Anleihen und Aktien zugleich: Wandelanleihen - aus Minizinsen werden Kursgewinne

Anleihen und Aktien zugleich: Wandelanleihen - aus Minizinsen werden Kursgewinne

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Verwandlung an der Börse: Wie aus sicheren Anleihen ertragreiche Aktien werden.

von Andreas Toller

Wandelanleihen sind derzeit gefragt, weil sie Verluste begrenzen, gleichzeitig aber von Börsenrekorden profitieren. Wie Privatanleger die Zwitter-Papiere erfolgreich nutzen.

Der Anleihemarkt ist schon bis zum Bersten mit Notenbankgeld vollgepumpt, die Verzinsung ist mickrig. Weil viele Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen auf festen Zins und wenig Risiko setzen, sind die Anleihekurse hoch und Zinsen im Keller. Die Aktienmärkte klettern hingegen von einem Allzeithoch zum nächsten, das Risiko von Kursverlusten nimmt jedoch gleichzeitig zu.

Was liegt also näher, als in beide Anlagenklassen gleichzeitig zu investieren. Besonders elegant und bequem ist daher ein Investment zwischen Anleihe und Aktie: Wandelanleihen, im Angelsächsischen Convertible Bonds genannt. Die sind beides: Anleihe und Aktie zugleich. Derzeit sind sie bei Profi- wie Privatanlegern besonders beliebt. Allerdings haben die Papiere so ihre Eigenheiten.

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An der Börse gibt es nur selten Gelegenheiten, um einen hundertprozentig sicheren Kursgewinn einzufahren. Inhaber einer Lufthansa-Wandelanleihe haben sie jedoch noch bis zum 17. März. Der Hintergrund: Die Frankfurter Fluggesellschaft will sich von ihrer Beteiligung an der US-Fluglinie Jetblue trennen. Zu diesem Zweck hat sie bereits 2012 eine Wandelanleihe auf den Markt gebracht. Die läuft bis 2017 und kann vom Inhaber gegen Jetblue-Aktien zu dem seinerzeit festgelegten Kurs von 5,02 Euro eingetauscht werden. Weil die Jetblue-Aktie seitdem von Kursen um die vier Euro auf inzwischen mehr als 15 Euro gestiegen ist, will Lufthansa die Wandlung vorzeitig abschließen. Anlegern winken durch Umtausch der Anleihe gut zehn Euro Prämie pro Aktie. Das ist es verständlich, dass bei diesem Kurs 99,99 Prozent der Inhaber der Wandelanleihe dem Aktientausch bereits zugestimmt haben. Es entgehen ihnen nur geringe Einnahmen aus Zinskupons bis zum Laufzeitende in 2017. Der Anspruch auf Rückzahlung des Anleihe-Nennwertes erlischt natürlich mit dem Umtausch.

Wandelanleihen lohnen sich besonders, wenn die Aktienkurse wie derzeit auf breiter Front steigen. Der Clou liegt in der Wahlmöglichkeit einer Wandlung. Anleger, die zumindest ihr investiertes Kapital mit einer sicheren Verzinsung zurückhaben möchten, können einfach bis zum Laufzeitende der Wandelanleihe warten. Eine Pflicht zur Wandlung in Aktien besteht nicht, es gibt sie nur bei sogenannten Zwangs- oder Pflichtwandelanleihen. „Wandelanleihen sind ein Weg, von der Entwicklung am Aktienmarkt zu profitieren, begrenzen aber gleichzeitig mögliche Verluste an der Börse. Es bleibt immer die Möglichkeit, die Option zur Wandlung in eine Aktie nicht zu ziehen und das investierte Geld samt ausgewiesener Verzinsung am Ende der Laufzeit mitzunehmen – genau wie bei einer normalen Unternehmensanleihe“, erklärt Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

So sieht die Geldanlage der Deutschen aus

  • Lebensversicherung

    35 Prozent der Deutschen haben eine Lebensversicherung abgeschlossen.

  • Bausparvertrag

    Fast ebenso viele, nämlich 32 Prozent, besitzen einen Bausparvertrag oder Bausparplan.

  • Tagesgeld

    In Deutschland besitzen 29 Prozent der Bürger ein Tagesgeldkonto.

  • Immobilien

    Ebenso viele, nämlich 29 Prozent, sehen ihre Immobilie als Geldanlage an.

  • Fondsanteile, Festgeld, Aktien

    20 Prozent besitzen Fondsanteile, 17 Prozent Festgeld/Termingeld und 12 Prozent Aktien.

  • Edelmetalle

    Deutlich geringer ist dagegen der Anteil der Edelmetallbesitzer: sieben Prozent haben in Goldbarren oder -münzen investiert und vier Prozent zählen Silberbarren oder -münzen zu ihrem Besitz.

  • Kunst und Antiquitäten

    Sechs Prozent sehen ihre Antiquitäten (z. B. einen sehr alten Schrank) als Geldanlage und vier Prozent besitzen wertvolle Kunstgegenstände.

  • Anleihen und Zertifikate

    Jeweils zwei Prozent haben Geld in Anleihen bzw. Zertifikate angelegt.

Für Privatanleger sind somit vor allem die Wandelanleihen ohne Pflicht- oder Zwangsumtausch attraktiv, ausgestattet mit einer freiwilligen Option auf einen Tausch in Aktien. Dazu gehören auch Umtauschanleihen, bei denen die Anleihe in Aktien eines anderen Unternehmens gewandelt werden können – wie im Fall von Lufthansa und Jetblue.

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