Anleihetipp: Israel-Bond: Reise nach Jerusalem

Anleihetipp: Israel-Bond: Reise nach Jerusalem

Während andere Nationen um ihr Bonitätsrating zittern, läuft es in Israel rund. Für Anleger sind deshalb israelische Staatspapiere einen Blick wert.

Hunderttausende haben in den vergangenen Wochen auf Israels Straßen gegen die Regierung demonstriert. Der Streit entzündete sich dabei nicht etwa an massiven Sparprogrammen wie in Griechenland oder an brutalen Diktatoren wie in Ägypten und Tunesien, sondern ausgerechnet am Preis für Hüttenkäse.

Im Juni hatte ein wütender Verbraucher auf Facebook zum Käseboykott aufgerufen, seitdem hat sich die Aktion zu Massenprotesten vor allem gegen die seit Jahren steigenden Verbraucherpreise ausgewachsen. Israels Finanzminister Yuval Steinitz sah sich gar dazu veranlasst, mit einer staatlichen Regulierung des Käsepreises zu drohen, sollten die Produzenten nicht einlenken.

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Dabei läuft es ansonsten rund im Heiligen Land: Während andere Nationen um ihr Bonitätsrating zittern, stemmte sich Israel zuletzt gegen den Trend. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte Israels Kreditwürdigkeit vor wenigen Wochen um eine Stufe auf A+ hoch. Und die Wirtschaft brummt. Israels Zentralbank rechnet 2011 mit 5,2 Prozent Wachstum.

Für Anleger sind israelische Staatspapiere daher einen zweiten Blick wert. Europäischen Anlegern macht es die israelische Zentralbank dabei einfach: Die Israelis haben eine Euro-Anleihe aufgelegt, die bequem in jedem Standarddepot gehandelt werden kann. Die Schuldverschreibung hat einen Kupon von 3,75 Prozent und läuft noch bis 2015. Beim aktuellen Kurs von 101,30 ergibt das eine jährliche Rendite von 3,4 Prozent – ein satter Aufschlag von 2,4 Prozentpunkten zur vergleichbaren Bundesanleihe.

Israel-Anleihen hätten davon profitiert, dass Anleger derzeit verzweifelt auf der Suche nach rentablen Geldparkplätzen seien, sagt Tim Haaf, Rentenexperte bei Pimco. Das Land sei gut durch die Krise gekommen und habe mit dem Schekel eine krisenfeste und solide Währung. Allerdings bestehe zumindest kurzfristig ein erhöhtes geopolitisches Risiko. Auseinandersetzungen mit den arabischen Staaten könnten zu stärkeren Kursschwankungen führen. Außerdem drohten Israel bei einer globalen Rezession Exporteinbrüche, da das Gros der Ausfuhren in die USA und die EuroZone gehe.

Und dann ist da natürlich noch der Käsestreit. Doch Finanzminister Steinitz gibt sich gelassen: „In anderen Ländern fürchtet man um die massive Verschuldung oder den Staatsbankrott. Bei uns beschwert man sich über den Preis von Hüttenkäse.“ Das sei doch der beste Beweis für die Stärke der Wirtschaft.

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