Anlagestrategie: Sicherheit vor Rendite

Anlagestrategie: Sicherheit vor Rendite

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Gefährliche Ausschläge bei Dax, Dow Jones und Gold

von Anton Riedl

Nach den jüngsten Turbulenzen müssen sich die Anlagemärkte wieder einpendeln. Die Risiken sind erheblich, Investoren sollten vorsichtig sein.

Vorübergehender Crash oder lange Baisse? Das ist derzeit die entscheidende Frage für Anleger; egal, ob Aktionär, Anleiheninvestor oder Goldbesitzer. Handelte es sich bei dem Kurssturz nur um eine vorübergehende Korrektur, wären Notierungen im Aktienbarometer Dax um 5000 Punkte oder im Dow Jones um 10.500 Punkte Einstiegsgelegenheiten. Dann schlummerten, bei nur noch 1,8 Prozent Umlaufrendite (im April 3,2 Prozent) selbst in Bundesanleihen Kursrisiken. Und Gold könnte nach 500 Dollar Wertgewinn in nur zwei Monaten schnell an Glanz verlieren.

Doch die Gefahren für Anleger sind alles andere als vorübergehend. "Das größte Risiko geht von einer Eskalation der Staatsschuldenkrise aus", sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Käme es etwa zu einer Zahlungsunfähigkeit Italiens, würde das der Weltwirtschaft wie nach der Lehman-Pleite einen schweren Schlag versetzen. Damals, im Katastrophenjahr 2009, brachen die Gewinne der Dax-Unternehmen im Schnitt um drei Viertel ein.

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Dann das Risiko Amerika. Das Theater um die Anhebung der Schuldengrenze Anfang August verunsicherte nicht nur die US-Verbraucher. Es zeigt, dass das Land im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2012 tief in politischen Machtkämpfen steckt und nicht die Power hat, als Konjunkturlokomotive die Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Im Gegenteil, die Notenbank Fed, die ihre Null-Zins-Politik bis 2013 aufrechterhalten will, schließt einen abermaligen Rückfall in die Rezession nicht mehr aus. Auch in der Euro-Zone wird es frostig. Im August sank der ifo-Geschäftsklimaindex auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Geschäfts‧erwartungen sind rückläufig.

Nervöse Anleger

"Neue Hiobsbotschaften zu US-Wachstum und Staatsschuldenkrise dürften deren Abwärtstrend noch verstärken", warnt Alexander Krüger, Chefstratege des Bankhauses Lampe. Da hilft es wenig, dass die chinesische Wirtschaft mit 9,5 Prozent Wachstum im zweiten Quartal stabil bleibt und die Inflationsgefahren dank rückläufiger Energiepreise in den Hintergrund treten. An den Börsen signalisieren die wilden Ausschläge des Schwankungsbarometers VDax die Nervosität der Anleger. An den Anleihemärkten sind Bundespapiere trotz realer Geldentwertung (1,8 Prozent Durchschnittszins bei 2,5 Prozent Inflation) der Renner.

Für die nächsten Wochen bleiben die Risiken erheblich. Vorsicht ist oberstes Gebot. Aktien sind nur vereinzelt wieder interessant, bei Anleihen zählt nur die Sicherheit des Gläubigers, nicht der letzte Renditepunkt. Und Gold? Das bleibt die zentrale Versicherungspolice.

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