Anlegeralphabet: Welche Regeln halten die Börsen im Zaum?

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Anlegeralphabet: Börse - über Mythen, Missverständnisse und Perfektion

Welche Regeln halten die Börsen im Zaum?

Aber noch einmal kurz zurück zu den Autos, Wohnungen oder Häusern. Sie sind eben keine standardisierten und gleichartigen Waren, für die sich einheitliche Preise festlegen ließen. Immobilien sind Einzelanfertigungen, darüber hinaus entscheidet die immer unterschiedliche Lage über einen wesentlichen Teil des Werts, was Besichtigungen vor Ort unvermeidbar macht. Auch bei mobilen und in Serie hergestellten Gütern wie Gebrauchtwagen können Käufer sich erst nach gründlicher Inspektion ein halbwegs verlässliches Urteil über den Wert bilden.

Selbst wenn es sich um die gleichen Modelle des gleichen Baujahrs handelt, gibt es bei bereits gefahrenen Autos je nach Zustand deutliche Qualitätsunterschiede. Ganz zu schweigen von potenziellen neuen Mitarbeitern, Arbeitgebern oder Lebenspartnern, die der Volksmund auch kurzerhand für börsengängig erklärt hat, gipfelnd in den irreführenden Marketingbegriffen der „Jobbörse“ oder der Singlebörse. Doch überall dort sind – anders als bei Aktien – gründliche Auseinandersetzungen mit jedem Einzelfall und jedem Einzelobjekt nötig.

Für lange Qualitätsprüfungen ist an der Börse keine Zeit. Börsen sind daher die Marktplätze für standardisierte Waren, deren Beschaffenheit keiner speziellen Diskussion mehr bedarf. Steht der Preis für ein Fass Erdöl einer bestimmten Sorte fest, kann er problemlos für alle anderen Standardfässer dieser Ölsorte gelten. Und der Preis für eine Siemens-Aktie gilt automatisch für alle anderen Aktien dieses Technologieunternehmens.

Das ist für Aktionäre von Bedeutung, weil sich die Kurse ihrer Aktien ständig ändern, auch wenn so gut wie nie das gesamte Aktienkapital eines Unternehmens auf einmal den Besitzer wechselt. Es sei denn, ein Großinvestor will die Mehrheit der Aktien an einem Unternehmen übernehmen. Dann aber gelten andere Regeln als beim normalen Börsenhandel und der Investor muss ein förmliches Übernahmeangebot unterbreiten, dass dann für alle Altaktionäre gilt. Normalerweise werden dagegen Tag für Tag kleinere Aktienpakete gehandelt, wobei der je Aktie gezahlte Preis immer für alle anderen Aktien desselben Unternehmens gilt – auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht den Besitzer gewechselt haben.

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Für Privatanleger ist diese Erkenntnis wichtig, denn sie können mit ihren Käufen und Verkäufen nie den Börsenkurs bewegen und müssen ihn daher als Datum hinnehmen. Bei großen Aktienpaketen von Profiinvestoren ist das anders. Werfen sie ihre Anteile auf den Markt oder steigen sie in großem Stil ein, reagieren die Börsen manchmal deutlich, weil Angebot und Nachfrage ein neues Gleichgewicht suchen müssen.
Aufgrund ihrer Marktmacht lassen sich Großinvestoren mitunter zu opportunistischen Käufen und Verkäufen hinreißen. Die Börsenregeln können solche für Normalaktionäre schädliche Verhaltensweisen eindämmen aber nicht komplett verhindern.

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Die Standardisierung der an der Börse gehandelten Papiere und Waren ist also eine unverzichtbare Voraussetzung für einen funktionierenden Handel. Aber das reicht noch nicht, um Börsen zu zuverlässigen Märkten zu machen. Dafür unverzichtbar sind verbindliche Regeln, die für faires und transparentes Verhalten sorgen.

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