Anleihetipp: Fraport: Es stimmt fast alles

Anleihetipp: Fraport: Es stimmt fast alles

Im Falle der Anleihe des Frankfurter Flughabenbetreibers Fraport stimmt nahezu alles. Eine Einschätzung.

Gold? Genehmigt. Staatsanleihen? Allenfalls von Ländern mit AAA-Rating. Unternehmensanleihen? Mal sehen: Stimmt die Branche, das Geschäftsmodell? Der Markt (wachsend, stagnierend), die Wettbewerbsstärke, das Rating? Gibt es Ankeraktionäre?

Im Fall Fraport stimmt fast alles. Der Frankfurter Flughafenbetreiber tummelt sich in einem von Weltkonjunktur und Wetter abhängigen, aber längerfristig expandierenden Markt. Dazu passt es – auch für die Bonität –, dass die öffentliche Hand mit Hessen und den Stadtwerken Frankfurt mit 51 Prozent die Ankeraktionäre stellt.

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Das Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt liegt in Europa nach London und Paris auf Platz drei beim Passagieraufkommen. Bei der Fracht hält man Platz zwei. Neben dem Betrieb des Flughafens Frankfurt managen die Hessen neun Airportbeteiligungen (Umsatzanteil 2010: 20 Prozent). Zudem machen sie gutes Geld mit ihren Immobilien, vor allem mit der Vermietung von Einzelhandelsflächen (18,4 Prozent Umsatzanteil). 2010 belief sich der Gesamtumsatz auf 2,1 Milliarden Euro. Der neunprozentigen Umsatzsteigerung stand trotz Winter-Widerlichkeiten und Vulkanasche eine über 24-prozentige Steigerung des Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) auf 711 Millionen Euro gegenüber. Im ersten Halbjahr 2011 wuchsen Umsatz und Ebitda um 10 und 17 Prozent.

Zukunftssicher will Frankfurt mithilfe eines 4,5-Milliarden-Programms werden. Ab Herbst 2011 steigert die neue Landebahn die stündlichen Flugbewegungen von 82 auf 90. Im nächsten Jahr wird der Flugsteig A-Plus eingeweiht, 2017 Terminal 3. Dadurch steigt die Kapazität von 56 Millionen auf über 80 Millionen Passagiere.

Das bringt zwar künftig Geld, aber die Investitionen müssen heute bezahlt werden. 2010 betrugen sie über eine Milliarde Euro (nach 1,4 Milliarden). Die Nettoschulden erhöhten sich 2010 von 2,5 auf 2,6 Milliarden Euro und betrugen zur Jahresmitte 2011 gut 2,5 Milliarden Euro – oder das 3,1-Fache des erwarteten Ebitda (810 Millionen). Diese Kennzahl nähert sich dem spekulativen Bereich, ist aber wegen der verbesserten Wachstumsaussichten akzeptabel. Die Nettoschulden erreichten 95 Prozent des Eigenkapitals und dürften nach Prognose des Managements bis Ende 2011 auf 100 Prozent steigen. Ein Rating der angelsächsischen Agenturen besteht nicht. Die DZ Bank vergab zuletzt BBB+. Positiv: Fraports -Ertragskraft. Belastend: die Investitionen. Doch die sichern schließlich die Zukunft.

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