Dividende - der Profit der kleinen Leute

Anlegeralphabet: Dividenden - der Profit der kleinen Leute

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2017 gibt es einen neuen Rekord. Die Dax-Unternehmen werden insgesamt 31 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten.

von Mark Fehr

D wie Dividende - diese Folge unseres ABCs für Börsenanfänger klärt auf über Dividendenrenditen, Kurs-Gewinn-Verhältnisse und was das Finanzamt mit all dem zu tun hat.

Einmal im Jahr gibt es für Aktionäre einen ganz besonderen Termin. Das ist der Tag, an dem die Dividenden ausgeschüttet werden. Allein die Formulierung klingt schon vielversprechend, so als würden die stolzen Aktienbesitzer regelrecht mit Geld überschüttet. Diese Vorstellung ist übertrieben, auch wenn die Dividendenkönige der Wirtschaftselite an einem einzigen Ausschüttungstermin schon mal hunderte Millionen Euro kassieren, was etwa auf die Familien der Piëchs (Volkswagen, Porsche) oder der Quandts (BMW) zutrifft. Kein Wunder, denn die Clans sind Großaktionäre mit wesentlichen Beteiligungen an großen Dax-Unternehmen, dem Olymp der deutschen Wirtschaft. Sie besitzen Anteilspakete mit zig Millionen Aktien.

Bei Privatanlegern dagegen sind die Dividendeneinnahmen überschaubar. Trotzdem sind Dividenden als Ersatz für die fast auf Null geschrumpften Sparzinsen eine wichtige Säule bei der privaten Geldanlage. Sie ermöglichen jedem Aktionär die Teilhabe an den Gewinnen größerer oder kleinerer Aktiengesellschaften, ohne jemals Unternehmer gewesen zu sein. Bequemer kann man nicht beim Kapitalismus mitmachen. Dank Dividenden und Aktien lässt sich Wirtschaft demokratisieren – jedenfalls zu einem Teil. Voraussetzung ist, dass Normalsterbliche sich ein bisschen für Aktien interessieren und sich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten ein paar davon kaufen, auch wenn sie damit ins Risiko gehen.

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Von der gesamten Ausschüttung eines Jahres entfallen auf die einzelne Aktie typischerweise nur kleinere Beträge im Cent- oder Euro-Bereich. Der Technologiekonzern Siemens zum Beispiel hat auf seiner jährlichen Hauptversammlung am 1. Februar diesen Jahres beschlossen, von seinem Milliardengewinn aus dem Geschäftsjahr 2016 je Aktie 3,60 Euro auszuschütten. Gezahlt wurde ein paar Tage darauf, am 6. Februar.

Teilt man die 3,60 Euro durch den Kurs der Siemens-Aktie von 122,80 Euro am Tag der Hauptversammlung, ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent. Sie gilt als relative Größe für die unzähligen Kleinaktionäre genauso wie für die wenigen Eigentümer der ganz großen Anteilspakete.

Was sagt die Dividendenrendite aus? Aktionäre können diese Kennzahl als Verzinsung auf ihr investiertes Kapital interpretieren – in Zeiten, in denen festverzinsliche Anlagen fast gar keine Zinsen mehr abwerfen, sind 2,9 Prozent Rendite wie jetzt bei Siemens ein nettes Trostpflaster.

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Die in den Finanzportalen jederzeit aktuell angegebenen Dividendenrenditen richten sich nach dem Tageskurs der jeweiligen Aktie. Die Frage ist, welcher Tageskurs am aussagekräftigsten ist. Anleger sollten bei der Berechnung ihrer persönlichen Dividendenrendite am besten den Kurs berücksichtigen, zu dem sie ursprünglich mal gekauft haben. Aus Sicht von Aktionären, die zu niedrigeren Kursen bei dem Unternehmen eingestiegen sind, fällt die Dividendenrendite natürlich günstiger aus. Denn klar, die Dividenden fließen an jede Aktie, egal zu welchem Preis ihr Eigentümer ursprünglich eingestiegen ist. Unterschiede bei den Dividenden kann es lediglich zwischen verschiedenen Aktiengattungen eines Unternehmens geben. Vorzugsaktien können mit einer höheren Dividende ausgestattet sein als Stammaktien, die Aktionären auch ein Stimmrecht auf der Aktionärsversammlung einräumen. Bei Vorzugsaktien verzichten Aktionäre auf ihr Stimmrecht zugunsten einer höheren Dividende.

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