Anleihetipp: Veolia: Milliarden mit Wasser und Müll

Anleihetipp: Veolia: Milliarden mit Wasser und Müll

Warum die WirtschaftsWoche die Anleihe des französischen Wasserversorgers Veolia empfiehlt.

Am Trinkwasser der Berliner verdienen die Franzosen kräftig mit, ebenso an acht Schwimmbädern in der Provinz oder an 60 deutschen Recyclinganlagen. Und welcher Fahrgast der Niederschlesischen Verkehrsgesellschaft oder der Bayerischen Oberlandbahn weiß schon, dass der Ticketpreis an die Pariser Veolia überwiesen wird?

Das Unternehmen ist bereits seit 1853 im Geschäft, zunächst als Wasserversorger von Paris und Lyon, später auch von Istanbul und Venedig. Bis heute erweiterte es das Geschäftsspektrum um die Bereiche Entsorgung, Energieservice und Transport. Im Geschäftsjahr 2010 setzten die Pariser 34,7 Milliarden Euro um, erzielten einen Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) von 3,4 Milliarden Euro bei einer Ebitda-Marge von zehn Prozent. Größter Umsatzträger ist der Wasserbereich einschließlich Abwasserbehandlung (Umsatzanteil rund 38 Prozent), gefolgt von Umweltdienstleistungen (29 Prozent), Energie (23 Prozent) und Transport (rund acht Prozent). Für den Konzern waren zuletzt über 33 000 Menschen in 77 Ländern tätig.

Anzeige

Doch jetzt heißt es unter dem Kommando des 2009 berufenen Vorstandschefs Antoine Frérot: Schluss mit dem von seinem Vorgänger forcierten Expansionsdrang. Der führte in der ersten Jahreshälfte 2011 bei einem Umsatzanstieg von 4,4 Prozent (auf 16,2 Milliarden Euro) zu Abschreibungen von rund 800 Millionen und einem Nettoverlust von 67,2 Millionen Euro. Zudem bekam Veolia den verschärften Wettbewerb im Bereich Umweltdienstleistungen und die heftige Konkurrenz bei der Erneuerung der Wasserkonzessionen zu spüren. Positiv: die Reduzierung der Schulden. Sie betrugen Ende Juni 2011 noch 14,7 Milliarden Euro nach 15,2 Milliarden zu Jahresanfang und machen damit das gut Vierfache des für 2011 erwarteten Ebitda aus. ‧Damit liegt Veolia im kritischen Bereich.

Um nach dem jüngsten Gewinnschock wieder Land zu gewinnen, geben die Franzosen in den kommenden zwei Jahren Standorte in knapp 40 Ländern auf. 2011 wollen sie Beteiligungen im Wert von 1,3 Milliarden Euro abstoßen. Dazu kommen Kostensenkungen von 400 Millionen Euro statt der bisher geplanten 250 Millionen.

Die Agenturen bewerten Veolia mit BBB+ (Investmentbereich) bei stabilen Aussichten (Standard & Poor’s /S & P), Moody’s sogar noch höher mit A3 (stabil). S & P lobt die führende Stellung Veolias im globalen Wassergeschäft mit regelmäßigen Einnahmen aus dem Konzessionsgeschäft und geht davon aus, dass die neue Strategie schon 2012 erste Früchte trägt.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%