Anleihen: Deutschland leiht sich Geld fast zum Nulltarif

Anleihen: Deutschland leiht sich Geld fast zum Nulltarif

, aktualisiert 07. November 2011, 16:55 Uhr
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Schäuble hat gut Lachen - der Finanzminister kann Geld fast zum Nulltarif leihen.

Quelle:Handelsblatt Online

Bundesanleihen sind heißbegehrt. Deshalb kann sich Deutschland zu absurd niedrigen Zinsen verschulden. Dagegen wird die Lage für Italien immer kritischer - zumindest auf Mario Draghi kann sich das Land aber verlassen.

DüsseldorfDie Anleger wollen nur noch Sicherheit, die Rendite ist ihnen egal. Davon profitiert die Bundesrepublik. Sie kann sich fast zum Nulltarif verschulden, denn ihre Anleihen gelten nach wie vor als sicher.

Der Bund hat sich am Montag knapp vier Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 0,08 Prozent geliehen. Das teilte die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur mit. Bei der vorangegangenen Auktion für Papiere über eine Laufzeit von sechs Monaten waren es noch 0,291 Prozent. Auch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sinkt immer weiter, am Montag lag sie bei 1,82 Prozent.

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Andere Finanzminister können davon nur träumen. Besonders kritisch ist die Lage in Italien. Am Tag vor der wichtigen Parlamentsabstimmung über die öffentlichen Finanzen kletterten die Renditen für Anleihen der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone auf 6,5 Prozent – und damit auf den höchsten Stand seit den 1990er Jahren. Der Spread der zehnjährigen Titel im Vergleich zu den entsprechenden Bundespapieren stieg auf 4,68 Prozentpunkte. 

Für Verwirrung sorgten die - später dementierten - Gerüchte um einen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Die Enttäuschung über die Beschlüsse des G20-Gipfels trübte die Stimmung zusätzlich. 


Draghi lässt italienische Anleihen kaufen

Offenbar gingen immer mehr Investoren davon aus, dass Italien bei der Refinanzierung seiner Schulden Schwierigkeiten bekommen werde, sagte Zinsstratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets. „Dies war die Vorstufe für die Rettungspakete für Griechenland, Portugal und Irland. Noch sind wir nicht so weit, sollte sich der Trend aber fortsetzen, wäre dies eine beunruhigende Entwicklung.“ Italien ist aktuell mit knapp zwei Billionen Euro verschuldet, dies entspricht in etwa 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. 

Weil die Investoren lieber Bundesanleihen als italienische Papiere kaufen, muss die Europäische Zentralbank einspringen. In der ersten Woche unter ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi hat sie deutlich mehr Staatsanleihen von Krisenländern gekauft. Sie habe Papiere im Wert von 9,5 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. In der Woche davor waren es rund vier Milliarden Euro gewesen. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds im Gesamtwert von 183 Milliarden Euro aufgekauft. Laut Händlern hat sie auch am Montag wieder an den Märkten interveniert - zum Großteil zu Gunsten Italiens. 

Das Vorgehen ist auch innerhalb der Zentralbank umstritten, da Kritiker die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt sehen. Vor allem die Deutschen sehen die Aktion der EZB kritisch. Im Streit um das Programm hat der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber seinen Hut genommen und EZB-Chefökonom Jürgen Stark seinen Rückzug angekündigt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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