Anleihetipp: Stora Enso: Aus gutem Holz

Anleihetipp: Stora Enso: Aus gutem Holz

Der Holz- und Papierkonzern Stora Enso zeigt sich weniger krisenanfällig als die Konkurrenz. Auch finanziell sind die Finnen gut aufgestellt. Eine Einschätzung.

Gratisinformationen im Internet machen nicht nur den Printmedien, sondern auch den europäischen Papierherstellern zu schaffen. Weil den Zeitungsverlagen zahlende Leser verloren gehen, kaufen sie weniger und dünneres Papier, um Kosten zu sparen. Zudem schwächelt die Nachfrage, weil die Papierpreise angezogen haben. Grund dafür sind höhere Holz- und Energiepreise.

Den finnischen Holz- und Papierkonzern Stora Enso treffen die schwächelnde Nachfrage der Verlage und höhere Rohstoffkosten weit weniger als die Branche insgesamt. Grund dafür sind zwei Besonderheiten: Erstens macht der Zeitungs- und Buchdruck nur etwa zwölf Prozent des gesamten Umsatzes aus. Wichtigste Sparte sind Verpackungen für Konsumgüter. Auf diese Sparte entfielen im zweiten Halbjahr dieses Jahres 24 Prozent des Umsatzes von 2,8 Milliarden Euro und 34 Prozent des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) von 358 Millionen Euro. Zweitens besitzt Stora Enso Waldflächen in Skandinavien sowie Plantagen in China und Brasilien und ist damit unabhängiger vom Holzmarkt als Wettbewerber, die Rohstoffe teuer einkaufen müssen. So drohte der russische Premier Wladimir Putin die Zölle auf Holzexporte zu erhöhen, damit der Rohstoff im eigenen Land verarbeitet wird. Russland ist einer der weltweit wichtigsten Holzproduzenten. Zudem profitiert Stora Enso von steigenden Öl- und Gaspreisen, weil der Konzern auch Holz für moderne Verbrennungsöfen liefert.

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Auch finanziell zeigt sich Stora Enso wenig krisenanfällig, weil das Unternehmen nur moderat verschuldet ist. Die Eigenkapitalquote liegt derzeit bei 48,4 Prozent, vier Prozentpunkte über den 44,8 Prozent im zweiten Quartal 2010. Trotz der Übernahme des chinesischen Verpackungsunternehmens Inpac International für 93 Millionen Euro halten die Ratingagenturen Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s ihre Noten mit Ba2 beziehungsweise BB stabil. Moody’s und Standard & Poor’s rechnen sogar damit, dass sich die Bonität des finnischen Konzerns in den kommenden Jahren noch verbessern wird. Zwei Gründe sprechen dafür: Stora Enso ist vertikal gut integriert, vom eigenen Forst bis zur Verpackungsproduktion. So fallen teure Handelsspannen zwischen den einzelnen Produktionsstufen weg und steigende Rohstoffpreise schlagen nicht voll auf künftige Erträge durch. Zudem werden in den kommenden zwei Jahren Kredite von ‧lediglich 357 Millionen Euro fällig. Insgesamt hat Stora Enso 6,7 Milliarden Euro Schulden.

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