschuldenkrise könnte neue Hilfen erforderlich machen.

Kein Wunder, dass sich viele Investoren trotz der optisch billigen Kurse zurückhalten. Das Argument‚ Bankaktien seien günstig, ziehe nicht, weil weitere Abschreibungen anstehen, warnen Experten. Fachleute befürchten jahrelang schrumpfende Bilanzen, hohe Refinanzierungskosten und zusätzliche Risikopotenziale durch die Anleihebestände. „Finger weg von Finanzaktien“ lautet beispielsweise der unmissverständliche Ratschlag von Stephan Albrech, Vorstand der Vermögensverwaltung Albrech & Cie.

Gleichzeitig rät der Experte aber Anlegern dazu, ihr Depot breit aufzustellen und möglichst viele Anlageklassen zu berücksichtigen. „Trotz der anhaltenden Turbulenzen an den Börsen sollten sich Anleger nicht vom Aktienmarkt zurückziehen", so Albrech. Der Grund: Wegen der politisch dominierten Kapitalmärkte, wisse niemand wie sich die einzelnen Anlageklassen weiterentwickeln. Da helfe nur diversifizieren.

Prinzipiell positiv gestimmt für die Börsen zeigen sich auch Finanzinstitute. Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank sehen die Aktienmärkte vor einer Erholung. Er rechne mit einem prozentual zweistelligen Kursplus bis Ende 2012, sagte Anfang der Woche Arnaud de Servigny, der die Investitionsentscheidungen der Vermögensverwaltungssparte verantwortet.


Auswege aus dem Dilemma

Ein Problem für Anleger: Die gescholtenen Finanzaktien sind in den meisten der großen Indizes enthalten. Gerade wer zur Risikostreuung auf marktbreite Indexfonds- oder -zertifikate setzt, investiert damit automatisch auch in die Problembranche. Beispiel Euro Stoxx 50: zwölf der 50 Einzeltitel des Euroland-Leitindex sind Finanzwerte wie etwa BNP Paribas, Société Générale und Unicredit.

Einen Ausweg aus dem Dilemma bieten spezielle Zertifikate. Dazu gehört auch eine Serie von Indexzertifikaten der Hypo-Vereinsbank, die erst seit kurzem auf dem Markt ist. Es handelt sich dabei um ein Dutzend Produkte ohne Laufzeitbegrenzung auf neue Aktienmarkt-Barometer des Indexanbieters Stoxx. Der Clou: Banken und andere Finanzdienstleister werden darin außen vor gelassen.

Es gibt jeweils sechs Indexzertifikate auf Total-Return-Indizes und sechs Papiere auf Preis-Indizes. Interessanter sind die erstgenannten, denn hier werden Dividendenausschüttungen in die Indexperformance miteingerechnet. Bei sämtlichen Zertifikaten fallen keine Managementgebühren an. Beispiele: Mit der Variante auf den Euro Stoxx 50 ex Financials (WKN: HV5MPU) klammern Anleger bei ihrer Investition in die bedeutendsten Aktien der Euro-Zone alle Finanztitel explizit aus – nicht nur Banken, sondern auch andere Finanzdienstleister wie Versicherungen.

Wer zwar sämtliche Finanzwerte ausschließen, aber auch außerhalb der Euro-Zone investiert sein will, kann auf den deutlich mehr Anteilsscheine umfassenden Stoxx 600 ex Financials setzen (WKN: HV5MPY). Mit einem weiteren Zertifikat der neuen Serie auf den Euro Stoxx 50 ex Banks lassen sich explizit nur die Banken aus dem Euroland-Börsenbarometer ausschließen (WKN: HV5MPT). Auch hier gibt es ein Pendant, das die Geldhäuser aus dem diversifizierteren Stoxx 600 eliminiert (WKN: HV5MPX).

Eine weitere Möglichkeit, wie Anleger mit der schwierigen Situation bei den Geldhäusern umgehen können, bieten zwei spezielle Zertifikate. Die schon seit längerem gehandelten Papiere eignen sich zum einen dazu, gezielt von weiter fallenden Kursen europäischer Bank-Aktien zu profitieren. Zum anderen lassen sich bereits bestehende marktbreite Investitionen im Depot gegen Verluste absichern, die durch Bank-Titel entstehen können.

Beim ersten Produkt handelt es sich um ein Reverse-Indexzertifikat der Landesbank Berlin auf den Stoxx 600 Banks TR (WKN: LBB0BV), das vor einem Jahr emittiert worden ist. Der Kurs von Reverse-Papieren steigt tendenziell, wenn der zugrunde liegende Index fällt und umgekehrt. Wer seit der Emission in dem Produkt investiert ist, konnte seinen Einsatz bisher mehr als verdoppeln. Die Funktionsweise: Die Differenz aus dem aktuellen Indexstand (derzeit 266,10 Punkte) und der anfangs festgelegten, fixen „Basis“ (460 Punkte) wird mit dem Bezugsverhältnis von 0,1 multipliziert. Daraus ergibt sich der Rückzahlungsbetrag. Dieser beträgt momentan 19,39 Euro und entspricht dem von der Emittentin gestellten Geldkurs. Fällt der Stoxx 600 Banks weiter, vergrößert sich die Differenz zur Basis und der Rückzahlungsbetrag steigt. Legt der Index dagegen zu, verringert sich der Abstand zur 460-Punkte-Marke und der Kurs des Zertifikats fällt. Im Extremfall droht in solch einem Szenario ein Totalverlust.

Alternativ können Anleger auf ein Indexzertifikat der Société Générale setzen (WKN: SG0H3). Hier wird nicht auf Produktebene „geshortet“ und der Indexverlust in einen Zertifikategewinn umgewandelt, sondern im Index selbst. Der Basiswert spiegelt die Entwicklung des Stoxx 600 Banks gegenüber dem Vortag mit einem Hebel von nahezu minus eins ab. Fällt der Bankenindex beispielsweise während eines Handelstages um fünf Prozent, legt der Shortindex um rund fünf Prozent zu – und umgekehrt. Basierend auf den täglichen Schlusskursen des Stoxx 600 Banks wird der Hebel des Shortindex immer wieder auf minus eins zurückgesetzt. Dadurch ist die spiegelverkehrt proportionale Entwicklung zum Branchenindex gewährleistet – im Gegensatz zu klassischen Reverse-Indexzertifikaten, bei denen sich der Hebel fortlaufend ändert. Im Gegenzug werden hier 1,25 Prozent jährliche Managementgebühr in Rechnung gestellt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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