Anleihetipp: Otto Versand: Online und Inkasso

Anleihetipp: Otto Versand: Online und Inkasso

Der Versandriese Otto ist über eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro am breiten Kapitalmarkt vertreten. Auch ohne Rating und hoher Nettofinanzschulden ist das Papier für Anleger interessant.

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Der Versandriese Otto plant einen massiven Ausbau des Russland-Geschäfts

Mit Hochdruck lässt Otto sein Warenzentrum in Tver, 150 Kilometer nordwestlich von Moskau, ausbauen. Russland ist für den Hamburger Versandkonzern der wichtigste Wachstumsmarkt, auf dem er im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende Februar 2012) rund 500 Millionen Euro Umsatz machen wird, gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Mittelfristig sollen es mehr als eine Milliarde Euro werden. Das ist zu schaffen, denn der Versandhandel in Russland macht bisher nur 2,5 Prozent des Einzelhandels aus. In westlichen Ländern sind es sieben bis acht Prozent.

In Russland sind die Hamburger mit ihren Konzernmarken Otto, Baur, Schwab, Witt und – seit Kurzem auch – Quelle aktiv. Otto und Quelle, das sind zwei Versandunternehmen, die im bundesdeutschen Wirtschaftswunder groß wurden, letztlich aber ganz andere Wege gingen. Während Quelle mit seinem überkommenen Katalogversand-Modell scheiterte, setzte Otto massiv auf den Online-Handel (E-Commerce). Mit 60 eigenen Internet-Portalen ist Otto heute der weltgrößte Online-Versender von Mode und Bekleidung. Als E-Commerce-Unternehmen werden die Hamburger nur noch von der US-Ikone Amazon übertroffen.

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Anleihe-Info: Otto Versand
Kurs (in Prozent)105,45
Kupon (in Prozent)6,375
Rendite (in Prozent)3,24
Laufzeit bis20.11.2013
WährungEuro
ISIN

XS0467329016

Der zweite Erfolgsfaktor von Otto ist die Ergänzung des Versandhandels durch eine Logistiksparte (Hermes) und ein Finanzdienstleistungsgeschäft (Eos). Diese Geschäftsbereiche machen zwar vom Umsatz nur einen kleinen Teil aus (zusammen gut zehn Prozent), brachten aber im Geschäftsjahr 2010/11 weit mehr als die Hälfte des Vorsteuergewinns ein. Vor allem das florierende Finanzdienstleistungsgeschäft (elektronische Zahlungsabwicklungen, Forderungsmanagement, Inkasso) wird Otto weiter ausbauen.

Insgesamt dürfte Otto im laufenden Geschäftsjahr den letztjährigen Umsatz (11,4 Milliarden Euro) übertroffen haben und netto mehr als die 181 Millionen Euro von 2010/11 verdient haben. Genauere Schätzungen, die sich auf Zwischenberichte stützen, gibt es allerdings nicht. Denn Otto ist fest in der Hand der Familie Otto und nicht börsennotiert.

Am breiten Kapitalmarkt vertreten ist das Unternehmen über eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro. Obwohl Otto über kein Rating verfügt und die Nettofinanzschulden gut dreimal so hoch sind wie der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda), ist das Papier interessant. Dass Otto bis 2013 als Schuldner ausfällt, ist unwahrscheinlich. Und dafür kann man die gebotenen 3,2 Prozent durchaus gut finden.

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