Anleihetipp: Stada: Im Osten viel Neues

Anleihetipp: Stada: Im Osten viel Neues

Den hessischen Generikahersteller Stada plagen Probleme und hohe Abschreibungen auf dem serbischen Markt. Trotzdem bleibt Stada ein solider Schuldner und verdient mehr als im Vorjahr.

Der serbische Pharmamarkt ist für Stada ein Desaster. Fast 100 Millionen Euro Forderungen gegenüber Pharmagroßhändlern muss der hessische Generikahersteller abschreiben. Der klamme Gesundheitsfonds Serbiens zahlt nicht. 70 Prozent von Stadas Umsatz in Serbien hängen am staatlichen Gesundheitsfonds. Obwohl sich Stada hier schon 2010 mit Abschreibungen eine blutige Nase holte, will sich das Unternehmen nicht aus dem Land verabschieden. Künftig will Stada direkte Verträge mit Krankenhäusern und Großhändlern abschließen oder nur gegen Vorkasse liefern.

Trotz der Probleme in Serbien sollte Stada in diesem Jahr mehr verdienen als im Vorjahr. Grund ist das brummende Geschäft in Russland: Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um ein Viertel auf 120 Millionen Euro. Anders als in Serbien verkauft Stada hier vor allem rezeptfreie Medikamente und ist nicht von Großhändlern oder dem staatlichen Gesundheitssystem abhängig.

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Weil sich mit Generika in Westeuropa immer weniger Geld verdienen lässt, baut Stada das Osteuropa-Geschäft aus: Im Juli kaufte das Unternehmen für 360 Millionen Euro vom Wettbewerber Grünenthal ein Produktportfolio für den osteuropäischen Markt. Die Akquisition kann Stada nicht allein aus freien Mitteln finanzieren, denn in den nächsten Monaten wird ein Schuldscheindarlehen fällig. So plant das Unternehmen, in diesem Jahr eine zweite Anleihe aufzulegen. Ob die neue Anleihe kommt, ist wegen des Fehlschlags in Serbien mehr als fraglich.

Trotz der unerwarteten Abschreibungen zeigt sich Stada als solider Schuldner: Im ersten Halbjahr stieg der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) um acht Prozent auf 160 Millionen Euro. Die Schulden sanken um 3,7 Prozent, die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 6,5 Prozent. Die Eigenkapitalquote stieg von 35 auf 37 Prozent. Dass sich die finanzielle Lage des Unternehmens mit den Zukäufen vorübergehend verschlechtern wird, ist zu verschmerzen, weil die höheren Margen der neuen Produkte mehr Geld in die Kassen spülen. Stada bleibt ein Investment für Anleihen-Käufer, die bei mittlerer Laufzeit gute 3,6 Prozent bekommen.

Noch mehr, nämlich 4,6 Prozent Rendite, bringt die in WirtschaftsWoche 39/2011 vorgestellte Anleihe des finnischen Papierherstellers Stora Enso. Wer kaufen wollte, geriet allerdings auf den Holzweg – die im Heft genannte ISIN war falsch. Die korrekte ISIN der Stora-Anleihe lautet XS0194948617.

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