Anleiherenditen: Teure Diät für Anleger

KommentarAnleiherenditen: Teure Diät für Anleger

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Günstiger Wind für Siemens: Der Konzern kann derart günstig drei Milliarden Euro Schulden machen, dass er mit dem billigen Geld einfach eigene Aktien kauft

von Stefan Hajek

Unternehmen bieten nur noch Minizinsen, wenn sie sich Geld borgen. Renditen zu Risiken stehen in einem Missverhältnis. Das spricht für Aktien.

Sie währte nicht einmal zwei Jahre, die kurze, aber heftige Affäre der deutschen Privatanleger mit Unternehmensanleihen. Kaum hatten die meisten Investoren gemerkt, dass BMW, Daimler, Hornbach Baumärkte oder Evonik wohl doch nicht so nahe an der Pleite stünden, wie es die Kurse ihrer teils auf 80 Prozent gefallenen Anleihen suggerierten, da war sie auch schon wieder vorbei, die schöne Kaufgelegenheit von Ende 2008/Anfang 2009. Der Wind hat kräftig gedreht: Die Bonds jeder halbwegs soliden Firma notieren wieder weit über 100 Prozent; viele der Zinspapiere kosten sogar mehr als vor Beginn der Krise. Sie werfen folglich nur noch kümmerliche Renditen ab, die sich nicht mehr nennenswert von den Zinsen auf Tages- oder Festgeld unterscheiden.

Die Unternehmensbonds, vor allem die großer Konzerne aus dem Dax, dem französischen CAC 40 oder dem S&P 500 (USA), profitieren vom seit Jahren anhaltenden Abscheu der Anleger vor Aktien – und neuerdings zugleich von der Flucht der Großanleger wie Fonds und Pensionskassen aus Staatsanleihen.

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Quelle: Presse

Bonds als goldener Mittelweg

So haben die Unternehmen es geschafft, ihre Bonds als goldenen Mittelweg zu positionieren: Weniger riskant als Aktien, aber auch ein bisschen renditeträchtiger als Staatsanleihen. Nichts gegen die Corporate Bonds finanzkräftiger und solide bilanzierender Unternehmen, aber das ist ein bisschen zu viel der Ehre. Zumal die Rechnung in den meisten Fällen nicht mehr aufgeht. Wer mehr Rendite will, als die aktuelle Inflationsrate auffrisst, der muss soliden Firmen sein Geld bis 2017, 2018 oder 2019 leihen.

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Völlig aus dem Ruder gelaufen ist das Verhältnis von Renditen und Risiken zuletzt bei den Neuemissionen von Unternehmensanleihen: Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé brachte am 12. Juli eine neue Anleihe heraus, die sich bis 2019 mit nur 1,5 Prozent jährlich verzinst; die Klassenstreber-Zensuren durch die Ratingagenturen machen’s möglich. BMW legte am 20. Juli eine Dollar-Anleihe bis 2016 mit 1,25 Prozent Zins nach. Coca-Cola rückt immerhin 2,0 Prozent Zinsen raus pro anno, will das Geld dafür aber auch gleich bis 2019 behalten. Und wer vom niederländischen Braukonzern Heineken 2,875 Prozent Rendite möchte, muss dort sein Geld bis 2025 anlegen. Der Schweizer Bauchemiekonzern Sika brachte gar einen Bond mit Laufzeit bis Juli 2018 mit 1,0 Prozent Zinskupon an den Markt.

Dem ganzen Spiel die Krone aufsetzen wird Siemens: Der Konzern kann derart günstig drei Milliarden Euro Schulden machen, dass er mit dem billigen Geld einfach mal ein paar eigene Aktien kauft. Sind gerade so schön billig. Fünf Prozent der eigenen frei zirkulierenden Aktien will Siemens kaufen; wenn es für Anleger noch eines weiteren Hinweises mit dem Zaunpfahl bedurfte, dass die Aktien der meisten Konzerne sehr viel günstiger bewertet sind als deren Anleihen – hier war er. Die Dividendenrendite liegt bei vielen Konzernen schon beim Dreifachen der Zinskupons.

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