Anleihetipp: Goldman Sachs: Hoffentlich gezähmt

Anleihetipp: Goldman Sachs: Hoffentlich gezähmt

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Goldman Sachs: Nachteil für Aktienbesitzer, Vorteil für Anleihebesitzer?

Die wachsenden Kapitalanforderungen von Aufsichtsbehörden an Investmentbanken wie Goldman Sachs kappen die hohen Renditen der Unternehmen. Was für Aktionäre ein Nachteil ist, könnte sich für Anleihebesitzer als Vorteil erweisen.

Mehr als 4,4 Milliarden Dollar netto verdiente die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs im vergangenen Jahr. Seit dem Börsengang 1989 hat die Bank noch nie ein Verlustjahr gehabt. Selbst 2002, nach dem Ende des High-Tech-Booms, und 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, machte Goldman jeweils mehr als zwei Milliarden Dollar plus. Im Durchschnitt verdiente das Geldhaus in der vergangenen Dekade jedes Jahr 6,5 Milliarden Dollar. So gesehen sollte Goldman auch in Zukunft genug Geld haben, Anleihen zurückzukaufen und pünktlich Zinsen zu zahlen. Und das nicht zu knapp: Für eine Euro-Anleihe mit vierjähriger Restlaufzeit gibt es 4,2 Prozent.

Allerdings, geschenkt bekommt man vier Prozent derzeit von niemandem – auch nicht von Goldman. Standard & Poor’s stuft die Anleihe zwar mit der Note A- als Investment bei mittlerem Risiko ein; die am Markt gehandelte Kreditausfallprämie für die US-Bank liegt mit 2,5 Prozent jedoch im erhöhten Bereich.

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Goldman ist als Investmentbank mit den Schwerpunkten Wertpapierhandel, Börsengänge oder Fusionsberatung stark von der Stimmung an den Kapitalmärkten abhängig. Das führt im Fall von Kursrückgängen zu schrumpfenden Geschäften und erhöhten Wertpapierabschreibungen. Dazu können Folgelasten kommen, so wie derzeit Prozessrisiken aus umstrittenen Hypothekenanleihen, die Goldman auf 2,6 Milliarden Dollar schätzt.

Anleihe-Info: Goldman Sachs
Kurs (in Prozent)101,32
Kupon (in Prozent) 4,50
Rendite (in Prozent)4,15
Laufzeit bis9. Mai 2016
Währung Euro
ISINXS0625359384

Und dann drückt noch das Kernproblem: die wachsenden Kapitalanforderungen, die von Aufsichtsbehörden an Banken gestellt werden. Goldman Sachs trifft das besonders, weil hohe Renditen bei minimalem Einsatz lange Jahre als Credo des Investmentbankings galten. Je mehr die Bank in Zukunft nun aber ihre risikobehafteten Aktiva (Wertpapiere, Kredite) mit echtem Kapital unterlegen muss, desto niedriger wird ihre Rendite, und desto geringer ist die Aussicht auf fette Gewinne.

Was für Aktionäre ein Nachteil ist, könnte sich für Anleihebesitzer als Vorteil erweisen. Denn die neuen Kapitalanforderungen, die nun auch von der Notenbank Fed mit Nachdruck verfolgt werden, zwingen Goldman dazu, Risiken im Investmentbanking abzubauen und dafür stabilere Geschäfte auszubauen. Das zeigt auch die jüngste Übernahme des Vermögensverwalters Dwight Asset Management, eines Spezialisten für sichere Anlagen zur Altersvorsorge. Die Aussichten, von einer hoffentlich gezähmten Goldman Zinsen und am Ende sein Geld wiederzubekommen, dürften sich deshalb insgesamt verbessern.

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