Anleihemärkte: Risikoaufschläge der Schuldenstaaten sinken

Anleihemärkte: Risikoaufschläge der Schuldenstaaten sinken

, aktualisiert 18. November 2011, 14:30 Uhr
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Euro-Münzen aus Portugal, Griechenland, Spanien und Italien.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Risikoaufschläge für Staatspapiere sind auf breiter Front zurück gegangen, insbesondere für italienische Titel. Bessert sich die Lage wirklich oder liegt das am Ende allein an der Notenbank?

FrankfurtDie Lage am europäischen Anleihemarkt hat sich am Freitag spürbar entspannt. Nachdem am Donnerstag insbesondere Spanien und Frankreich ins Visier geraten waren, gingen die Risikoaufschläge vieler Staatstitel auf breiter Front zurück.

Damit scheint sich die Stimmung an den Märkten vor den wichtigen Parlamentswahlen in Spanien am kommenden Wochenende etwas zu bessern. In dieser Woche war es zeitweise zu panikartigen Verkäufen an den Rentenmärkten gekommen.

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Besonders deutlich war die Entspannung am Freitag am italienischen Anleihemarkt. Dort sank die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Titel um rund 0,14 Punkte auf etwa 6,7 Prozent. Am Donnerstag war sie noch stark auf über sieben Prozent geklettert, bevor sie im Nachmittagshandel deutlich zurückging. Händler nannten als Grund Äußerungen des neuen italienischen Regierungschefs Mario Monti, der weitreichende Strukturreformen in Aussicht gestellt hatte.

Auch die Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps, CDS) verbilligten sich etwas. Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets italienischer Anleihen per CDS kostete dem Datenanbieter Markit zufolge nur noch 550.000 Euro - das sind 15.000 Euro weniger als am Vortag.

Sichtlich entspannter war die Lage zum Wochenausklang auch an den Märkten Frankreichs, Belgiens und Österreichs, wo die Risikoaufschläge zu deutschen Staatsanleihen ebenfalls spürbar zurückgingen. An den Vortagen waren wichtige Kernländer des Euroraums, die bislang als vergleichsweise solide galten, unter teils starken Druck geraten.


Spanische Titel entspannen sich leicht

So war der Risikoaufschlag für zehnjährige Staatstitel aus Frankreich am Donnerstag mit zwei Prozentpunkten auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro geklettert. Eine Ausweitung der Schuldenkrise auf Kerneuropa gilt als höchst kritisch, da bei einer derartigen Eskalation letztlich nur noch die Europäische Zentralbank (EZB) als Schutzwall in Frage käme.

Auch in Spanien entspannte sich die Lage vor dem Wahl-Wochenende, allerdings nicht so stark wie in anderen Euro-Ländern. Am Donnerstag war die Rendite der zehnjährigen Anleihe auf einen Rekordwert seit Einführung des Euro gestiegen, gingen nun aber auf etwa 6,5 Prozent zurück, teilte der Datenanbieter Tradeweb mit. Vor der Parlamentswahl am Sonntag deutet sich unterdessen eine erdrutschartige Niederlage der jetzigen sozialistischen Regierungspartei an. Jüngste Umfragen sprechen für starke Gewinne der oppositionellen Konservativen.

Regierungschef Jose Zapatero, der nach den Wahlen nicht mehr als Ministerpräsident zur Verfügung stehen wird, hatte sich am Donnerstagabend in die Riege derjenigen eingereiht, die die EZB zu einer stärkeren Krisenbekämpfung aufrufen. Zapatero forderte Notenbank und EU-Kommission auf, „unverzüglich“ zu handeln.

Mit der Ausweitung der Krise auf Kerneuropa wurden in den vergangenen Tagen Stimmen immer lauter, die von der Notenbank nicht nur zeitweise Eingriffe am Anleihemarkt, sondern systematische und stärkere Interventionen verlangen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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