Anleiheemission: Bund bekommt Milliarden fast zum Nulltarif

Anleiheemission: Bund bekommt Milliarden fast zum Nulltarif

, aktualisiert 05. Dezember 2011, 13:10 Uhr
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Kurzfristige deutsche Anleihen sind von den Anlegern heute gut aufgenommen worden.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach der gefloppten Anleiheemission vergangenen Monat läuft es für Deutschland wieder glatt: Eine neue sechsmonatige Anleihe war 3,8-fach überzeichnet. Auch in den Schuldenstaaten entspannt sich der Anleihemarkt wieder.

Berlin, FrankfurtTrotz einer Mini-Rendite knapp über der Null-Prozent-Marke hat die Bundesrepublik ohne Probleme neues Geld bei Investoren eingesammelt. Bei der Versteigerung unverzinslicher Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit wurden 2,675 Milliarden Euro von Anlegern besorgt, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Montag mit. 325 Millionen Euro behielt sie zur Marktpflege ein. Die Nachfrage war hoch: Die Agentur hätte auch 10,25 Milliarden Euro einnehmen können. Die Versteigerung war damit 3,8-fach überzeichnet, vor einem Monat dagegen nur 2,2-fach. Die Durchschnittsrendite lag bei 0,0005 Prozent nach 0,08 Prozent im November.

Nach der verpatzten Auktion einer zehnjährigen Anleihe am 23. November - sechs Milliarden Euro wurden den Anlegern angeboten, sie wollten aber nicht einmal vier Milliarden haben - war die Auktion mit Spannung verfolgt worden. „Das Marktumfeld ist unverändert sehr nervös“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Es gebe daher eine „starke Suche nach Qualität“. Ähnlich sehen das Analysten. „Liquidität ist tonnenweise da und wird gehortet“, sagte UniCredit-Experte Kornelius Purps. „Gesucht wird schnell verfügbare Liquidität bei höchster Sicherheit.“ Beides böten deutsche Geldmarktpapiere.

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Banken leihen sich kaum noch gegenseitig Geld - aus Sorge, dass die Staatsschuldenkrise auch Kreditinstitute in den Abgrund zieht und sie auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Sie sind daher bereit, ihr Geld notfalls zu Mini-Zinsen in die wenigen als ausfallsicher geltenden Wertpapiere zu stecken.

Investoren hatten zuletzt den Appetit auf die lange Zeit heiß begehrten deutschen Staatsanleihen verloren. Als Gründe dafür gelten das wegen der Schuldenkrise in Europa nervöse Marktumfeld und extrem niedrige Rendite sowie der Umstand, dass viele Investoren ihre Bücher zum Jahresende geschlossen haben und keine Anleihen mehr kaufen. Eine Trendwende sei damit aber nicht eingeleitet worden, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Bundesanleihen werden weiterhin als „sicherer Hafen' gesehen“, sagte er. „Trotz der Entspannung an den Finanzmärkten bleibt die Nachfrage nach Qualität hoch.“

Die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik wird wegen vergleichsweise solider Staatsfinanzen von allen großen Ratingagenturen mit der Bestnote „AAA“ bewertet, womit ein Zahlungsausfall als höchst unwahrscheinlich gilt.


Renditen in den Peripheriestaaten sinken wieder

Eine leichte Entspannung am Anleihenmarkt zeigte sich auch in anderen europäischen Staaten: Die Sparpläne der neuen italienischen Regierung wurden gut aufgenommen. Am Montag rutschte die Rendite für italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren um 0,32 Prozentpunkte auf 6,325 Prozent. Zuletzt war der Zinssatz für die zehnjährigen Anleihen zeitweise über die kritische Marke von 7,0 Prozent gestiegen. Bei Renditen über diesem Wert hatten Griechenland, Irland und Portugal internationale Hilfe beantragt.

Aber auch in Spanien und Frankreich, die zuletzt ebenfalls unter Druck standen, fielen die Renditen am Morgen deutlich. Bei der Staatsanleihe aus Spanien mit einer Laufzeit von zehn Jahren gab die Rendite um 0,13 Prozentpunkte auf 5,445 Prozent nach. Bei den französischen Papieren ging es bei gleicher Laufzeit um 0,07 Prozentpunkte auf 3,169 Prozent nach unten. Zum Vergleich: Die Rendite der als besonders sicher geltenden deutschen Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren steht aktuell bei 2,144 Prozent.

Die neue italienische Regierung von Mario Monti verabschiedete am Sonntag per Dekret ein drastisches Spar- und Reformpaket. Es enthält auch eine größere Rentenreform und soll unter dem Strich 24 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen spülen.

Eine Eskalation der Schuldenkrise in Italien gilt nach wie vor als die größte Bedrohung für die Eurozone. Am frühen Nachmittag dürfte ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in den Mittelpunkt des Interesses an den Anleihemärkten rücken. Die beiden europäischen Spitzenpolitiker wollen in Paris ihre Strategie gegen die Euro-Schuldenkrise vorstellen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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