Anleihe: Zamek könnte Anlegern die Suppe versalzen

Anleihe: Zamek könnte Anlegern die Suppe versalzen

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Einige Zamek-Produkte. Aber bevor die Anleihe ein Tipp ist, muss das Familienunternehmen einiges ändern.

von Florian Zerfaß

Die Anleihe von Zamek ging weg wie warme Semmeln. Anleger des Suppenherstellers könnten allerdings einiges auszulöffeln haben.

Der Appetit der Anleger war gewaltig. Als der Suppenhersteller Zamek im Mai seine Anleihe servierte, da schlugen sie zu, als ob es seit Wochen nichts zu essen gegeben hätte. 7,75 Prozent Zinsen pro Jahr dufteten ja auch unwiderstehlich. Noch am ersten Zeichnungstag beendete die Günther Zamek Produktions- und Handelsgesellschaft mbH & Co. KG die Ausgabe, um zehn Uhr morgens war das Papier überzeichnet – und die erhofften 35 Millionen Euro hereingeholt.

Doch den Anlegern wurde eine riskante Wette aufgetischt. Im operativen Geschäft kämpft Zamek seit Jahren mit Schwierigkeiten, die Einnahmen aus dem Suppenverkauf reichen kaum aus, um die Kosten zu decken. Mit dem Geld aus der Anleihe wollen die Geschäftsführer nun kräftig expandieren. Sie sind zum Erfolg verdammt: Nur wenn die ambitionierten Pläne aufgehen, kann Zamek die Traumzinsen auch erwirtschaften.

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Die Produkte der Düsseldorfer stehen in fast jeder Küche. Zamek produziert Suppen und Soßen, Brühe, Würze, Fix-Gerichte. Verkauft unter den eigenen Marken "Zamek" und "Dr. Lange", vor allem aber unter zahlreichen Vertriebsnamen für Discounter und Supermärkte. Die Familie Zamek hält alle Anteile. Bernhard Zamek, der Enkel des Firmengründers, ist Chef des Beirats, seine Frau Petra führt gemeinsam mit dem externen Manager Michael Krüger die Geschäfte. Allerdings ist Zamek weder ein beschaulicher Familienbetrieb noch ein glänzend aufgestellter Mittelständler.

Umsatz ist seit Jahren rückläufig

2,3 Millionen Euro an Zinsen muss Zamek den Zeichnern der Anleihe künftig jedes Jahr zahlen. Obendrein noch Rücklagen aufbauen, sollte in fünf Jahren eine Refinanzierung der Anleihe nicht klappen. Dann wollen die Investoren ihr Geld zurück. Dabei ist der Umsatz seit Jahren rückläufig. Im Geschäftsjahr 2010/11 machte der Familienbetrieb 79 Millionen Euro Umsatz, drei Jahre zuvor waren es noch 15 Millionen mehr. Hängen blieb im Kerngeschäft zuletzt ohnehin kaum etwas. Nur dank außerordentlicher Erlöse wegen einer gewonnenen Klage schrieb Zamek 2010/11 keinen Verlust, im Jahr zuvor schaffte es der Suppenfabrikant – Sondererlöse herausgerechnet – gerade so über die Nulllinie. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2011/12 schlug nun ein Defizit von 1,5 Millionen Euro zu Buche. Zudem stiegen die Nettoschulden binnen 18 Monaten stark an, von 10 auf 16 Millionen.

Mit der Anleihe will Zamek die Wende finanzieren. 15 Millionen Euro alte Schulden sollen abbezahlt, 17 Millionen in neues Wachstum investiert werden. Trocken-Hackfleisch für Deutschland, Fisch-Fertigsuppe für Portugal und Brühwürfel-Boxen für Frankreich sind die Hoffnungsträger.

In den Boxen steckt nichts anderes als ganz normale Brühwürfel, dafür aber mit revolutionärer Verpackung. "In Frankreich haben unsere Klick-Boxen den ganzen Markt durchgewirbelt", schwärmt Krüger, in Deutschland sollen sie bald folgen.

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