Anleihetipp: ThyssenKrupp: Kapital statt Stahl

Anleihetipp: ThyssenKrupp: Kapital statt Stahl

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Firmenzentrale des Stahlkonzern ThyssenKrupp in Essen.

Die Anleihe des des Industrieriesen ThyssenKrupp bietet drei Prozent mehr als Bundesanleihen gleicher Laufzeit.

3,9 Prozent Rendite bietet ThyssenKrupp mit seiner neuen Anleihe bis 2017, drei Prozentpunkte mehr als Bundesanleihen gleicher Laufzeit. Thyssen offeriert seine Papiere in handlicher Stückelung je 1000 Euro Nennwert, mit 0,15 Prozent ist die Kauf-Verkaufs-Spanne günstig. So gesehen ist die neue Thyssen-Anleihe für Privatanleger kein schlechtes Angebot. Allerdings: Mehr als fünf Prozent des Anleihedepots sollte man nicht in das Papier stecken. Standard & Poor’s stuft das Papier als spekulativ ein (wenngleich mit der besten spekulativen Note BB+).

ThyssenKrupp steckt in einer Umbruchphase. Im Kern geht es darum, sich so weit wie möglich vom konjunkturabhängigen Stahlgeschäft zu verabschieden und dafür das stabilere Industriegeschäft auszubauen, besonders mit Aufzügen oder Großanlagen.

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Das aber kostet viel Geld – und Thyssen hat 5,9 Milliarden Euro Schulden (Stand 31. Dezember 2011). In der Bilanz stecken gerade mal 23 Prozent Eigenkapital. Der Spielraum für strategische Volten ist damit begrenzt, wird aber nun etwas vergrößert durch den Emissionserlös (1,25 Milliarden Euro) der neuen Anleihe.

Im Stahlgeschäft schreibt Thyssen durch die Anlaufschwierigkeiten eines in Bau befindlichen Werks in Brasilien rote Zahlen. Diese Belastungen sind der Grund, warum Analysten ThyssenKrupp im laufenden Geschäftsjahr (bis 30. September 2012) nur rund 500 Millionen Euro Nettogewinn zutrauen (nach 1,8 Milliarden Verlust 2010/11).

Anleihe-Info: ThyssenKrupp

Kurs (in Prozent)102,00
Kupon (in Prozent)4,375
Rendite (in Prozent)3,91
Laufzeit bis28.2.2017
WährungEuro
ISIN

DE000A1MA9H4

Ein Erfolg war der Verkauf des Edelstahlgeschäfts an den finnischen Konkurrenten Outokumpu. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, ist Thyssen die schwierige Edelstahlsparte noch 2012 los. Der Befreiungsschlag wäre es dann, wenn Thyssen seine neuen Stahlwerke in Brasilien und in den USA voll ans Laufen bringen würde. Dann hätte Thyssen die Option, die Werke zu verkaufen, sich damit weiter vom Stahl zu lösen und Geld für den industriellen Neuaufbau zu bekommen.

Und wenn die Strategie scheitert? Ist es denkbar, dass ein Konzern, der seine Wurzeln 1811 (Krupp) beziehungsweise 1891 (Thyssen) hat und derzeit 160 000 Mitarbeiter beschäftigt, eines Tages nicht mehr die Mittel aufbringt, Zinsen für die jüngste Anleihe zu zahlen (55 Millionen Euro pro Jahr) oder das Papier zur Fälligkeit zurückzukaufen? Kaum. Bevor es wirklich so eng werden sollte, dürften andere Szenarien durchgespielt werden, die einen Fortbestand Thyssens sichern – und sei es an der Seite eines starken Partners, wie der des Industrieriesen Siemens.

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