Anleihetipp: Hochtief: Spanischer Aufschlag

Anleihetipp: Hochtief: Spanischer Aufschlag

Mit 4,5 Prozent Rendite ist die neue Anleihe von Hochtief eine spekulative Anlage. Ein zweiter Blick lohnt dennoch.

Mit 4,5 Prozent Rendite ist die neue Anleihe von Hochtief ohne Frage eine spekulative Anlage. Wenn ein Zinspapier 3,9 Prozentpunkte mehr abwirft als Bundesanleihen gleicher Laufzeit, ist das nur mit erhöhtem Risiko zu haben. Dennoch ist das Hochtief-Papier, das vor wenigen Wochen im Volumen von 500 Millionen Euro neu auf dem Markt kam und über kein Rating verfügt, kein schlechtes Angebot.

Von überraschenden Abschreibungen der australischen Tochtergesellschaft Leighton, Gezerre mit der Stadt Hamburg um den Bau der Elbphilharmonie bis zum fehlgeschlagenen Versuch, sein Flughafengeschäft zu verkaufen, hat der Hochtief-Konzern zahlreiche Baustellen. Sie haben nicht nur im vergangenen Jahr zu 160 Millionen Euro Verlust geführt; sie dämpfen auch die Aussichten in der laufenden Saison. Wahrscheinlich wird Hochtief Ende des Jahres deutlich unter dem Spitzenwert von 2010 (288 Millionen Euro Reingewinn) liegen und netto kaum 200 Millionen erreichen.

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Darüber hinaus gibt es eine Unsicherheit, deren Folgen nur schwer abzuschätzen sind: der Einfluss des Großaktionärs ACS, der mit 54 Prozent bei den Essenern das Sagen hat. Der spanische Bau- und Infrastrukturkonzern ACS ist schwer verschuldet, seine 9,3 Milliarden Euro Nettoverbindlichkeiten sind etwa viermal so hoch wie der Gewinn vor Zinsen, Steuern Abschreibungen und Amortisation (Ebitda). Es ist nicht verwunderlich, dass ACS mit seiner Tochter Hochtief nicht nur Umsatz und Gewinn anteilig aufpolstert, sondern auch das Eigenkapital in der Bilanz.

Anleihe-Info: Hochtief
Kurs (in Prozent)104,00
Kupon (in Prozent) 5,50
Rendite (in Prozent)4,56
Laufzeit bis23. März 2017
WährungEuro
ISINDE000A1MA9X1

Und da ist Hochtief stabiler als die Muttergesellschaft. Selbst wenn die Nettoschulden in diesem Jahr wie von Analysten angenommen auf mehr als eine Milliarde Euro steigen, wäre das weniger als das für 2012 erwartete Ebitda (schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro). Und mit 26 Prozent Eigenkapitalquote ist die Hochtief-Bilanz derzeit noch immer so austariert wie in den Jahren vor der Übernahme durch ACS.

Auch die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind nicht nur trübe. Die australische Tochter Leighton will in diesem Jahr ihre wichtigsten Projekte abschließen, eine Entsalzungsanlage im Bundesstaat Victoria und eine Mautstraße in Brisbane. Hochtief selbst ist mit den Schwerpunkten Bau für die Energiewirtschaft, Infrastrukturbau sowie Bauleistungen in Metropolen für die weltweiten Wachstumsmärkte gerüstet. Mit 49 Milliarden Euro ist das Auftragspolster so dick wie noch nie in der 139-jährigen Geschichte von Hochtief.

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