Anleihetipp: Volkswagen: Würdiger 50:50-Mix

Anleihetipp: Volkswagen: Würdiger 50:50-Mix

Mit Volkswagen etabliert sich endlich eine starke Marke auf dem Anleihemarkt mit einer für Privatanleger freundlichen Stückelung von 1000 Euro.

Läppische 0,9 Prozent musste die Bundesrepublik vergangene Woche Investoren an Zins bieten für eine fünfjährige Anleihe. Sogar weniger als nichts erhalten Investoren im Durchschnitt, die die jüngste Emission sechsmonatiger Papiere zeichneten: Im Schnitt zahlen sie dem Bund etwas Zins, nur um ihr Geld sicher zu parken. Nach einer über der Inflation (2011: 2,3 Prozent) liegenden Rendite fragt derzeit kein Großinvestor.

Privatanleger, die nicht gerade Millionen anzulegen haben, müssen dagegen nicht zwangsweise in Bundespapiere investieren. Gelegenheiten für einen halbwegs vernünftigen Mix aus etwas Rendite bei einer sicheren Anlage, die dauernd gehandelt und damit schnell verwertbar ist, sind zwar selten, aber es gibt sie. Für Privatanleger schwierig war es in den vergangenen Monaten, bei neuen Unternehmensanleihen zum Zug zu kommen. Vielfach sind Unternehmen mit guter Bonität, einem Rating im sogenannten Investmentgrade also, wenn überhaupt mit Papieren an den Markt gekommen, die eine Abnahme über 50.000 oder 100.000 Euro erforderten.

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Anleihe-Info: Volkswagen
Kurs (in Prozent)99,95
Kupon (in Prozent)2,125
Rendite (in Prozent) 2,13
Laufzeit bis19. Januar 2015
WährungEuro
ISINXS0731679907

Erfreulich, dass nun mit Volkswagen endlich eine starke Marke auch auf dem Anleihemarkt mit einer für Privatanleger freundlichen Stückelung von 1000 Euro gekommen ist. Die Wolfsburger fahren seit Jahren hochtourig; alle für Gläubiger wichtigen Kennziffern wie Verschuldungsquote oder das Verhältnis von operativen Zuflüssen zur Verschuldung haben sich signifikant verbessert. 2011 dürften bei knapp 154 Milliarden Euro Umsatz 11,5 Milliarden Ergebnis vor Steuern und Zinsen hängengeblieben sein. Das würdigen auch Ratingagenturen wie Moody’s, die den Wolfsburgern mit A3 eine sehr solide Bonität bescheinigen. Malus sind die leidigen Milliardenklagen gegen die VW/Porsche-Fusion, aber auch hier müssen sich Anleger angesichts eines Kassenbestandes von knapp 27,5 Milliarden Euro nicht wirklich sorgen.

Klar, dass VW nun nicht mit Superzinsen an den Markt gekommen ist. Die am vergangenen Donnerstag an der Börse eingeführten Papiere bringen rund 3,3 Prozent Jahresrendite bis 21. Januar 2019 (Kurs 99,70 Prozent, Kupon 3,25 Prozent, ISIN XS0731681556) oder 2,13 Prozent bis Januar 2015. Im Mix schaffen beide derzeit einen Inflationsausgleich. Sie sind also nichts für Inflationsängstliche, sondern für Anleger, die eher davon ausgehen, dass die weltweiten Sparprogramme über die nächsten Jahre niedrige Preissteigerungsraten nach sich ziehen werden. Diese Annahme könnte sich als richtig erweisen.

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